Newsticker
Ampel-Parteien wollen Corona-Sonderlage beenden - Übergangsphase bis März 2022
  1. Startseite
  2. Politik
  3. Kommentar: Angela Merkel muss Corona zur Chefsache machen

Angela Merkel muss Corona zur Chefsache machen

Kommentar Von Margit Hufnagel
11.03.2020

In Zeiten des Virus erfasst man nicht in allen Amtsstuben den Ernst der Lage. Der Föderalismus stößt an seine Grenzen. Wir brauchen ein bundesweites Management.

Es ist eine Ausnahmesituation, wie sie Europa nicht häufig erlebt. Eine Krise, die die Gesundheit der Menschen bedroht und damit tief in das persönliche Leben eingreift, die Ängste weckt und Unsicherheit schürt. Das Coronavirus mit all seinen Rätseln hat das Leben von Millionen Menschen innerhalb kürzester Zeit massiv verändert. Gerade weil selbst Wissenschaftler den neuartigen Erreger nur eingeschränkt einschätzen können, ist die Politik zu einer klaren Führung aufgerufen.

Und doch zeigt gerade die gesellschaftliche Ausnahmesituation, wo die Schwachstellen des Systems liegen. Denn so sehr sich Gesundheitsminister Jens Spahn auch müht, der umtriebige Krisenmanager gerät dort an seine Grenzen, wo der deutsche Föderalismus die Länderbürokraten am längeren Hebel lässt. Statt zu einem zumindest bundesweiten Durchgreifen zu gelangen, hadert jedes Bundesland mit sich selbst, ob Großveranstaltungen abgesagt und Schulen geschlossen werden.

Es fehlt am Willen, die Komfortzone zu verlassen

Das treibt inzwischen seltsame Blüten und zeigt, dass nicht in jeder Amtsstube der Ernst der Lage erkannt wurde. Erst nachdem die öffentliche Empörung lauter wurde, konnten sich ein Vereinspräsident und eine Bezirksregierung durchringen, ein Fußballspiel zwischen Union Berlin und Bayern München zum Geisterspiel werden zu lassen. In Frankfurt zog man dann schließlich mit der Entscheidung nach. Auch das Europa-League-Spiel wird vor leeren Tribünen stattfinden. In Dessau soll ein Festakt auf 999 Besucher beschränkt werden - man will sich ja den Spaß nicht verderben lassen. Man muss nicht ins allgemeine Panikorchester einstimmen, um ein solches Verhalten als zynisch zu bezeichnen. Es fehlt am klaren politischen Willen, sich aus der eigenen Komfortzone zu verabschieden – und sei es nur für wenige Wochen.

Die weitere Ausbreitung des Virus muss verlangsamt werden

Natürlich kann man stöhnen über Hamsterkäufe und Quarantänemaßnahmen für ganze Ortschaften. Doch so lange die Medizin weder einen Impfstoff noch ein Medikament gefunden hat, ist es die Aufgabe der politisch Verantwortlichen, dafür zu sorgen, dass sich das Virus nicht komplett unkontrolliert ausbreitet. Das Mantra „Corona ist auch nicht schlimmer als Grippe“ ist hochgradig ignorant: Alleine in dieser Saison sind mehr als 200 Menschen an Grippe gestorben - so lange wir eine Möglichkeit haben, ein ähnlich gefährliches Virus zumindest in Grenzen zu halten, sollten wir sie nutzen. Und dem steht die deutsche Kleinstaaterei im Weg.

Unser Nachbar Österreich macht es längst vor: Dort gibt Kanzler Kurz den Takt vor und der ist deutlich weniger träge als in den 16 Bundesländern und hunderten Kommunen, wo die Sicherheitsarchitektur zu viele Baumeister hat. Hier können die Berliner Ministerien zwar Geld in die Hand nehmen, um Wirtschaft und Wissenschaft zu stützen. Doch dort, wo es um Alltägliches geht, bleibt ihnen nicht mehr als zu mahnen und zu warnen. Und das ist gefährlich.

Gesundheit ist wichtiger als ein Fußballspiel

Es ist an der Zeit, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel ihren Länderfürsten ins Gewissen redet. Merkel hat ohnehin viel zu lange geschwiegen zur Ausbreitung des Coronavirus - die Krise muss zur Chefsache werden. Wenn es schon kein abgestimmtes europäisches Vorgehen gibt, dann muss zumindest deutschlandweit der Kurs klar sein. Wer meint, dass ein Fußballspiel wichtiger sei als die Eindämmung des Virus, sollte nach Italien blicken. Das Land ist mit Abstand am stärksten von der Krankheit betroffen. Schon jetzt gerät das Gesundheitssystem an seine Grenzen. Den Tag, an dem die Ärzte entscheiden müssen, ob sie lieber das Leben eines Corona-Patienten oder eines chronisch Kranken retten, mag man sich nicht vorstellen.

Lesen Sie dazu auch: Merkel gegen Grenzschließungen in Deutschland

Wir wollen wissen, was Sie denken: Die Augsburger Allgemeine arbeitet daher mit dem Meinungsforschungsinstitut Civey zusammen. Was es mit den repräsentativen Umfragen auf sich hat und warum Sie sich registrieren sollten, lesen Sie hier.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

13.03.2020

MARIA T. >> Ansotnaten muß ganz dringend die Globalisierung und die weit offenen Grenzen zuruckgenommen werden <<

Es sollte schon Sicherheit geben, wenn jeder Kontinent Kapazitäten für alle Medikamente und medizinische Ausrüstung hat.

https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/coronavirus-indien-untersagt-den-export-bestimmter-medikamente-16664827.html

>> Indien ist der wichtigste Generikahersteller der Welt, China liefert dafür die Grundstoffe. Weil die nicht mehr ankommen, verhängen die Inder einen Ausfuhrbann – zum Beispiel auf Paracetamol. <<

Das sind die Fakten, welche die "wir schaffen das" und sind garantiert nicht "nationalistisch" Fraktion einfach mal kapieren muss. Dieses dumme Volk macht sonst nur Afd & Co. groß

Permalink
12.03.2020

Frage an die Schreiberin : Glauben sie wenn es von Angela Merkel zur Chefsache gemacht wird stecken sich auch nur 5 leute weniger an ?? oder soll sie bei allen erkrankten als wunderheilerin Händchen Halten ?? icxh höre nur alle Jammern über die Politick wenn ich so durch die Programme schalte !!! ich lebe in italien wo alles viel schlimmer ist , aber höre nichtr mal 10 % so viel gejammere wie aus Deutschland !! auch hier in süd italien darf derweil keiner mehr seine gemainde verlassen und es sind strenge sicherheitskontrollen die ohne viel gejammere ertragen werden !!

Permalink
11.03.2020

Es tut mir wirklich leid,
aber das was in Deutschland gegen Corona von der Bundes-und Landesregierung unternommen wird schafft bei mir kein Vertrauen.
Tote werden wie im Krieg strategisch eingeplant (50-60% werden infiziert, 3-4 % werden sterben), damit die Wirtschaft läuft. -Keine Panik und kein Klopapier mehr- In den anderen Ländern sieht man, welche Maßnahmen nötig sind um eine Ausbreitung halbwegs einzudämmen, siehe Italien. Über die Quarantäne von ganzen Städten in China haben wir uns vor 4 Wochen noch gewundert. Mich erinnert die behördlichen Maßnahmen gegen eine Pandemie in Deutschland an den Bau des Flughafens in Berlin, an die Reform der Bundeswehr, an den Kampf gegen Rechts und Links, an die Maßnahmen gegen das Artensterben und den Klimaschutz, an die Energiewende, die Maßnahmen gegen der Flächenverbrauch, an die Mietpreisbremse, u.s.w. :-(
Von staatlicher Seite wird den Bürgern etwas vorgegaukelt, eine verbale Beruhigungspille damit "Alles" so weiterläuft (Machterhalt). Wir wählen statt Merkel - Grün und können so weiterleben wie bisher.
Wir lügen alle und bei allen o.g. Themen in die Tasche und fühlen uns wohl dabei. Die Epoche des Energiehunger der letzten huntert Jahre werfen ihre Schatten voraus, mit dramatischen Auswirkungen in den nächsten hundert Jahre (Klimawandel). Weiter auf "Teufel komm raus" SUV fahren und in Urlaub, keine Einschränkungen und Preiserhöhungen auf Kohle, Öl und Benzin, keine Moral, kein Hirn, einfach weiter so wie in der Steinzeit.
Bei Fragen zur menschlichen Vernunft, sollten keine Menschen gefragt werden ;-)

Permalink
12.03.2020

Was hat denn jetzt Ihre Umwelt-Panikmacherei (zB SUV fahren,Urlaub etc) mit der Corona-Pandemie zu tun ???

Das einzige Problem sind in Wahrheit vorsintflutliche Kulturen - wie etwa die Chinesische, wo man alles isst ,was kreucht und fleucht - ohne verterinär- und lebensmittelhygienische Maßnahmen überhaupt zu kennen und kennen zu wollen .

Der Corona-Virus ist - ebenso wie alle SARS-Viren - durch seltsame , nur in solchen Ländern verortete Lebens-Gewohnheiten von Tieren auf Menschen übertragen worden .

Da die Chinesen wirtschaftlich mittlerweile überall präsent sind , wurden diese Viren von dort in alle Welt übertragen .

Der Schluß aus dieser Sache müßte doch eher sein, daß solche "Kulturen" von ihren teilweise vorsintflutlichen Gewohnheiten lassen .
Dies gilt etwa auch für Indien, ganz Afrika, den Orient !

Ansotnaten muß ganz dringend die Globalisierung und die weit offenen Grenzen zuruckgenommen werden

Das muß unsere - der westlichen Länder- Bedingung an diese Länder sein, wenn sie weiterhin mit uns Handel , Tourismus etc treiben wollen !

Permalink