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03.12.2018

"Klimadoppel": So warm wird es 2080 in Deutschlands Städten

Wissenschaftler sind sich einig, dass die Arktis in den nächsten 30 bis 50 Jahren eisfrei sein wird. Foto: David Goldman/AP
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Wissenschaftler sind sich einig, dass die Arktis in den nächsten 30 bis 50 Jahren eisfrei sein wird. Die Erderwärmung hat jedoch auch in Deutschland Konsequenzen.
Bild: David Goldman/AP, dpa (Symbolbild)

In Augsburg könnte es 2080 so warm sein wie heute in Budapest, in München so heiß wie auf Mauritius. Das besagt das "Klimadoppel". Was das ist, lesen Sie hier.

Dürre, Missernten, steigender Meeresspiegel, Überschwemmungen - die Folgen des Klimawandels sind längst sichtbar. Das Ziel der Pariser Klimakonferenz 2015, die unabwendbare Erderwärmung auf maximal zwei Grad zu begrenzen, scheint kaum erreichbar.

Was die steigenden Temperaturen für spezifische Orte in Deutschland sowie weitere Städte weltweit bedeuteten könnten, verdeutlicht nun das auf Daten des Weltklimarates (IPCC) und der Nasa basierende "Klimadoppel"-Szenario.

Was ist das "Klimadoppel"?

Nach dem Prinzip des Quartett-Kartenspiels wird für das "Klimadoppel" in einer interaktiven Weltkarte die Prognose der durchschnittlichen Tagestemperatur an einem bestimmten Ort im Jahr 2080 mit aktuellen Werten auf der ganzen Welt verglichen. Anhand von Modellrechnungen ergeben sich sogenannte "Klimadoppel" aus gesuchtem Ort und Referenzort, welche die Erderwärmung symbolisch verdeutlichen.

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Ein solches "Klimadoppel" bilden etwa Augsburg und Budapest - erwärmt sich die Erde beispielsweise um 4,2 Grad Celsius, wird Augsburg im wärmsten Monat des Jahres 2080 mit 27,2 Grad im Durchschnitt auf denselben Wert kommen wie Budapest heute, während des dortigen wärmsten Monats. In München wird es demnach 2080 so heiß wie heute in Curepipe auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean: Die heutige Tageshöchsttemperatur im wärmsten Monat beträgt in München durchschnittlich 22,8 Grad. 2080 könnten es 27,1 Grad sein.

Ein zweites Szenario basiert auf einer angenommenen Erderwärmung von 1,8 Grad - Augsburgs "Klimadoppel" wäre in diesem Fall die südafrikanische Stadt Port Elizabeth (25,5 Grad). Im Fall von München wäre es die Stadt Karakol in Kirgisistan (25,5 Grad). Auch wenn die Prognosen von der konkreten Zukunft durchaus abweichen können, verdeutlicht der Klimadatenrechner bildstark zwei mögliche Szenarien.

Die prognostizierten Daten für alle deutschen Städte und Gemeinden beziehen sich jeweils auf den wärmsten Monat im Zeitraum der Jahre 2060 bis 2080. Damit ist jener Monat gemeint, in welchem die höchsten durchschnittlichen Temperaturen eines Jahres fallen. Verglichen werden diese Daten dann mit den durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen anderer Orte aus den Jahren 1960 bis 1990.

So finden Sie das "Klimadoppel" Ihres Ortes

Die Karte ist online über die Internetseite der ARD-Nachrichtensendung "Tagesschau" aufrufbar. Insgesamt gibt es weltweit etwa 12.000 Orte, die dort über das Suchfeld erfragt werden können. In der Visualisierung des "Klimadoppel"-Szenarios wird dann die jeweilige Referenzstadt zugeordnet. Auf den digitalen Quartettkarten der Städte sind außerdem zum Vergleich noch die aktuellen Werte zu Regenmenge, Heiztagen und Kühltagen angegeben.

Die beiden letzteren stehen für die Anzahl der Tage, an denen es in den Jahren 2006 bis 2016 im Durchschnitt so kalt oder warm war, dass geheizt werden musste, beziehungsweise die Klimaanlage eingeschaltet hätte werden können. Darüber hinaus gibt der letzte Vergleichspunkt "Vegetationstage" innerhalb desselben Zeitraums die durchschnittliche Anzahl an Tagen im Jahr an, an denen Pflanzen am jeweiligen Ort wachsen. Die Berechnungen der Heiztage, Kühltage und Vegetationstage basieren auf Daten der US-Raumfahrtbehörde Nasa. Die Berechnungen der durchschnittlichen Tageshöchsttemperaturen des wärmsten Monats für die Zeiträume 1960 bis 1990 und 2060 bis 2080 sowie die Niederschlagsmenge von 1960 bis 1990 basieren dagegen auf den Ergebnissen einer nach IPCC-Vorgaben durchgeführten Studie des Max-Planck-Instituts.

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Mit dem Pariser Klimaabkommen von 2015 wollte die Weltgemeinschaft gegen die Erderhitzung ankämpfen, doch die Maßnahmen reichen bisher bei weitem nicht aus. Notwendig wären radikale Maßnahmen.
Video: dpa
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