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Neuburg-Schrobenhausen

20.01.2019

Landratswahl: Ein Stimmungsbild von der Wahlparty

Keine Entscheidung gab es bei der Landratswahl in Neuburg-Schrobenhausen. Fridolin Gößl (links) von der CSU und Peter von der Grün von den Freien Wählern müssen nun in die Stichwahl.
Bild: Manfred Rinke

„Glückliche“, „hoch erfreute“ und „zuversichtliche“ Menschen traf man nach der Wahl im Landratsamt - und einen Pfarrer, der aufs falsche Pferd gesetzt hat.

Er war nicht der einzige, der im Vorfeld diese Meinung vertrat. Neuburgs Klinikpfarrer Anton Tischinger war sich sicher, dass im Rennen um das Amt des Landrats keine Stichwahl nötig sein und CSU-Mann Fridolin Gößl auf Anhieb das Rennen machen würde. Peter Segeth, CSU Stadtrat in Neuburg, auch – wobei die Voraussage bei ihm schon eher auch ein Wunsch für den Parteifreund gewesen sein mag. Nachdem am Sonntagabend im Großen Sitzungssaal des Landratsamtes die ersten Stimmbezirke ausgezählt waren, war klar, dass diese Vorhersagen nicht eintreffen würden.

Während Freie Wähler-Kandidat Peter von der Grün und Fridolin Gößl schon früh auf der Wahlparty waren, trudelten SPD-Kandidat Werner Widuckel und Norbert Mages von den Grünen erst ein, als die ersten Schnellmeldungen aus den Stimmbezirken bereits eingetrudelt waren. Widuckel (10,8) und Mages (7,0) konnten, realistisch gesehen, kaum mehr erwarten. Widuckel hat das Ergebnis in seiner Heimatgemeinde Karlskron (30,4 Prozent) „gut getan“ wie er sagte. Und überhaupt hänge es vom eigenen Erwartungshorizont ab, wie groß die Enttäuschung sei. Angesichts der jüngsten Wahlen im Bund und im Freistaat sei der ja nicht allzu hoch anzusetzen gewesen.

Grünen-Landratskandidat Norbert Mages heimste in Neuburg, wo er Zuhause ist, stolze zwölf Prozent ein

Auch Norbert Mages heimste dort wo er Zuhause ist, nämlich in Neuburg, wo er wohnt, stolze 12 Prozent ein. Weil der Landkreis nicht zum Münchener Einzugsgebiet zähle und eher einer Grünen-Diaspora gleiche, zeigte sich Grünen-Kreisvorsitzende und Stadträtin Karola Schwarz „glücklich über das Abschneiden“ für Mages, dem sie einen engagierten Wahlkampf bescheinigte.

„Hoch erfreut“ zeigte sich auch Florian Herold. Der Vorstand der Freien Wähler Neuburg und der Kreisvereinigung hätte dieses gute Ergebnis für Peter von der Grün nicht erwartet. Er führte es aber auf den Bekanntheitsgrad des 46-Jährigen gerade im Landkreissüden zurück, wo er aufgewachsen und wo er auch heute noch verankert ist.

Während Fridolin Gößl trotz des ohne Frage auch für ihn so nicht erwarteten Ergebnisses zumindest nach außen hin eine gute Miene machte, blickten die um Kreisvorsitzenden Alfred Lengler postierten CSU-Vertreter deutlich finsterer drein. Unter ihnen auch Schrobenhausens Bürgermeister Karlheinz Stephan, der aber keine schlüssige Antwort darauf geben konnte, warum Fridolin Gößl in der Lenbachstadt so schlecht abgeschnitten hat. Unter den CSUlern war auch Bundestagsabgeordneter Reinhard Brandl. Auch er wirkte nach dem Wahlergebnis sichtlich überrascht. Was es jetzt zu tun gilt, damit die CSU nach dem verlorenen Wahlkampf 2008 den Landratssessel wieder zurückerobert? Damals mussten die Christsozialen erstmals in der Geschichte des Landkreises den Landratssessel abgeben und zwar an die Freien Wähler mit Roland Weigert als deren Spitzenkandidaten. „Wir werden jetzt zwei Wochen lang mit und für Fridolin Gößl kämpfen“, sagt Brandl. Er sei jedenfalls zuversichtlich, was die Stichwahl in knapp zwei Wochen angehe. Wen die CSU denn in den kommenden Tagen noch als Wahlhelfer im Landkreis aufbieten werde, wurde Brandl noch gefragt. Seine Antwort klang vielversprechend: „Da lassen sie sich mal überraschen, wer kommt.“

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