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Lechfeld

20.02.2019

Teure Wegweiser für den Friedensweg Lechfeld

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4 Bilder
Die erste Station des Friedenswegs ist der "Friedensengel" - eine Bronzeskulptur der Künstlerin Gabriele Schnitzenbaumer neben der Kirche St. Martin. Sie wurde 2014 aufgestellt.
Bild: Michael Lindner

Auf dem Lechfeld gibt es am Friedensweg derzeit drei Stationen. Diese Zahl soll deutlich erhöht werden. Zur Orientierung werden teure Stelen aufgebaut.

Das Lechfeld war früher eine umkämpfte Region – Höhepunkt der kriegerischen Auseinandersetzungen war der 10. August 955 mit der Schlacht auf dem Lechfeld. Unter anderem deshalb kam vor fast sieben Jahren die Idee eines Friedenswegs auf. Dieser soll verschiedene Ausflugs- und Attraktionsstationen beinhalten und die vier Gemeinden Graben, Untermeitingen, Klosterlechfeld und Obermeitingen verbinden. Die unterschiedlichen Kunstwerke und Stationen sollen aber zugleich zum Verweilen einladen. Diese interkommunale Maßnahme nimmt nun Fahrt auf, das wurde am Montagabend bei einer gemeinsamen Gemeinderatssitzung der vier beteiligten Kommunen deutlich.

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Der Friedensobelisk in Klosterlechfeld wurde im Oktober vergangenen Jahres enthüllt.
Bild: Hieronymus Schneider (Archiv)

In den vergangenen sieben Jahren wurden erst drei Stationen verwirklicht – ein Friedensengel bei St. Martin, das Nagelkreuz von Coventry bei der Versöhnungskirche und der Friedensobelisk in Klosterlechfeld. „Wir müssen auf den bisherigen drei Stationen aufbauen und den Friedensweg ausschildern“, sagte Untermeitingens Bürgermeister Simon Schropp zu Beginn der Sitzung. Mit Zuschüssen aus der Städtebauförderung wurde vergangenes Jahr ein Wettbewerb durchgeführt; eine Fachjury wählte als Gewinner die Agentur Liquid aus Augsburg aus. Deren Geschäftsleiter Ilja Sallacz stellte den Entwurf eines einheitlichen Leitsystems nun vor.

Stelen am Friedenswegen Lechfeld dürfen nicht zu bunt sein

Die angedachten Stelen sind aus Aluminium und dadurch wetterfest und robust. Ziel sei es, einen visuellen Leitfaden für die verschiedenen Stationen zu entwickeln, der Aufmerksamkeit erregt. „Es ist ein Seiltanz, da die Stelen aus der Ferne zu sehen sein sollen. Sie dürfen aber nicht total bunt, sondern müssen auch seriös sein“, sagte Sallacz. Deshalb ist jede Stele individuell in ihrer Farbgebung und Musterung und kann so der jeweiligen Umgebung angepasst werden.

Die Stelen sind entweder 1,05 oder 1,65 Meter groß. Die Informationen zu dem jeweiligen Standort sind zwecks Lesbarkeit im oberen Bereich angebracht. Auf der Rückseite soll eine Art Briefkasten integriert werden, in welchem Flyer zum Mitnehmen mit Infos zu allen Stationen des Friedenswegs und einer Karte enthalten sind. Von einer Station zur nächsten sollen kleine Wegesteine etwaige Richtungsänderung anzeigen. Die Räte aus den vier Gemeinden bewerteten die präsentierte Stele hinsichtlich der Gestaltung überwiegend positiv. Es gab aber auch ein paar wenige Kritikpunkte.

„Briefkasten“ in den Stelen sorgt für Diskussionen

So wurde von einigen Gemeinderäten beispielsweise aus finanziellen Gründen angeregt, auf den „Briefkasten“ für die Flyer zu verzichten und diese stattdessen in den Rathäusern auszulegen. Klosterlechfelds Bürgermeister Rudolf Schneider sprach sich für einen solchen aus, da viele Menschen die Informationen vor Ort haben möchten und nicht erst zum Rathaus fahren wollen. Mehrere Gemeinderäte äußerten den Wunsch nach einer Nummerierung der Stelen zur besseren Orientierung, die man bei einer Erweiterung der Stationen einfach austauschen könnte. Auf geteiltes Echo stieß die Schreibweise des Schriftzugs „FRIEdensWEG“. 16 Stelen samt Aufbau, so viele Stationen waren zum Zeitpunkt des Wettbewerbs angedacht, kosten 92000 Euro. Etwa die Hälfte wird über Mittel der Städtebauförderung getragen.

Ilja Sallacz (links) und Thomas Würmser präsentierten den Entwurf für die Stelen des Lechfelder Friedenswegs.
Bild: Michael Lindner

Untermeitingens Bürgermeister Schropp freut sich, dass in das Thema Friedensweg nun wieder neuer Schwung reinkomme. Er sprach von „wunderschönen Baudenkmälern“ auf dem Lechfeld, die man gerne herzeigen kann. Obermeitingens Bürgermeister Erwin Losert erinnerte aber auch an die schrecklichen Zeiten in der deutschen Geschichte: „Man muss die Menschen daran erinnern, was passiert ist. Wir dürfen nicht nur über schöne Standorte nachdenken.“

Der jetzige Auftrag an Ilka Siebeneicher vom Büro Opla ist es, die Streckenführung zwischen den nun 25 statt der im ersten Konzept anvisierten elf Stationen zu optimieren und anzupassen.

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