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  3. Wahlkampf in den USA: US-Präsident im Panikmodus: Trump entlässt Wahlkampfmanager

Wahlkampf in den USA
16.07.2020

US-Präsident im Panikmodus: Trump entlässt Wahlkampfmanager

Noch Plätze frei: Donald Trumps Präsidentschaftswahlkampf entfacht wenig Feuer.
Foto: Evan Vucci/AP, dpa

Weniger als vier Monate vor der Wahl feuert Donald Trump seinen Kampagnenmanager. An den sinkenden Umfragewerten dürfte das wenig ändern.

Bei der ersten Kundgebung nach der Pandemie-Pause in Oklahoma war die Halle nur halb voll. Der nächste Auftritt in New Hampshire wurde bei schönem Wetter wegen eines angeblichen "schweren Sturms" abgesagt. Der Parteitag im August in Florida muss wegen der dramatischen Corona-Zahlen in dem Bundesstaat bei 35 Grad und hoher Gewitterwahrscheinlichkeit teilweise draußen stattfinden. Es läuft derzeit nicht gut für Donald Trump. Also feuert er – seinen Kampagnenmanager.

"Ich freue mich mitteilen zu können, dass Bill Stepien zum neuen Kampagnenmanager befördert wurde", gab der US-Präsident die Personalie bekannt. Im zweiten Satz vermerkte er lapidar, dass er seinen bisherigen Wahlkampfchef Brad Pascale zum Beauftragen für die Datenstrategie degradiert. Der 2,03 Meter große Hüne mit dem rötlichen Hipster-Bart war eine markante Figur in Trumps Orbit. Als Entwickler einer Website wurde er 2004 von dem Milliardär angeheuert, verantwortete 2016 die ebenso erfolgreiche wie skupellose Facebook-Kampagne und organisierte seit 2018 mit einer Kriegskasse von derzeit 300 Millionen Dollar, Hunderttausenden Freiwilligen und einem unschätzbaren Datensatz die Wiederwahl des Präsidenten.

US-Wahlkampf: In den Umfragen liegt Biden seit Wochen vor Trump

Doch die erscheint knapp vier Monate vor dem Urnengang zunehmend fraglich. Zwar behauptet Trump: "Diese Wahl ist einfacher zu gewinnen als die letzte. Unsere Umfragewerte steigen schnell, die Wirtschaft erholt sich und bald werden Impfungen und Medikamente entwickelt." Doch die Realität sieht anders aus. Seit Wochen führt sein  Herausforderer Joe Biden in den Umfragen. Am Donnerstag veröffentlichte das wirtschaftsnahe Wall Street Journal seine jüngste Erhebung, derzufolge inzwischen 51 Prozent der Wähler für Biden und nur noch 40 Prozent für Trump stimmen wollen. Angesichts des Wahlsystems der USA sind nationale Zahlen nur begrenzt aussagekräftig. Doch sie illustrieren den klaren Abwärtstrend.

Offenbar hat der Präsident den selbstbewussten Parscale, der bei Kundgebungen öfter vor Trump sprach, mit einer privaten Firma lukrative Nebengeschäfte betrieb und zuletzt sogar selbst in einem Werbe-Spot auftauchte, als Sündenbock ausgemacht. Dabei schätzt er den aggressiven, ausländerfeindlichen und bisweilen apokalyptischen Ton seines Mitarbeiters eigentlich sehr.

Manager Parscale führte Trumps Wahlkampf vom Pool aus

Aber dessen vollmundige Ankündigung von "mehr als 800.000 Anmeldungen" für die Kundgebung in Tulsa, zu der am Ende nur 6200 Hardcore-Fans erschienen, hatte Trump viel Spott eingebracht. Und das kann der Narzisst im Weißen Haus gar nicht vertragen. Zudem gab es in der Parteiorganisation offenbar Verärgerung darüber, dass Parscale den Wahlkampf im wesentlichen vom Pool seines Anwesens in Fort Lauderdale aus steuerte.

Präsident Trump sprach am Vorabend des Nationalfeiertags - und geißelte bei einer Feier am Denkmal Mount Rushmore in South Dakota die "wütenden Mobs".
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Zwischen Protest und Tradition: Die USA feiern den 4. Juli
Foto: Alex Brandon/AP, dpa

Sein Nachfolger, der 42-jährige Stepien, kommt eher aus dem klassischen Politikbetrieb. Er hatte den früheren republikanischen Gouverneur von New Jersey, Chris Christie, beraten. Im Zuge des Bridgegate-Skandals, bei dem Christie durch die grundlose Teilschließung einer Brücke vor den Toren Manhattans ein tagelanges Verkehrschaos inszenierte, um einem demokratischen Bürgermeister zu schaden, verlor Stepien 2013 seinen Job. Drei Jahre später hatte er aber ein Comeback bei der Trump-Kampagne, deren Vize-Chef er zuletzt war. Er gilt als Vertrauter von Trump-Schwiegersohn Jared Kushner.

Ob die Personalie allerdings eine Trendwende für den Präsidenten bringt, ist fraglich. Der wirkliche Kampagnenmanager habe nämlich pausenlos Zugang zum Oval Office, schreibt Mike Allen, der renommierte Chef der Nachrichtenseite Axios: "Es ist natürlich Donald Trump."

Alle wichtigen Informationen zur US-Präsidentschaftswahl finden Sie hier: Wann ist die US-Wahl 2020? Termin, Kandidaten und Ablauf.

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