Fußball

31.01.2018

Das ist eine schwierige Situation

Wie läuft die Restsaison des FC Königsbrunn in der Bezirksliga? Trainer Florian Egger weiß es auch noch nicht. Aber er hofft sehr, dass der Klassenerhalt geschafft wird.
Bild: Reinhold Radloff

Der FC Königsbrunn musste in der Winterpause einen Aderlass hinnehmen. Wie geht es mit ihm weiter?

Spielerwechsel reihenweise gab es bei der Kreisliga-Fußball-Mannschaft des FC Königsbrunn in der Winterpause. Was steckt dahinter?

Sieben Abgänge und vier Neuzugänge, und das in der Winterpause, das ist in Fußballerkreisen doch eher unüblich viel. Der FC Königsbrunn steckt in keiner leichten Phase. Nach dem Abstieg aus der Bezirksliga befinden sich die Brunnenstädter schon wieder in Abstiegsgefahr. Ein zweistelliger Tabellenplatz war während der gesamten Saison fast schon an der Tagesordnung. Dem Verein fehlt es einfach an Durchschlagskraft.

Weil es nicht lief, wurde der Trainer Heiko Plischke im September vergangenen Jahres nach knapp zwei Jahren entlassen, nachdem es vorher sehr häufig Trainerwechsel gegeben hatte. Plischke war schon recht bald wegen seiner menschlichen Art umstritten, musste dann auch den Abstieg aus der Bezirksliga und einen kräftigen Spieler-Aderlass hinnehmen, der auch zu Problemen in der zweiten Mannschaft führte. Sie kämpft immer noch mit Spielermangel und steht ebenfalls ganz knapp über dem Strich (Platz 12).

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Die Situation ist also derzeit recht unbefriedigend. Wolfgang Baum, der das Amt des Sportlichen Leiters übernahm, weiß, warum es dazu kam. „Die erste Mannschaft war zwiegespalten in Plischke-Anhänger und -Gegner. Wer nicht konform mit seinen Ideen ging, der kam einfach nicht dran und verließ dann auch den Verein. Andererseits haben uns jetzt fünf Spieler verlassen, die Plischke-Sympathisanten waren.“

Dazu kommen noch Felix Gräbeldinger und Alexander Hörmann, die beim TSV Haunstetten höherklassig spielen wollen. „Fabian Hampel hatte schon längere Zeit Wechselgedanken“, so Baum, der außerdem erklärt: „Das Konzept von Plischke, stark auf junge Spieler zu setzen, ging nicht auf. Das hat im Verein großen Schaden angerichtet. Warum er die Marschroute verfolgte, ist klar: Nachwuchsspieler sind vom Trainer leicht beeinflussbar. Die alten Hasen in der Mannschaft hatten ihm mehr entgegenzusetzen und kamen deshalb kaum zum Zug.“

Dass es in der Winterpause schwierig ist, an gute und passende Spieler zu kommen, weiß Baum aus Erfahrung. Daher ist er froh, den erfahrenen Abwehrspieler Matthias Hagen wieder reaktivieren zu können. Drei weitere Spieler wechselten aus unterschiedlichen Gründen zum FC. „Ich weiß, dass wir durch die Veränderungen von der Papierform her geschwächt sind. Aber wir haben trotzdem einen 18-Mann-Kader und wohl eine gesunde Mischung aus erfahrenen und hungrigen jungen Spielern. Denn wir wollen nach der Winterpause ab Februar auch fünf A-Jugendliche des älteren Jahrgangs ins Training der ersten Mannschaft integrieren.“

Baum ist froh, dass die Nachwuchsarbeit im Verein gut ist und so in Zukunft mit Spielerzuwachs für die beiden Herrenteams zu rechnen ist. Froh ist er auch darüber, dass sich nach der Entlassung von Plischke Egger gleich in die Bresche gesprungen ist.

„Wir haben ihn ins kalte Wasser geworfen und er schwimmt gut“, so Baum. Er gibt sich für den Rest der Saison optimistisch: „Das Projekt heißt Nichtabstieg, auch wenn es nicht einfach wird. Aber wir schaffen das, weil alle prima mitziehen. Die ersten Spiele nach der Pause, gleich gegen zwei Mitabstiegskandidaten, werden weichenstellend sein. Dieser Meinung ist auch Trainer Florian Egger. Er holte die Spieler aus dem Loch, in das sie nach der Entlassung Plischkes gefallen waren.“

„Es stand Spitz auf Knopf, dass die Mannschaft aufhört“, erzählt er. In der Winterpause wurde die Situation noch einmal aufgerollt und neu bewertet, und jetzt läuft es wieder in gutem Fahrwasser. „Der Kader ist ausreichend, die Qualität muss ich abwarten“, so Egger.

Am Donnerstag geht das Training los. „Wir legen zusätzlich einen Kraft-Ausdauer-Tag ein, um so fit wie möglich in die Saison zu gehen“, so der Trainer, der von einer guten Stimmung im Team spricht: „Wir haben viel geredet. Jetzt läuft alles reibungslos.“

Egger setzt alles daran, dass seine Mannschaft nichts mit dem Abstieg zu tun hat und spürt auch gute Signale von den Jungs.

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