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Hesselbergbahn

04.12.2020

Kreistag beschäftigt sich dieses Jahr nicht mehr mit der Hesselbergbahn

Einer der Bahnübergänge auf Höhe Hainsfarths: Um die Hesselbergbahn zu reaktivieren, müssen mehrere Übergänge saniert werden.
Bild: Bernd Schied

Plus Es gibt wenig Bewegung in der Debatte über die Reaktivierung der Bahnstrecke aus dem Ries nach Franken. Für Dezember gibt es dennoch einen Versuch, die Angelegenheit zu beschleunigen.

Die Vorsitzenden der im Kreistag vertretenen Fraktionen sehen derzeit keinen Anlass, im Donau-Rieser Kreistag einen Beschluss zur Reaktivierung der Hesselbergbahn von Nördlingen nach Gunzenhausen zu treffen. Darauf haben sie sich bei einem Treffen mit Landrat Stefan Rößle verständigt.

Die Fraktionschefs sind übereinstimmend der Auffassung, dass zunächst der Grundsatzbeschluss des Ausschusses für Wirtschaft, Verkehr und Technologie aus dem Jahr 2019 genüge, wonach der Landkreis einer Wiederbelebung des Schienenpersonenverkehrs auf der Strecke grundsätzlich positiv gegenüberstehe. Allerdings müssten Nachteile im Schülerverkehr auf ein Minimum beschränkt werden.

Nach der Übergabe von über 2000 Unterschriften einer Delegation aus Hainsfarth an Bayerns Verkehrsministerin Kerstin Schreyer für den Erhalt des Bahnübergangs an der Heimostraße (wir berichteten) hatte der CSU-Landtagsabgeordnete Wolfgang Fackler erklärt, in Sachen Hesselbergbahn sei jetzt der Kreistag am Zuge. Gleichlautend äußerte sich Oettingens Bürgermeister Thomas Heydecker gegenüber unserer Zeitung.

Hesselbergbhan: So geht es jetzt weiter

In einer Pressemitteilung aus dem Landratsamt in Donauwörth heißt es, neben dem Kriterium der 1000 Personenkilometer pro Tag seien noch eine Reihe weiterer Voraussetzungen zu erfüllen, um die Grundlagen für eine Wiederinbetriebnahme stillgelegter Bahnstrecken zu schaffen. So bedürfe es eines Investors, der die Strecke in einen Zustand versetze, der einen regelmäßigen Schienenpersonenverkehr ermögliche. Zudem müsse die Bahnlinie für die Dauer von etwa zwölf Jahren in einem betriebstüchtigen Zustand gehalten werden. Dies betreffe neben den Gleis- und Signalanlagen auch die Bahnhöfe. Weiterhin seien Maßnahmen an den Bahnübergängen notwendig. Zudem gelte es, den Busverkehr an einen Schienenfahrplan anzupassen, heißt es in dem Schreiben.

Als nächster Schritt stehen dem Landratsamt zufolge weitere Untersuchungen durch die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) an. Dazu gehörten Lösungen, wie in Nördlingen zwischen den Zügen der Riesbahn und denen der Hesselbergbahn ohne große Wartezeiten umgestiegen werden könne. Hierzu werde die BEG unter anderem einen konkreten Fahrplan für die Züge der Hesselbergbahn erarbeiten. Erst wenn ein solcher vorliege, werde der Landkreis seinerseits einen abgestimmten Fahrplan für einen künftigen Busverkehr zusammenstellen.

Wie steht das Ries zur Hesselbergbahn?

Eine endgültige Beschlussfassung im Kreistag zum Thema Hesselbergbahn erscheine erst dann wieder sinnvoll, wenn weitere wesentliche Erkenntnisse vorlägen und noch offene Fragen geklärt seien. Dies werde sicherlich noch geraume Zeit in Anspruch nehmen, so das Landratsamt.

Am 14. Dezember finde eine Videokonferenz mit der BEG statt, an der Landrat Stefan Rößle teilnehme. Dabei wolle der Landrat Möglichkeiten der Beschleunigung der Riesbahn zwischen Donauwörth und Nördlingen erörtern und sich mit diesen Ergebnissen an Verkehrsministerin Kerstin Schreyer wenden, um das weitere Vorgehen abzustimmen. Schreyer hatte beim jüngsten Treffen anlässlich der Unterschriftenübergabe der Hainsfarther erklärt, eine wesentliche Voraussetzung für die Reaktivierung von Bahnstrecken sei es, dass die jeweilige Region diese auch wolle. An diesem Willen werden im Ries nach allgemeiner Einschätzung bisher erhebliche Zweifel geäußert. (mit pm)

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