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Haunstetten/Königsbrunn

23.10.2019

Modernes Wohnen und neue Verkehrswege

Das neue Baugebiet Haunstetten Südwest soll Platz für mehr als 10 000 Menschen bieten.
Bild: Ulrich Wagner

Wie der neue Augsburger Stadtteil Haunstetten Südwest aussieht und wie das Königsbrunn betrifft.

Der Königsbrunner Stadtrat arbeitet an vielen Stellen an einer Umgestaltung der Stadt. Doch jenseits der nördlichen Stadtgrenze ist ebenfalls einiges in Bewegung. Augsburgs Baureferent Gerd Merkle präsentierte den Königsbrunner Räten in der Sitzung am Dienstagabend den aktuellen Stand der Planungen zum Baugebiet Haunstetten Südwest und mögliche Auswirkungen auf die Brunnenstadt.

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Wo heute noch Felder und Wiesen liegen sollen in etwa 30 Jahren mehr als 10.000 Menschen ein Zuhause finden. Die Stadt Augsburg sammelt derzeit bei einem Architektenwettbewerb zukunftsfähige Konzepte. Zum Beispiel sollen in die Wohngebiete mit Geschoßwohnungsbau nicht-störende Betriebe integriert werden, sodass möglichst viele Menschen auch in in ihrem Stadtteil arbeiten können. Diese Vorgabe ist Teil des nächsten großen Ziels: Der Autoverkehr soll eine möglichst untergeordnete Rolle spielen. Und wer nah an seiner Wohnung arbeitet, muss nicht mit dem Auto fahren.

Leih-Fahrräder an den Mobilitäts-Knoten

Die Augsburger wollen noch weitere Maßnahmen ins Viertel integrieren, damit die künftigen Bewohner nicht auf ein eigenes Auto angewiesen sind. An sogenannten Mobilitäts-Knoten sollen die Menschen Leihfahrräder und -autos vorfinden, zudem setzt die Stadt auf ein vielseitiges Angebot im öffentlichen Nahverkehr. Wer doch ein Auto braucht, wird dafür keinen Parkplatz vor der Haustür vorfinden. Die Idee sind größere, aber dezentrale Parkhäuser.

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Darüber hinaus soll das Viertel sehr grün gestaltet werden mit Parkflächen und einem grundwassergespeisten See oder Wasserlauf. Der Wettbewerb soll im nächsten Frühjahr entschieden werden. Wenn der Gewinner feststeht, geht es in die Planungen. Die ersten Bauarbeiten könnten dann 2028 starten, sagt Merkle. Mit den Grundbesitzern laufen Gespräche über Flächentausch oder -verkauf. Sorgen bereitet den Planern eine alte Bauschutt-Deponie, die möglicherweise noch aufgelassen werden muss.

Neuer Anschluss an die B17

Die Königsbrunner wird der neue Stadtteil in vielerlei Hinsicht beeinflussen. So ist beispielsweise ein neuer Anschluss an die B17 geplant. Merkle erklärte, dass die Föllstraße dafür nicht in Betracht komme, da der neue Verkehrsknoten möglichst mittig zwischen der Inninger Straße und Königsbrunn-Nord liegen soll. Mit der neuen Anschlussstelle soll auch eine Verbindung nach Bobingen geschaffen werden, um damit die Königsbrunner Wertachstraße vom Durchgangsverkehr zu entlasten und die Augsburger Stadtteile Inningen und Bergheim. In Betracht kommt im Zuge dessen auch eine Verlängerung der Wertach-/Hunnenstraße Richtung Norden.

Weitere Umgestaltung sind noch eher Gedankenspiele: Möglich wäre laut Merkle ein Fahrradschnellweg, auf dem die Königsbrunner über Haunstetten Südwest, den Innovationspark und das Messegelände bis ins Zentrum radeln könnten. Möglich sind auch Pläne über eine Umgestaltung der alten B17. Es gibt Pläne, diese nach dem Vorbild der Friedberger Straße auf zwei Fahrspuren zu begrenzen und in der Mitte die Straßenbahnlinie 2 entlanglaufen zu lassen. Vorstöße in diese Richtung sorgen in Augsburg aber für hitzige Diskussionen: „Diese Planskizzen darf ich in Augsburg gar nicht zeigen. Aber hier traue ich mich“, scherzte Merkle.

Ideen kamen gut an

Merkle bot an, im weiteren Verlauf der Planungen eng in Kontakt mit der Nachbarstadt zu bleiben. Bei den Königsbrunner Stadträten kamen die Ideen aus Augsburg grundsätzlich gut an. Florian Kubsch (SPD) und Christian Toth (FDP/BF) nutzten ihre Wortmeldungen zu Seitenhieben auf die eigenen Planungen. Kubsch lobte, dass die Augsburger eine ganzheitliche Planung aufgestellt und dabei auch die Stärken und Schwächen des bestehenden Stadtteils Haunstetten in den Blick genommen hätten. Der Architektenwettbewerb strahle zudem eine Offenheit aus, die man sich auch für den eigenen Wettbewerb an der ehemaligen Königstherme gewünscht hätte. Toth hob das Integrierte Stadtentwicklungskonzept hervor und, dass die Stadt Augsburg aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt habe.

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