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Basketball

04.10.2019

Für Ratiopharm Ulm gilt: Bloß keine Kuscheleien

Auch wenn es hier den Anschein hat: Zoran Dragic (rechts gegen Kyle Weems von Bologna) ist einer der Ulmer Spieler, die so gar nicht zu Kuschelei neigen.
Bild: nordphoto/Hafner

Auf Aggressivität und Mentalität kommt es nach Meinung des Ulmer Trainers beim Rebound an. Der nächste Gegner hat einen Spieler, der diese Übung sehr gut beherrscht

Wenn Jaka Lakovic über Rebounds spricht, dann holt er gerne weit aus. Im Kampf um die vom Ring oder vom Brett abprallenden Bälle wird demnach nicht gekuschelt. „Das ist eine Frage der Mentalität, der Aktivität, der Aggressivität“, sagt der Trainer von Ratiopharm Ulm: „Es geht nicht unbedingt darum, wer am längsten ist oder am höchsten springt.“ Lakovic führt zwei Beispiele an: Die schillernde NBA-Legende Dennis Rodman und den 191-fachen spanischen Nationalspieler Felipe Reyes von Real Madrid: „Der springt keine fünf Zentimeter hoch und er holt trotzdem die Rebounds. Weil er meistens richtig steht.“

Spieler vom Kaliber eines Rodman oder eines Reyes haben die Ulmer Basketballer natürlich nicht im Kader. Trotzdem könnte die Rebound-Ausbeute besser sein. Schon gegen Vechta hatten sie im Pokal und in der Bundesliga vor allem am offensiven Brett große Probleme, ohne dass der limitierte Gegner die bestraft hätte. Virtus Bologna hat das im Eurocup dagegen getan und Braunschweig würde das vermutlich am Samstag (18 Uhr) im Bundesliga-Spiel in der Volkswagen-Halle auch tun. Die Mannschaft aus der 250000-Einwohner Stadt in Niedersachsen hat mit Scott Eatherton schließlich einen Mann, der alles mitbringt, was ein guter Rebounder braucht: Länge, Aggressivität, Mentalität, Stellungsspiel. Die Ulmer hatten mit dem 2,06 Meter großen Amerikaner schon in der Vergangenheit so ihre Probleme: In den bisher sechs direkten Duellen legte Eatherton vier Mal ein Double-Double auf, also einen zweistelligen Wert bei Punkten und Rebounds. Wie gut er bereits wieder in Schuss ist, das beweisen die durchschnittlich 22 Zähler in dieser Saison. In der Liga waren es beim 96:77 gegen Göttingen 18 und im Pokal beim 90:87 gegen Ludwigsburg sogar 26. Lakovic beschäftigt sich überaus verständlich weitaus mehr mit Eatherton als mit dem neuen Braunschweiger Cheftrainer Pete Strobl, der zuvor drei Jahre lang als Assistent von Thorsten Leibenath für Ratiopharm Ulm gearbeitet hat: „Ich habe großen Respekt vor Pete, aber ich kenne ihn nicht wirklich und er wird nicht spielen. Eatherton schon.“

Die Zahlen sprechen für Ratiopharm Ulm

Dessen Statistiken sind also beeindruckend, die Zahlen insgesamt sprechen trotzdem eher für die Ulmer. Seit dem Aufstieg im Jahr 2006 haben die 21 von 29 Spiele gegen die Braunschweiger Löwen gewonnen. In ihrer heimischen Volkswagen-Halle haben allerdings die Braunschweiger knapp mit 7:6 die Nase vorn. Und noch eine letzte Zahl: Die Ulmer können gegen Scott Eatherton vermutlich nicht so gut verteidigen, dass der am Samstag nicht seinen Punkt Nummer 1500 in der Bundesliga macht. Bisher kommt er auf exakt 1499.

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Auch Pete Strobl bemüht sich übrigens, die Emotionalität aus dem Spiel gegen seinen früheren Verein zu nehmen. Auf der Braunschweiger Homepage wird der Cheftrainer mit den Worten zitiert: „ „In erster Linie ist es für mich ein Spiel, das ich wie jedes andere gewinnen will. Und natürlich ist es ein wichtiges Spiel für uns, aber vor allem deshalb, weil es unser erstes Heimspiel ist.“ Sein Kapitän Thomas Klepeisz verspricht nach den beiden Braunschweiger Auftakt- und Auswärtssiegen in der Liga und im Pokal: „Die haben uns Selbstvertrauen gegeben. Wir sind heiß.“

Ratiopharm Ulm wieder mit Max Ugrai

Nach einer abschließenden Übungseinheit hat sich der Ulmer Tross am Freitag vom Trainingszentrum in Neu-Ulm aus auf die sieben Stunden lange Busreise nach Niedersachsen gemacht. Mit an Bord war auch Max Ugrai, der in den Spielen gegen Vechta und Bologna noch pausiert hatte. Die Mannschaft kann also wohl erstmals in dieser Saison in kompletter Besetzung antreten. Trainer Lakovic sagt: „Max hat wieder trainiert und ist bereit.“ Ob er auch schon wieder spielen kann? „Andernfalls würde er nicht mitfahren.“

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