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Kriminalität

24.03.2015

Dieser Brand ist ungeklärt

Der – zumindest was den materiellen Schaden anbetrifft – größte ungeklärte Fall des Jahres 2014 in der Region: Der Netto-Supermarkt in Wemding wurde durch Brandstiftung ein Raub der Flammen. Wer dafür verantwortlich ist, weiß die Polizei bis heute nicht.

Die Polizei zieht Bilanz für das Jahr 2014. Der Donau-Ries-Kreis ist einigermaßen sicher, aber keine heile Welt. Vorsicht bei Kreditkarten und Internet .

Die beste Nachricht vorneweg: Im Landkreis Donau-Ries gab es im vorigen Jahr weder Mord noch Totschlag. Nicht einmal ein Versuch, dass jemand einen Menschen umbringen wollte, wurde der Polizei 2014 im Bereich der Inspektionen Donauwörth, Rain und Nördlingen bekannt. Überhaupt bewege sich die Kriminalität im Donau-Ries-Kreis „weiterhin auf niedrigem Niveau“. Das stellt das Polizeipräsidium Schwaben Nord in seiner Jahresbilanz fest.

Im Landkreis mit seinen gut 129000 Einwohnern registrierten die Gesetzeshüter 4124 Straftaten. Das waren praktisch genauso viele wie im Jahr zuvor. Die Aufklärungsquote verbesserte sich leicht auf 66 Prozent. Zugenommen haben laut Statistik die Sexualdelikte (76 Fälle). Die sogenannten Rohheitsdelikte passierten seltener: 746 Fälle bedeuten ein Minus von 36.

Auch wenn die Zahlen auf den ersten Blick einen positiven Eindruck vermitteln – eine heile Welt ist auch der Donau-Ries-Kreis nicht. So geht das Präsidium in seinem Jahresbericht nochmals auf das Drama um einen 46-Jährigen in Bäumenheim ein. Der schwer bewaffnete und offenbar psychisch gestörte Mann, von Beruf Polizist, wurde nach einem stundenlangen Nervenkrieg von einem Spezialeinsatzkommando tödlich getroffen. Die Staatsanwaltschaft kam zu dem Ergebnis, dass es Notwehr war.

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Ebenfalls eigens erwähnt wird im Bericht für 2014 die unheimliche Serie von Zündeleien und Bränden in Wemding. Bekanntlich erwischte die Polizei im Sommer einen 36-Jährigen, der zugab, für einen großen Teil der Fälle verantwortlich zu sein. Ungeklärt blieb freilich die Brandstiftung, durch die ein ganzer Supermarkt ein Raub der Flammen wurde.

Ein großes Thema waren im vorigen Jahr die Wohnungseinbrüche in der Dämmerung. Hier schoss die Zahl der Fälle im Winterhalbjahr 2013/14 in Nordschwaben (Landkreise Donau-Ries und Dillingen) auf 81. Wie mehrfach berichtet, ergriff die Polizei deshalb eine Reihe von Maßnahmen. Die Folge: In den vergangenen Monaten meldeten sich laut Peter Timko, Leiter der Kripo Dillingen, verstärkt Bürger und teilten verdächtige Beobachtungen mit. Ob dies mit ein Grund dafür sei, dass im Winter 2014/15 bislang erst 20 solche Einbrüche stattfanden (davon 18 im Donau-Ries-Kreis), müsse man noch analysieren. In den vergangenen Monaten habe man leider keinen einzigen Verdächtigen gefasst. Auffällig: Der Raum Augsburg sei von Dämmerungseinbrechern regelrecht überrollt worden.

Ständig auf Trab halten die Polizei in Nordschwaben Betrüger, die sich auf Kreditkarten spezialisiert haben. Die Täter gelangen auf oft nicht erklärbare Weise an die Kreditkartendaten und tätigen auf diese Weise Geschäfte auf Kosten des Besitzers. Den Betrügern werde man kaum habhaft, berichtet der Kriminalrat: „Das läuft meist über das Ausland. Die Täter entziehen sich damit unserem Zugriff.“ Man stoße höchstens ab und zu auf einen von den Tätern angeworbenen Agenten, der Geld oder Ware weiterleitet und sich dann wegen Geldwäsche verantworten muss.

Bei der Kripo Dillingen sind Timko zufolge zwei bis drei Beamten fast ausschließlich damit beschäftigt, die Kreditkartenbetrügereien abzuarbeiten. „Solche Fälle kommen praktisch täglich“, bestätigt Thomas Scheuerer, Leiter der Polizeiinspektion Donauwörth. Ihm fällt auch auf, dass immer mehr Menschen aus der Region bei Internetgeschäften über das Ohr gehauen werden: „Die Leute meinen, sie können über das Internet etwas billig kaufen, bezahlen den vereinbarten Preis und bekommen dann die Ware nicht.“

Die Betroffenen ließen sich durch ihre Hoffnung auf ein Schnäppchen und ihre Gutgläubigkeit blenden. In aller Regel handle es sich um Produkte – oft elektronische Artikel –, die nicht zu teuer seien, also bis zu 200 oder 300 Euro kosteten. „Die Aussichten, das Geld von den Betrügern wieder zu kriegen, sind minimal“, so die Erfahrung des Inspektionsleiters. Werde so ein Fall angezeigt, sei das Konto, auf welches das Geld überwiesen wurde, meist schon abgeräumt oder die Täter agierten über Strohmänner.

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