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Fußball

23.01.2019

Boateng und Co.: Die kuriosesten Transfers der Fußball-Geschichte

Das kam überraschend: Kevin-Prince Boateng spielt künftig für den FC Barcelona.
Bild: Witters

Der Wechsel von Kevin-Prince Boateng zum FC Barcelona kam überraschend. Es gibt aber noch weitere wundersame Transfers. Von Schnee-Allergien und Zwillingen.

Kevin-Prince Boateng: Straßenkämpfer finden selten den Weg ins Literaturcafé. Dabei täte ein wenig Realitätsbezug den Intellektuellen manchmal nicht schlecht. Der FC Barcelona ist der Feingeist unter all den Kloppern im internationalen Fußball. In den vergangenen Jahren gelang es den Mourinhos der Welt immer wieder Barca in eine dunkle Ecke zu ziehen und zu vermöbeln. Die Katalanen verpflichteten zur Erhöhung der Wehrhaftigkeit bereits im Sommer den Münchner Türsteher Arturo Vidal. Fortan ist der Rüpel kein Einzelgänger mehr. Messi und Co. werden nun von zwei Leibwächtern geschützt. Grätsche um Grätsche, Ellbogencheck um Ellbogencheck.

Vahid Hashemian: Die Geschichte der bayerischen Stürmertransfers ist eine Geschichte voller Missverständnisse. Adolfo Valencia, genannt El tren, hatte die Beweglichkeit eines Güterwaggons. Mic und Mac spielten wie Hanni und Nanni (siehe weiter unten). Hashemian wiederum erhielt zu Bochumer Zeiten den Spitznamen „Hubschrauber“. Der Iraner stieg hoch, schien in der Luft zu stehen, köpfte ein. In München aber hob er nicht ab. Neun Einsätze, kein Tor. Kein Wunder bei der Konkurrenz: Santa Cruz, Zickler, Makaay, Pizarro. Er zog nach nur einem Jahr weiter nach Hannover. Auch dort blieb der Hubschrauber meist am Boden.

Der iranische Stürmer Vahid Hashemian spielte unter anderem für Bayern München.
Bild: Matthias Schrader dpa

Der 1. FC Köln verpflichtete den untalentierten Zwillingsbruder

Srdjan Cebinac: Leidlich talentierter Offensivspieler. Hatte aber pünktlich zum Probetraining beim 1. FC Köln den besten Tag seines Lebens. Zufälle gibt’s! Vielleicht war es aber auch nur Zwillingsbruder Zvezdan, der aufzauberte. Diese Geschichte hält sich seit über 50 Jahren. In seinen drei Pflichtspielen für Köln hatte Srdjan jedenfalls am meisten damit zu kämpfen, bloß nicht negativ aufzufallen. Bruder Zvezdan wiederum war eine der Säulen bei der Nürnberger Meisterschaft 1968. Srdjan zog weiter nach Holland und Österreich. Regelmäßig gespielt aber hat er nirgendwo.

Thomas Gravesen: Selbst ernannte „Humörbömbe“. Kickte recht gefällig für den HSV in der Bundesliga. Dass er aber später in seiner Karriere den Weg von Everton zu Real Madrid fand, überraschte dann doch. Erdete die Galaktischen um Roberto Carlos, David Beckham, Raul und Ronaldo (dem Brasilianer). Erfolg: kein Titel. Musste den Verein verlassen, nachdem er Robinho im Training wegfräste. Lebt mittlerweile in Las Vegas, hat dank guter Investitionen rund 100 Millionen Dollar auf der hohen Kante und ist mit einem Model liiert. Hat jedenfalls nicht allzu viel falsch gemacht in seinem Leben.

Henri Françillon: Dass sich Haiti 1974 für die Weltmeisterschaft qualifiziert hatte, war eine Sensation. Die Haitianer verloren dann zwar jedes Gruppenspiel, aber dennoch ist ihr starker Keeper Henri Francillon dem damaligen Bundesligisten TSV 1860 München ins Auge gestochen. Auch Trainer Max Merkel wollte den „schwarzen Panther“. Das Gastspiel des Mittelamerikaners dauerte fast zwei Jahre, aber Francillon absolvierte nur sechs Spiele. Angeblich hatte er Angst, als er zum ersten Mal Schnee sah. Am Ende klagte der Schlussmann über einen Rechtsanwalt gegen den Verein und bekam 20 000 Mark Abfindung. 1999 gab es das Gerücht, dass Francillon bei Unruhen auf Haiti erschossen wurde. Doch der gab dann im Jahr 2010 noch quietschfidel ein Interview.

Pelé wollte zu Bayern, unterschrieb aber bei 1860 München

Abédi Pelé: Wieder 1860. Dabei erlag der Ghanaer einem Irrtum. Als ihm sein Berater ein Angebot aus München unterbreitete, war Pelé geehrt, dass der große FCB ihn verpflichten wollte. Dass es zwei Bundesligaklubs in München gab, wusste er nicht. Schließlich unterschrieb er dann doch für zwei Jahre bei den „Blauen.“ Na ja, ob Bayern oder 1860 – Hauptsache München.

Wollte zum FC Bayern - spielte für den TSV 1860 München: Abedi Pelé
Bild: Td

Zézé: Ein Jahr vor Cebinac verpflichteten die Kölner den Brasilianer Zézé. Südamerikaner gab es damals in der Bundesliga so oft wie Nonnen auf der Herbertstraße. 150 000 Mark kostete  die Investition. Sie lohnte sich nicht. Fünf Einsätze und ein Tor später verließ Zézé Köln wieder. Er konnte ein ärztliches Attest vorlegen. Diagnose: Schnee-Allergie

Karl Del’Haye: „Calle“, wie ihn alle nannten, war bei Borussia Mönchengladbach eine Rakete. Am Bökelberg war er einer der schnellsten und torgefährlichsten Stürmer. Das ärgerte die Bayern. Sie konnten Del’Haye zwar nicht brauchen, verpflichteten ihn aber trotzdem, um – wie man vermutete – Gladbach zu schwächen. „Calle“ wurde ausgebremst und brachte es in fünf FCB-Jahren auf sieben Einsätze.

Radmilo Mihajlovic: Mitglied des legendären Sturm-Duos Mic und Mac in München. Mihajlovic traf noch schlechter als sein ebenfalls nur mäßig erfolgreicher Partner Alan McInally. Warum der FC Schalke den Jugoslawen trotzdem verpflichten wollte? Verrückte 90er Jahre! Sonnenkönig Günter Eichberg legte fünf Millionen Mark für Mic hin. Gekostet hatte der Chancentod die Münchner nur zwei Millionen. Rentiert hat sich die Ausgabe nicht. Zwei Jahre später verließ der Stürmer Schalke in Richtung Frankfurt. Eine Ablöse bekamen sie in Gelsenkirchen nicht mehr für Mic.

Traf wenig, kostete viel: Radmilo Mihajlovic
Bild: Kr

Ein Nationaltorhüter mit leichtem Übergewicht für den FCA

Benno Larsen: Da staunte der „Augschburger.“ Ein dänischer Nationaltorwart für den FCA. Als Larsen 1976 zum Zweitligisten kam, wirkte er jedoch leicht übergewichtig. Und so richtig Lust schien Larsen auch nicht zu haben. Der FCA hatte damals unter Max Merkel schon ein bisschen Geld auf der Seite und der Däne verdiente etliches davon. Es gab Gerüchte, dass Larsen dem zweiten Torwart Albert Zettler gern den Vortritt mit den Worten: „Spiel du, ich brauche das Geld nicht so dringend“, ließ.

Pablo Insua: Eher eine tragische Geschichte. Mit viel Hoffnungen holte Schalke für 3,5 Millionen Euro den Innenverteidiger 2017 aus Spanien. Doch kaum war er da, zog er sich eine Rippenfellentzündung zu, die sich zu einer Herzbeutelentzündung verschlimmerte. Insua kam nur auf einen Einsatz. Er wurde jetzt ausgeliehen zum spanischen Erstliga-Aufsteiger SD Huesca.

Aleksandr Hleb: Steht stellvertretend für die Zeit, als Trainer Felix Magath beim VfL Wolfsburg und später beim FC Schalke 04 unter Vertrag stand und ihn ein wahrer Kaufrausch überkam. In diesen fünf Jahren holte der Trainer sage und schreibe 113 Spieler. Hleb war einer davon. In Wolfsburg durfte er immerhin viermal spielen. Das schafften nicht alle Spieler, die Magath verpflichtet hat.

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