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Stadtrat II

25.07.2019

Rufbus: Ein besseres Konzept soll her

Die Fahrgastzahlen sind miserabel. Die Linie 711 wird eingestellt

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht. Mit den Rufbuslinien 711 und 709 sollten die Bürger aus den Staudengemeinden Hiltenfingen und Langerringen besser an die Stadt Schwabmünchen angebunden werden. Seit Juli 2017 laufen die beiden Linien als Test. Nun zog der Schwabmünchner Stadtrat auf der jüngsten Sitzung Bilanz – und die fiel ernüchternd aus.

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Die Idee ist prima, die Umsetzung lässt aber etwas zu wünschen übrig: Es gibt nur maximal drei Fahrten pro Tag und Linie und auch erst ab dem späteren Vormittag, zurück geht es am Nachmittag zu festgelegten Zeiten. Außerdem ist eine Anmeldung mindestens eine Stunde vor Fahrtantritt telefonisch nötig, damit der Bus überhaupt Fahrt aufnimmt. Wer früh morgens schon mit dem Rufbus nach Schwabmünchen will und abends wieder heim, hat Pech gehabt. Ein recht starres Konstrukt, das die Bürger nicht zu schätzen wissen, wie sich in den Fahrgastzahlen widerspiegelt. Zuletzt verzeichnete der Rufbus 711 (Schwabmünchen – Stauden) etwa einen Fahrgast und eine Fahrt pro Tag im Schnitt.

Der Rufbus wird zu hundert Prozent vom Landkreis Augsburg, der Stadt Schwabmünchen und den beteiligten Gemeinden bezahlt. Für eine Fortsetzung müsste der AVV im September eine Ausschreibung starten, weshalb er nun eine Finanzierungszusage der Städte und Gemeinden benötigt. Deshalb war das Thema nun überhaupt auf der Tagesordnung.

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Mickhausen, Mittelneufnach, Walkertshofen und Scherstetten haben bereits beschlossen, dass sie die Rufbuslinie 711 nicht weiterführen wollen. Die Stadt Schwabmünchen schloss sich diesem Wunsch nun an, wäre aber bereit gewesen, ihren Anteil am Rufbus weiter zu bezahlen.

Die Linie 709 Schwabmünchen –Hiltenfingen – Langerringen bleibt hingegen ein weiteres Jahr erhalten, weil es die Gemeinden so möchten. Aber auch hier liegen die Fahrgastzahlen in unterirdischen Tiefen. Seit Juli 2017 wurde ein einziger Monat mit durchschnittlich fünf Fahrgästen pro Tag verzeichnet. Ansonsten waren es ein oder zwei pro Tag.

Die Zahlen sind miserabel. „Und das obwohl wir einen erheblichen Werbeaufwand für den Rufbus betrieben haben. Das sprengt die Wirtschaftlichkeit“, sagte Bürgermeister Lorenz Müller. Er möchte sich mit den Bürgermeistern der Staudengemeinden zusammensetzen. „Wir sollten das Rufbuskonzept überdenken und ein besseres, flexibleres erarbeiten“, sagte er. Ihm sei es ein Anliegen, dass die umliegenden Gemeinden eine vernünftige Verbindung nach Schwabmünchen haben. (cako)

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