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Ingolstadt

18.02.2021

Tarifverhandlungen: Die IG Metall in Ingolstadt ist kampfbereit

Die Zeichen der IG Metall in Ingolstadt stehen auf Arbeitskampf.
Bild: Manfred Dittenhofer

Plus Vor den Toren von Audi informiert die IG Metall in Ingolstadt über die laufenden Tarifverhandlungen – und schwört die Mitglieder auf einen Arbeitskampf ein.

Fragt man Jörg Schlagbauer, wie die Tarifverhandlungen für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie bisher gelaufen sind, hält der Vorsitzende des IG Metall-Vertrauenskörpers bei Audi erst einmal inne. So als ob er persönlich auch in der Friedenspflicht sei, die am 2. März endet. Die IG Metall Ingolstadt bereitet sich auf einen Tarifkampf unter Corona-Bedingungen vor. Zwar findet nächste Woche noch einmal eine Verhandlungsrunde in München statt. Da sich die Arbeitgeber bisher aber überhaupt nicht bewegt hätten, laufen bereits die Vorbereitungen für einen Tarifkampf, so Schlagbauer.

Kundgebung der IG Metall Ingolstadt: Ärger über Arbeitgeber

Der erste Bevollmächtigte der IG Metall Ingolstadt, Bernhard Stiedl, ärgert sich über die Art, wie die Arbeitgeber die Pandemie ausnutzen wollen, um nicht nur einen Tarifvertrag unter Dach und Fach zu bringen, der diesen Namen nicht verdiene. „Aber nicht nur das. Sie wollen auch noch die Zeit zurückschrauben und bereits bestehende Errungenschaften für die Beschäftigten wieder abschaffen.“ So möchten die Unternehmen, sollten sie in wirtschaftliche Not geraten, das Weihnachts- und Urlaubsgeld aussetzen können. Zugleich würden sie aber auch diejenigen sein, die die Notsituation definieren. Beispiel Corona.

„Die Strategie der Arbeitgeber ist es, die Pandemie dafür zu nutzen, den Tarifvertrag ohne nennenswerte Tariferhöhung, aber mit weiteren Verschlechterungen für die Beschäftigten, abzuschließen.“ Laut Stiedl fühlen sich die Arbeitgebervertreter sicher, da große Kundgebungen während des Lockdowns nicht möglich seien. Aber da würden sich die Unternehmer täuschen.

Am 26. Februar ist eine Drive-In-Kundgebung auf dem Parkplatz des Audi Sportparks angesetzt.
Bild: Sina Schuldt, dpa (Symbolfoto)

Neben Arbeitsniederlegungen könnte die IG Metall ihre Mitglieder auch unter Hygienevorschriften aktivieren. So ist am am 26. Februar, am Tag der nächsten Tarifrunde, abends eine Drive-In-Kundgebung auf dem Parkplatz des Audi Sportparks angesetzt. Dort wird dann Jörg Schlagbauer gleich vom Ausgang der Verhandlungen am Vormittag berichten. Er sitzt als Vertreter der Arbeitnehmerseite mit am Verhandlungstisch.

Die IG Metall fordert für die Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie vier Prozent mehr Lohn. Diese Forderung sei, so Bernhard Stiedl, bereits ein Entgegenkommen wegen der momentanen Situation. Allerdings müsse eine Reallohnsteigerung auch in Zeiten einer Krise drin sein. „Gerade in einer Krise erwartet man, dass die Sozialpartner zusammenstehen.“ Die Beschäftigten hätten schließlich die Unternehmen durch die Krise gebracht: Kurzarbeit, Urlaub dann, wenn es dem Arbeitgeber am besten passt, Verzicht auf Zulagen durch Wegfall der Schichten.

IG Metall: Zukunftstarifvertrag als zweites Element der Tarifverhandlungen

„Die Mitarbeiter haben ihren Anteil an der Bewältigung der Situation geleistet und leiden unter der Krise genauso wie die Unternehmen.“ In Unternehmen, bei denen Arbeitsplätze gefährdet seien, könne die Lohnsteigerung in Arbeitszeitminderung umgewandelt werden. Lieber eine Vier-Tage-Woche für alle als Ausstellungen. Schließlich müsse es auch im Sinn der Unternehmer sein, ihre Fachkräfte halten zu können.

Ein zweites Element der Tarifverhandlungen ist der so genannte Zukunftstarifvertrag. Die Transformation der Industrie und die Umstellung auf die E-Mobilität dürfe nicht zu einem Arbeitsplatzabbau führen, wie bei Conti Temic oder Schäffler, sondern müsse durch Qualifizierungsmaßnahmen und Knowhow-Aufbau in eine nachhaltige Beschäftigung führen, so sind sich Stiedl und Schlagbauer einig. Und auch die Betriebsräte von Audi stehen hinter der IG Metall, wie die Betriebsräte Andreas Straube, Ludwig Mayinger und Ingrid Radke vor Ort bekundeten. Sie ärgert, dass sich die Arbeitgeber bisher in keinster Weise bewegt hätten, was zu einer Verschärfung der Verhandlungssituation geführt habe.

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