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Hiltenfingen

02.06.2019

Die „Raiba“ wächst stetig

Sie waren mit dem Jahresergebnis der Raiffeisenbank Hiltenfingen zufrieden: (von links) Oberrevisor Anton Fink, die Vorsitzenden Daniel Ries und Gerhard Wagner, sowie der wiedergewählte Aufsichtsrat Markus Spörl und der Aufsichtsratsvorsitzende Ludwig Müller.
Bild: Hieronymus Schneider

Gerhard Wagner legt im Geschäftsbericht ein erfreuliches Ergebnis vor. Er dämpft aber zugleich die Erwartungen.

Bei der 117. Generalversammlung der Raiffeisenbank Hiltenfingen berichtete erstmals Gerhard Wagner als Vorstandsvorsitzender über das Geschäftsjahr 2018. Sein Vorgänger Jürgen Thumm, der seit Oktober in der Ruhephase der Altersteilzeit ist, durfte den Bericht mit seinem Vorgänger Lorenz Reiter als Zuhörer genießen. Für Thumm rückte der vorherige Prokurist Daniel Ries als Vorstandsmitglied und Stellvertreter Wagners nach. Daniel Ries stellte sich den 87 versammelten Genossenschaftsmitgliedern vor und skizzierte seinen Werdegang. Der 37-jährige Bankkaufmann war vor mehr als zehn Jahren zusammen mit Gerhard Wagner als Revisor beim Genossenschaftsverband Bayern tätig und wechselte vor zwei Jahren als Prokurist zur Hiltenfinger Raiffeisenbank. Ries wohnt in der Nähe von Günzburg, ist verheiratet und hat einen Sohn. Im Vorstand ist er für den Bereich der Marktfolge zuständig.

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Null-Zins-Politik ist schlecht für die Geldanleger

Der Aufsichtsratsvorsitzende Ludwig Müller machte das Wesen der Volks- und Raiffeisenbanken mit ihrem genossenschaftlichen Förderauftrag und starker Kundenbindung deutlich: „Jeder Kunde kann Mitglied werden und Anteile an seiner Bank zeichnen, die somit von der Summe aller Mitglieder getragen wird.“ Gerhard Wagner beschrieb die wirtschaftliche Lage in Deutschland und Europa mit dem Zitat aus einer Pressemitteilung des Genossenschaftsverbandes: „Das Umfeld bleibt spannend.“ Angesichts der Risiken aufgrund der Handelskonflikte der USA mit Europa und China, sowie der Ungewissheit über den Brexit und hoher Staatsverschuldung im südlichen EU-Raum sei in absehbarer Zeit nicht mit einem Ende der „Null-Zins-Politik“ der Europäischen Zentralbank (EZB) zu rechnen. „Das ist gut für die Leute, die Darlehen brauchen, aber schlecht für die Geldanleger“, sagte Wagner.

Die Raiba Hiltenfingen muss für ihre Guthaben bei der Bundesbank und der Zentralbank der Genossenschaften weiterhin Negativzinsen bis zu 0,4 Prozent bezahlen. Trotz dieser schwierigen Bedingungen konnte die Raiffeisenbank Hiltenfingen wieder ein erfolgreiches Zahlenwerk mit angemessenem Ergebnis präsentieren. Die Bilanzsumme wurde erneut von 62,7 Millionen Euro auf 66,49 Millionen gesteigert. Das entspricht einem Wachstum von 5,3 Prozent. Das gesamte Kundenanlagevolumen stieg überdurchschnittlich um 5,9 Prozent von 73,8 auf 78,1 Millionen Euro. Aus diesem Wachstum von insgesamt 4,3 Millionen Euro flossen wie im Vorjahr 1,3 Millionen in die Produkte der Verbundpartner und drei Millionen Euro als Einlagen in die Bilanz.

Die „Raiba“ wächst stetig

Hiltenfinger Raiba auf Platz sechs von 236 Genossenschaftsbanken

Die Zunahme der Kundenkredite führte Wagner auf den zweiten Bauabschnitt im Hiltenfinger Baugebiet südlich der Lindenstraße und auf die rege Investitionstätigkeit im privaten und gewerblichen Bereich zurück. So wurde der Anstieg von 10,6 Prozent des Vorjahres auf 15,5 Prozent gesteigert. Der Kreditanteil von 78,4 Prozent an der Bilanzsumme brachte der Hiltenfinger Raiba den Spitzenplatz sechs im Vergleich der 236 bayerischen Genossenschaftsbanken ein. Dieser Anstieg im Kreditvolumen verhalf der Bank trotz rückläufiger Zinssätze zu einer unveränderten Zinsspanne. Die Zinserträge konnten die ausbleibenden Erträge aus dem Einlagengeschäft vollständig abfangen. Trotz rückläufiger Erfolgsrechnung sei die Eigenkapitalausstattung der Bank mit 25 Prozent nach wie vor komfortabel und sehr gut. „Dass die Raiffeisenbank Hiltenfingen eine kerngesunde und leistungsstarke Bank ist, bestätigte auch wieder das Rating des Bundesverbandes mit der zweitbesten Bonitätsklasse A+“, stellte Wagner zufrieden fest. Im Geschäftsjahr 2018 konnten 35 neue Kunden mit ebenso vielen Geschäftsanteilen gewonnen werden. Ausgeschieden oder verstorben sind 43 Mitglieder mit 76 Anteilen. So ergab sich ein Mitgliederstand von 1381 mit 3242 Geschäftsanteilen.

Reingewinn von mehr als 100.000 Euro

Die Gewinn- und Verlustrechnung weist einen Jahresüberschuss von 185037 Euro aus, davon werden 80671 Euro vorweg den Rücklagen zugeführt. Vom Reingewinn von 104366 Euro wird wie in den Vorjahren eine Dividende von fünf Prozent ausbezahlt. Damit werden 15910 Euro am 22. Mai auf die Geschäftsguthaben der Mitglieder überwiesen. Der verbleibende Betrag von 88455 Euro wird den Rücklagen zugeführt.

Der turnusgemäß ausscheidende Aufsichtsrat Markus Spörl wurde von der Versammlung einstimmig wiedergewählt.

Aufsichtsratsvorsitzender Ludwig Müller wies auf das gesellschaftliche Engagement der Genossenschaftsbanken für bezahlbare Wohnungen und unabhängige Energieversorgung hin: „Hauptempfänger der Kredite von insgesamt 145 Millionen Euro sind Vereine, öffentliche Einrichtungen und örtliche Kirchengemeinden. Gute Geschäftszahlen erfüllen keinen Selbstzweck, sondern münden direkt in einen größeren Einsatz für die Belange vor Ort“.

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