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Haushalt

19.03.2019

CDU-Finanzexperte kritisiert Haushaltspläne von Finanzminister Scholz

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) provozierte mit seinen Sparplänen Streit in der großen Koalition.
Bild: Kay Nietfeld, dpa

Exklusiv Die Große Koalition streitet über die Sparpläne von Finanzminister Olaf Scholz. Unter anderem steht der Vorwurf im Raum, er bevorzuge SPD-Ministerien.

Unmittelbar vor dem Start der offiziellen Haushaltsberatungen hat in der Bundesregierung ein heftiger Streit über den künftigen Etat eingesetzt. Die Ministerien für Entwicklung und Verteidigung drohten am Montag damit, ihre Aufgaben nicht mehr erfüllen zu können, falls sich Bundesfinanzminister Olaf Scholz mit seinen Plänen durchsetzt. Unions-Fraktionsvize Andreas Jung warnte Scholz davor, seine Parteifreunde bei der SPD zu bevorzugen. „Bei der Bewertung der Eckwerte werden wir intensiv darauf achten, dass die Berücksichtigung der einzelnen Ressorts nach sachlicher Begründung erfolgt und nicht nach parteipolitischer Zuordnung“, sagte er unserer Zeitung.

Deutschlands Finanzrahmen wird enger

Es ist nicht neu, dass vor den Beratungen über einen neuen Haushalt in der Regierung erregt diskutiert wird, denn jedes Ministerium möchte möglichst viel Geld aus dem Steuertopf haben. Die aktuelle Debatte über den Haushalt 2020 jedoch ist von ungewöhnlicher Intensität, und dafür gibt es zwei Gründe: In der Union befürchten sie erstens, dass Minister Scholz einseitig SPD-Wahlgeschenke vorbereitet. Zweitens stottert der deutsche Wirtschaftsmotor, die Steuereinnahmen werden absehbar nicht mehr so stark sprudeln wie in den vergangenen Jahren. Der zu verteilende Kuchen wird kleiner.

Erheblichen Hunger hat Entwicklungsminister Gerd Müller. Allein für den Klimabereich sieht der CSU-Politiker in seinem Ministerium eine Lücke von einer halben Milliarde Euro. Das allein ist schon ein schwerer Vorwurf an Scholz, denn Müller wirft ihm praktisch vor, den Klimaschutz nicht zu wollen. Müller hat aber noch ein zweites scharfes Messer, mit dem er auf den Finanzminister zielt: Scholz will ihm für 2020 offenbar 150 Millionen Euro für den Entwicklungsinvestitionsfonds vorenthalten. Insbesondere an diesem Vorwurf dürfte Scholz zu knabbern haben, denn bei dem Fonds handelt es sich um ein Prestigeprojekt der Regierung und eine Herzensangelegenheit von Kanzlerin Angela Merkel. Der Fonds soll die Risiken kleinerer und mittlerer Unternehmen bei Investitionen in Afrika abfedern und ist Teil des „Compact with Africa“, der 2017 unter der deutschen G20-Präsidentschaft ins Leben gerufen wurde.

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Das Verteidigungsministerium droht mit Konsequenzen

Das Verteidigungsministerium war in seiner Kritik an den Scholz’schen Rechenspiele nicht so laut wie Müller, aber auch leise Stimmen können drohen. Ministeriumssprecher Jens Flosdorff erinnerte an den bereits angemeldeten Bedarf der Truppe sowie an die Zusagen gegenüber den Nato-Partnern. Die Bundeswehr habe „erhebliche Lücken“ zu füllen. Wenn den Wünschen von Ministerin Ursula von der Leyen (CDU) nicht entsprochen werde, habe das „natürlich Konsequenzen und Folgen für den Modernisierungskurs der Bundeswehr“.

Unions-Fraktionsvize Jung zeigte Scholz die Grenzen auf. „Die Regierung macht die Vorschläge, wir Abgeordnete entscheiden letztlich“, betonte er die Entscheidungsgewalt des Parlaments. „Deshalb werden wir die Eckwerte des Finanzministers nun intensiv prüfen und dann unsere Akzente setzen“, sagte Jung. Scholz will die Eckpunkte für den Haushalt 2020 sowie die Finanzplanung bis 2023 am Mittwoch dem Kabinett vorstellen.

Jung betonte im Gespräch mit unserer Zeitung, dass zwei Dinge in Stein gemeißelt seien: „Die schwarze Null als Stoppschild gegen neue Schulden und die Absage an Steuererhöhungen als rote Linie der Union. Wir müssen mit dem Geld auskommen, das wir haben“, betonte der Finanzexperte.

Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: Finanzminister Olaf Scholz ist ein einsamer Entscheider

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19.03.2019

Da viele über Scholz schimpfen kann man sicher sein: er ist der richtige Mann am richtigen Platz. Zieht man vom vorhandenen Budget die sog. unnützen/unsinnigen Ausgaben ab, bleibt genügend Spielraum für die wirklich wichtigen Aufgaben. Ich glaube daß jeder genügend Beispiele kennt.

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19.03.2019

"Unter anderem steht der Vorwurf im Raum, er bevorzuge SPD-Ministerien"

Wenn das zutreffen sollte, könnte es auch an der "Qualität" der vom jeweiligen Koalitionspartner gestellten Minister liegen.
Da kann man zur SPD stehen wie man auch will - die Minister mit der größeren Kompetenz - viele meinen auch die fleißigeren - kommen eindeutig von den Sozialdemokraten - total unter "ferner liefen" sind da die eine Dame und die beiden Herren von der CSU.

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19.03.2019

Gut - da kann man auch anderer Ansicht sein. In meinen Augen gibt es sehr wichtige, wichtige und nicht ganz so wichtige Ministersien. Und zweitens braucht auch ein Minister Mehrheiten. Er kann eigentlich nur das tun was innerhalb der Koalition mehrheitsfähig ist. Und was die Qualität derr Köpfe angeht... - ist jemand z.B. von Ministerin Barley(SPD) wirklich überzeugt? Nicht umsonst soll sie ja wohl nach Europa.

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20.03.2019

"Gut - da kann man auch anderer Ansicht sein."

Natürlich. Doch die CSU hat einen großen Vorteil. Sie kann ihre "Spitzenkräfte" zwischen Berlin und Brüssel verteilen.

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