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Igling/Langerringen

21.01.2021

Singold-Gemeinden dürfen aufatmen: Besserer Hochwasserschutz kommt

Wenn bei Schwabmünchen aus dem zahmen Gewässer ein reißender Fluss wird: Die Anwohner der Singold sollen künftig besser vor Hochwasser geschützt werden. 
Bild: Reinhold Radloff

Plus Die Gemeinden an der Singold im südlichen Landkreis Augsburg freuen sich: Am Hochwasserrückkhaltebecken Holzhausen beginnen die Arbeiten.

Im Bereich des geplanten Hochwasserrückhaltebeckens Holzhausen bei Igling beginnen ab der vierten Kalenderwoche die bauvorbereitenden Maßnahmen.

Dafür wird der Bereich der zukünftigen Bauwerke gerodet, teilt das zuständige Wasserwirtschaftsamt Donauwörth mit. Die Arbeiten der Flussmeisterstelle Augsburg dauern voraussichtlich bis Ende Februar. Für die gerodeten Bäume gibt es einen Ausgleich, teilt das Amt mit: Entlang der Singold und am Standort des neuen Betriebspegels werden neue Bäume gepflanzt.

Im Sommer beginnt der Bau am Hochwasserrückkhaltebecken Holzhausen

Das Becken Holzhausen ist ein essentieller Baustein für den Hochwasserschutz der Singold-Anliegergemeinden Lamerdingen, Langerringen, Schwabmünchen, Großaitingen, Wehringen und Bobingen. Insgesamt soll das Rückhaltebecken Holzhausen nach Fertigstellung mehr als 1200 Einwohner vor einem 100-jährlichen Hochwasserereignis der Singold schützen. Der Baubeginn ist für den Sommer 2021 vorgesehen. Die Gesamtbauzeit beträgt rund zwei Jahre.

Das ist angesichts der Planung und dem Vorlauf eine kurze Zeitspanne. Denn Art und Umfang von zweckmäßigen Möglichkeiten wurden mit einer Machbarkeitsstudie bereits 2002 untersucht. Fünf Jahre später war die Entwurfsplanung fertig. Im selben Jahr wurden das sogenannte Planfeststellungsverfahren beim Landratsamt Landsberg beantragt. Durch eine etliche Klagen passiert zehn Jahre nichts - erst 2018 wurde nach einer vorgegangenen Einigung des Freistaates Bayern mit den Klägern der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig.

Rückkhaltebecken Holzhausen mit 800.000 Kubikmetern Volumen

Das Hochwasserrückhaltebecken Holzhausen soll ein Stauvolumen von etwa 800.000 Kubikmetern haben – das entspricht etwa der Größe von 320 olympischen Schwimmbecken. Es besteht aus einem Rückhaltedamm mit einem Drosselbauwerk in der Singold, mit einem Betriebsauslass und einer Hochwasserentlastung. Der Verlauf der Singold wird an dieser Stelle verlegt. Parallel zum Bahnliniendamm wird ein Absperrdamm aufgeschüttet. Entlang des Iglinger Wegs schließt der 370 Meter lange Rücklaufdamm nahtlos an den Absperrdamm an.

Rund acht Millionen Euro werden für das Projekt veranschlagt. Von den Kosten trägt der Freistaat die Hälfte. Den Rest bringen die Anliegergemeinden auf. Ihr Anteil richtet sich nach dem Umfang des Nutzens. Der ist im Oberlauf naturgemäß größer als weiter flussabwärts. In dem Kostenanteil wird der Umfang der bebauten Bereiche in dem künftig geschützten Gebiet und die Zahl der dort lebenden Menschen berücksichtigt. (mit cako)

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