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Energie

20.01.2016

Windkraft bald auch im Ries?

In der Region ist ihr Bau bislang nahezu ausgeschlossen. Doch in drei Orten wären Windräder vielleicht möglich.

Nördlingen Am Rand des Rieskraters ragt längst ein Windrad in die Höhe. Es steht bei Rühlingstetten, kurz hinter Fremdingen, ist samt der Rotorblätter knapp 200 Meter hoch und seit 2014 in Betrieb. Als es noch in der Planung war, hatten sich in Fremdingen einige Leute geärgert. Nicht so sehr über das Windrad, sondern vielmehr darüber, dass ein ähnliches Projekt im Ries nicht möglich war, der hiesigen Vorschriften wegen. Pläne für einen Windpark auf Fremdinger Flur lagen zu der Zeit bereits auf Eis. Freilich gibt es jede Menge andere Stimmen in der Region. Solche, die dagegen sind, Windparks im Ries zu bauen. Die von einer drohenden „Verspargelung“ sprechen und davon, dass eine Landschaft wie das Ries erhalten werden solle.

Bislang hatten sie nichts zu befürchten. Das Ries sowie ein Gebiet von fünf Kilometern Breite um den Kraterrand sind „Ausschlussfläche“ für Windenergie, so sieht es der aktuelle Regionalplan des Regionalen Planungsverbandes Augsburg vor, zu dessen Gebiet neben Stadt und Landkreis Augsburg sowie den Landkreisen Aichach-Friedberg und Dillingen auch der Donau-Ries-Kreis gehört. Seit November 2014 besteht zudem eine weitere Hürde, und zwar eine massive. Seitdem dürfen Windräder in Bayern nur noch genehmigt werden, wenn ihr Abstand zur nächsten Wohnsiedlung das Zehnfache ihrer Höhe beträgt. Moderne Windräder sind, wie in Rühlingsstetten, knapp 200 Meter hoch. Macht zwei Kilometer Abstand zur nächsten Siedlung. Allzu viele mögliche Plätze bleiben da im dicht besiedelten Bayern nicht übrig. Das gilt auch fürs Ries.

Und doch gäbe in der Region mögliche Standorte. Vorige Woche trafen sich daher die Bürgermeister der Gemeinden Mönchsdeggingen, Hohenaltheim und Forheim im Mönchsdegginger Rathaus. Geladen hatte die Regionsbeauftragte von der Regierung von Schwaben, die als Behörde über dem Planungsverband steht. Es ging um den Regionalplan, um das Kapitel „Nutzung der Windenergie“. Darum, dass es im Ries in drei Gemeinden Flächen gibt, auf denen Windräder trotz der neuen Abstandsregelung potenziell stehen könnten: in Mönchsdeggingen, Hohenaltheim, Forheim.

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Hintergrund des Treffens ist die geplante Überarbeitung des Regionalplanes, der das Ries derzeit noch als Ausschlussfläche definiert. Das kann, muss aber in der neuen Fassung nicht zwangsläufig so bleiben. Letztlich entscheidet das der Planungsausschuss des Verbandes, der Mitte April das nächste Mal tagt und in dem Vertreter der Kommunen und Kreistage sitzen. Bis dahin sollen die drei Gemeinden das Thema in ihren Räten besprechen und ein Statement abgeben. Nach der Analyse eines Planungsbüros wären fachlich beide Varianten denkbar, erklärt Marion Koppe vom Regionalverband. Also Windräder weiterhin auszuschließen, mit der Begründung, dass das Ries ein besonders schützenswerter Raum sei. Oder die wenigen Möglichkeiten zuzulassen, die das neue Abstandsgesetz bietet.

Ein Bürgermeister bezieht eine klare Position

In Forheim hat sich der Gemeinderat bereits getroffen. „Wir haben den Beschluss gefasst, dass wir vorerst keinen Bedarf haben“, sagt Bürgermeister Werner Thum. In Mönchsdeggingen steht die Debatte in der nächsten Sitzung an, aber wahrscheinlich im nicht-öffentlichen Teil. Die Vertreter der Regierung von Schwaben hätten es so gewünscht, sagt Bürgermeister Karl Wiedenmann, der zugleich erklärt, er glaube nicht, dass in seiner Gemeinde Windräder gebaut werden. Der Geopark Ries sei schließlich eine einmalige Angelegenheit.

Hohenaltheims Bürgermeister Wulf-Dietrich Kavasch sieht die Sache emotionaler. Auch er sei gebeten worden, das Thema in aller Stille zu behandeln, sagt Kavasch, aber er denke gar nicht daran und sehe auch keine Grundlage, das Thema mit dem Gemeinderat hinter verschlossenen Türen zu besprechen. Zu möglichen Windkraftanlagen im Ries hat Kavasch eine klare Meinung: Notfalls, sagt er, würde er dagegen kämpfen, auch noch einmal eine Demo organisieren, wie letztes Jahr gegen die geplante Stromtrasse.

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