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Thüringen
26.11.2020

Fassungslosigkeit nach Protest im Corona-Hotspot Hildburghausen

Im Corona-Hotspot-Landkreis Hildburghausen haben rund 400 Menschen gegen die neuen Corona-Regeln protestiert. Das Infektionsgeschehen dort einen bundesweiten Höchststand erreicht.
Foto: Steffen Ittig/NEWS5, dpa

Im bundesweit schlimmsten Corona-Hotspot in Hildburghausen protestieren einige hundert Menschen gegen den strengen Lockdown. Sie singen "Oh, wie ist das schön!".

Am Tag nach dem bundesweit Aufsehen erregenden Corona-Protest ist in der Südthüringer Kreisstadt Hildburghausen wieder beschauliche Ruhe eingekehrt. Die kleine Fußgängerzone mit ihren geöffneten Geschäften wirkt wie ausgestorben. Auf dem Wochenmarkt finden sich am Donnerstagvormittag nur vereinzelt Käufer mit Masken ein. Der zuvor abendliche "Spaziergang" mehrerer hundert Menschen gegen den harten Lockdown im Kreisgebiet sorgt unter ihnen für Kopfschütteln: "Das ist hirnrissig, was die da machen", kommentiert etwa ein jüngerer Passant, der seinen Namen nicht nennen will.

Politiker sind fassungslos: "Wie unsolidarisch kann man eigentlich sein?"

"Die da" - das sind etwa 400 Menschen, die am Mittwochabend trotz strenger Ausgangsbeschränkungen durch die Kleinstadt zogen. Während in der Region die Infektionszahlen durch die Decke schießen, marschieren Protestteilnehmer "Oh, wie ist das schön!" singend durch die Straßen - laut Polizei teils ohne Maske und Mindestabstand. Zur gleichen Zeit beraten die Länderchefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in einer Video-Schalte über weitere Schritte zur Eindämmung der Pandemie in Deutschland.

Landes- und Kommunalpolitiker sind ob der Bilder aus Hildburghausen fassungslos. "Was muss denn noch passieren, bis manche den Ernst der Lage begreifen?", fragt etwa Hildburghausens Bürgermeister Tilo Kummer (Linke) auf Facebook. Ganze Kitas, Schulen, Rettungswachen, Feuerwehren hätten in den vergangenen zwei Wochen in Quarantäne gemusst. 

Auch Thüringens Gesundheitsministerin Heike Werner (Linke) redet Klartext: "Wie unsolidarisch kann man eigentlich sein? Auf den Intensivstationen kämpfen Menschen um ihr Leben." In einer solchen Situation im deutschlandweit schlimmsten Hotspot jegliche Schutzmaßnahmen zu ignorieren, grenze schon an ein verbrecherisches Ausmaß von Egoismus.

Einwohner dürfen bis 13. Dezember ihre Wohnungen nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen

Nirgendwo in Deutschland ist gemessen an der Einwohnerzahl der Infektionswert höher als in der ländlichen Region an der bayerischen Landesgrenze. Klare Infektionsherde sind hier schon lange nicht mehr auszumachen. Am Donnerstag gab es laut dem Robert Koch-Institut mit 602,9 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche einen neuen Höchststand im Kreis Hildburghausen.

Der Protest gegen die neuen Infektionsschutzregeln im Corona-Hotspot-Landkreis Hildburghausen wurde nach knapp zwei Stunden auch mit Einsatz von Pfefferspray von der Polizei aufgelöst.
Foto: Steffen Ittig/NEWS5, dpa

Zum Vergleich: Die Regierungschefs von Bund- und Ländern sehen bereits ab einer Schwelle von 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen eine extreme Infektionslage, bei der schärfere Regeln greifen sollen. Um die Infektionswelle zu brechen, gelten seit Wochenmitte für die rund 63.000 Einwohner im Kreisgebiet von Hildburghausen drastische Beschränkungen: Sie dürfen bis zum 13. Dezember ihre Wohnungen nicht mehr ohne triftigen Grund verlassen, Schulen und Kindergärten wurden geschlossen.

Corona-Protest sorgt für Diskussionen im Netz

Die harten Einschnitte stoßen nicht bei allen auf Verständnis. Laut Rathauschef Kummer kursierten bereits seit Tagen Protest-Aufrufe im Netz. "Die sind untereinander alle vernetzt, das ist dasselbe Strickmuster wie in Leipzig und Berlin - nur kleiner", meint Landrat Thomas Müller (CDU) zu dem Protest, der am Mittwochabend nach knapp zwei Stunden auch mit Einsatz von Pfefferspray von der Polizei aufgelöst wurde. Einen Initiator konnte die Polizei laut einer Sprecherin aber noch nicht ermitteln.

Der Corona-Protest sorgte auch im Netz für lebhafte Diskussionen. Viele kritisierten ihn als verantwortungslos und äußerten ihr Unverständnis darüber, dass die Teilnehmer sich und andere in Gefahr gebracht hätten. Die Satiresendung "Extra3" twitterte dazu: "Robert Koch-Institut meldet neuen Tiefstwert: In #Hildburghausen wurde gestern Abend der niedrigste Empathie-Wert in ganz Deutschland gemessen." (Von Annett Gehler und Bodo Schackow, dpa)

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27.11.2020

https://de.euronews.com/2020/06/04/proteste-obama-ermutigt-demonstranten-haertere-anklage-gegen-polizisten
Obama: Politik und ziviler Ungehorsam ist nötig
Der frühere US-Präsident Barack Obama rief bei einer virtuellen Diskussionsrunde dazu auf, den Moment zu nutzen, um einen Wandel zu bewirken. Zudem sagte er: "Im Internet wird viel diskutiert, ob man wählen gehen oder protestieren sollte, über Politik und Teilhabe gegen zivilen Ungehorsam und konkrete Taten. Es braucht aber nicht das eine oder das andere sondern beides, um wirklich etwas zu verändern."
Die Autopsie des verstorbenen Floyds ergab, dass er mit Covid-19 infiziert war, aber keine Symptome hatte. Der 46-Jährige starb, nach dem ihm der mittlerweile wegen Mordes angeklagte Polizist minutenlang das Knie in den Nacken drückte.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ziviler_Ungehorsam#Henry_David_Thoreau
Ziviler Ungehorsam ist es dann, wenn rechtliche Grundlagen nicht mit dem Gewissen vereinbar ist. Wo ist die Unvereinbarkeit?
Das ist der Unterschied zwischen Sophie Scholl und Jana aus Kassel. Bei Sophie wurden Menschen in Rassekriegen verheizt und ermordet. Bei Jana geht es um unbequeme und lästige Einschränkungen.

https://www4.uni-jena.de/Mitteilungen/PM170317_Zivungehorsam.htm

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26.11.2020

Das wichtigste ist der zivile Ungehorsam (Barack Obama, ja wirklich!!!)

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26.11.2020

Schauen Sie bitte mal nach, aus welchem Zusammenhang Sie Obamas Zitat gerissen haben, Sie Meister der Stammtischparolen...

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27.11.2020

Wer sind die extrem Privilegierten jetzt?
Oder haben Sie keine Ahnung was Sie schreiben?

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