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Satire

20.09.2018

Beförderung statt Entlassung: Der Fall Maaßen sorgt im Netz für Spott

Innenminister Horst Seehofer (CSU) will Hans-Georg Maaßen zu seinem neuen Staatssekretär machen. Der Spott lässt nicht lange auf sich warten.
Bild: Bernd von Jutrczenka, dpa (Archiv)

Die Beförderung Maaßens zum Staatssekretär erntet im Netz viel Spott und bietet ausreichend Zündstoff für Satiriker. Auch der Mietwagenanbieter Sixt springt auf.

Hans-Georg Maaßen soll Staatssekretär im Innenministerium von Horst Seehofer werden und aus der von der SPD geforderten Entlassung als Chef des Verfassungsschutzes wird somit eine Beförderung. Kaum war die Entscheidung vermeldet, folgten auch schon die ersten Witze im Netz.

Satiriker wie Jan Böhmermann, Christian Ehring und die Redaktion der "Heute-Show" hielten mit ihren Meinungen zur Beförderung Maaßens selbstredend nicht lange hinter dem Berg. Doch nicht nur von gewohnter Seite kommt Spott über die Entscheidung der Großen Koalition. Wir zeigen hier einen Ausschnitt der zahlreichen satirischen Reaktionen in den sozialen Medien - wobei am Ende die Frage steht: Kann die Entscheidung der Regierung, Maaßen einen Posten im Innenministerium zu verschaffen, mit Satire überhaupt noch übertroffen werden?

So reagiert die "Heute-Show" auf Maaßens Beförderung

Die "Heute-Show" reagierte auf Twitter zuerst mit dem Vergleich, Maaßen sei wie ein Betrunkener im Bus: "Tritt allen auf die Füße, wird aber trotzdem befördert." Weitere Seitenhiebe und bissige Kommentare folgten prompt. Seriengucker etwa würden fragen: "Wie viele Folgen habe ich verpasst?". Wie es zu der Entscheidung kommen konnte, ist für die Satireshow im Übrigen schnell erklärt: "Nach dem Eintrag 'Kritiker von Merkel' musste Seehofer die Bewerbung gar nicht weiterlesen".

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Wer zu den Verlierern im Fall Maaßen zählt, ist für die "Heute-Show" sonnenklar: "Die SPD, wie immer, Gunther Adler (SPD), muss in den Ruhestand, die Opfer von Chemnitz und die Demokratie, ganz allgemein". Demgegenüber stünden demnach als Gewinner Maaßen, Seehofer und die AfD.

"Beförderung auf Knopfdruck": Sixt nutzt Causa Maaßen für Werbung

Dass sich der Fall Maaßen auch für kommerzielle Zwecke eignet, bewies die Firma Sixt. Der Mietwagenanbieter nutze den Wirbel um Hans-Georg Maaßen umgehend für eine Werbeaktion und veröffentlichte mit dem Kommentar "EinigerMaaßen überraschend" über den Kurznachrichtendienst Twitter den Slogan: "Auch bei Sixt: Beförderung auf Knopfdruck".

"Extra3" zum Fall Maaßen: "Wer fällt, fällt jetzt nach oben"

Christian Ehring von der NDR-Sendung "Extra3" hat seine eigene Erklärung für die Beförderung Maaßens. Demnach habe die Physikerin (und Bundeskanzlerin) Angela Merkel es tatsächlich geschafft, in ihrer Regierung die Naturgesetze umzukehren, mit dem Resultat: "Wer fällt, fällt jetzt nach oben". Ehring bemerkt in der Sendung zynisch, die 2500 Euro, die Maaßen nun monatlich mehr verdient, würden ihm sicher eine Lehre sein.

Die Satiresendung "Extra3" spekuliert zudem bereits über weitere Amtsvergaben: "Merkel entlässt Seehofer, tritt anschließend zurück und Seehofer wird Kanzler".

 

Postillon verkündet Maaßen habe fürs Schwarzfahren kostenloses Monatsticket erhalten

Auch die Internetseite Der Postillon, die Beiträge im Stil von Zeitungsartikeln und Agenturmeldungen veröffentlicht, ließ es sich nicht nehmen, den Fall Maaßen aufzugreifen und verkündete Maaßen sei beim Schwarzfahren erwischt worden und hätte als Konsequenz ein kostenloses Monatsticket erhalten. Zudem habe Andrea Nahles die Entscheidung mit den Worten "Versager zu befördern hat eine lange Tradition in der SPD" verteidigt.

"Beförderung statt Entlassung": So reagieren Nutzer auf Twitter

#1 Mario Sixtus bietet einige Ideen, um aus Maaßen ein deutsches Chuck-Norris-Meme zu basteln.

#2 @TheDevel0per schlägt vor, als Bezeichnung für eine Beförderung nach massiven Fehlern, den Begriff "anmaaßen" einzuführen.

#3 Ein weiterer Twitter-Nutzer zieht nach Maaßens Beförderung den Vergleich mit einem Fahrkartenkontrolleur, der nach einem Sehverlust auf beiden Augen zum ICE-Zugführer befördert wird.

#4 Quentin Lichtblau fordert ironisch: "Morgen alle auf Arbeit so richtig abfucken, schnappt euch die Beförderung!".

#5 Maxim Boennemann spekuliert dagegen: "Noch zwei Fehltritte und Maaßen ist Bundeskanzler".

#6 Rico Grimm bemerkt zynisch, Maaßen bekomme im Innenministerium nun "die volle Härte des Rechtsstaates zu spüren und verdient deswegen nun 2505,30 Euro im Monat mehr".

#7 Sigmar Gabriel erlaubt sich sogar gleich zwei zynische Kommentare zu Maaßens Beförderung. "Wenn Illoyalität und Unfähigkeit im Amt der neue Maßstab für Karriere sind, dann hat Horst Seehofer gute Chancen bis zum UNO Generalsekretär aufzusteigen", spottet Gabriel und schiebt hinterher, Seehofer würden noch zwei Staatssekretäre fehlen und er könne mit einer Fußballmannschaft auftreten.

#8 Die BR-Sendung "quer" kommentiert trocken, Maaßen könne im Innenministerium nichts kaputt machen, denn das mache der Chef schon selbst.

#9 Jens Clasen schlägt ebenfalls vor einen neuen Begriff einzuführen. "Jemanden für seine Verfehlungen durch Beförderung und höheres Gehalt bestrafen heißt dann wohl jetzt 'maaßregeln'". Clasen erklärt in einem weiteren Tweet außerdem anhand eines anschaulichen Beispiels, welche Schlüsse nun aus der Causa Maaßen zu ziehen seien. 

#10 Das passende Resümee zu diesem Artikel bietet Twitter-Nutzer @DrWaumiau mit der Feststellung, eines müsse man dieser Bundesregierung lassen, im Bereich Comedy und Satire sei sie den Autoren von "Extra3" und der "Heute-Show" um Lichtjahre voraus.

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