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Möttingen

07.07.2020

Kritik am breiteren Wirtschaftsweg: Könnte neue Gefahrenstelle sein

Der bisherige Rad- und Wirtschaftsweg zwischen dem Mittelweg und der Kreisstraße nach Balgheim entlang der B25 soll nach dem dreispurigen Ausbau auf 4,50 Meter verbreitert werden. Das findet in Möttingen wenig Anklang.
Bild: Bernd Schied

Plus Der Gemeinderat in Möttingen und Bürgermeister Timo Böllmann sind nicht glücklich über die Planungen des Staatlichen Bauamts auf der Bundesstraße 25 für den zweiten Ausbauabschnitt zwischen Nördlingen und Möttingen.

Die Planungen des Staatlichen Bauamts Augsburg für den zweiten Ausbauabschnitt der B25 zwischen Nördlingen und Möttingen stoßen im Möttinger Gemeinderat weiter auf deutliche Zurückhaltung. Insbesondere der geplante, 4,50 Meter breite und knapp 600 Meter lange, parallel zur Straße vorgesehene Rad- und Wirtschaftsweg bis zur Kreuzung Grosselfingen/Balgheim ist der Stein des Anstoßes, wie in der Sitzung am Montagabend deutlich wurde, in der Bürgermeister Timo Böllmann über das Planfeststellungsverfahren der Regierung von Schwaben informierte.

Nachdem die Gemeinde Reimlingen den Wunsch geäußert hatte, das Teilstück entlang der Straße nicht nur Radlern, Spaziergängern und Landwirten zu überlassen, sondern auch den Autofahrern zur Verfügung zu stellen, befürchtet Böllmann eine neue Gefahrenstelle. Allerdings, so der Bürgermeister, müsste die Nachbargemeinde einen großen Aufwand betreiben, um den Mittelweg samt des parallel verlaufenden Abschnitts weiterhin als Gemeindeverbindungsstraße zu belassen. Ob sich Reimlingen das antun wolle, bleibe abzuwarten. Hintergrund ist die Schließung der bisherigen direkten Anbindung des Mittelwegs an die Bundesstraße (wir berichteten).

Enttäuscht äußerte sich der Rathauschef, dass die Anregungen des Möttinger Gemeinderates im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens für den zweiten Ausbauabschnitt letztlich keinerlei Berücksichtigung gefunden hätten. „Nicht eine unserer Anregungen ist aufgenommen worden“, bedauerte Böllmann, der nach eigenen Angaben im Vorfeld der Sitzung auch geprüft hat, ob Möttingen rechtliche Schritte gegen den Planfeststellungsbeschluss einlegen könnte. Auch hier Ernüchterung: „Wir können nicht dagegen klagen, weil der Ausbauabschnitt nicht auf unserer Flur liegt und wir außerdem in unserer Planungshoheit nicht eingeschränkt sind“. Somit erübrige sich die Frage von rechtlichen Schritten.

Gemeinderat Andreas Becker sagte zu dem Wunsch aus Reimlingen, dass der Mittelweg nach Abschluss der Bauarbeiten auf der B25 eine „Sackgasse“ bleiben sollte. Einen Anschluss an die Bundesstraße halte er nicht für nötig. Wer von Reimlingen Richtung Donauwörth fahren wolle, müsse eben über den Heuweg oder Balgheim fahren. Eine mögliche höhere Verkehrsbelastung des Möttinger Ortsteils hält Becker für überschaubar.

Nicht wie geplant läuft es auch im Abwasserbereich. Wegen des Förderstopps des Freistaates Bayern muss Möttingen die vorgesehene Kanalsanierung in der Merzinger Straße in Balgheim bis auf Weiteres zurückstellen. Die Arbeiten seien ausgeschrieben worden und man habe Preise erzielten können, die 20 Prozent unter den Berechnungen des Ingenieurbüros gelegen hätten, so Timo Böllmann. Er hoffe, dass es gelinge, die Staatsregierung noch dazu zu bewegen, die bisherige Förderung weiterlaufen zu lassen. Er sei in dieser Frage in Kontakt mit dem CSU-Landtagsabgeordneten Wolfgang Fackler. Angeblich plane der Freistaat ab 2021 neue Förderrichtlinien für Kanalsanierungen. Wie diese aussehen könnten, sei noch völlig offen. Deshalb müsse man abwarten. Der Zuschuss für die geplante Druckleitung von Balgheim zur Kläranlage Möttingen sei davon jedoch unberührt, hieß es abschließend.

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