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Basketball
28.06.2020

Nach zwölf Jahren: Alba Berlin feiert den ersehnten neunten Titel

So sehen Sieger aus: Alba Berlin ist Geister-Meister. Den Titel errang der Klub im Münchner Audi-Dome.
Foto: Christof Stache, dpa

Alba Berlin kehrt auf den Basketball-Thron zurück. Im Finale des außergewöhnlichen Turniers in Corona-Zeiten lässt der Hauptstadtclub Ludwigsburg keine Chance.

In souveräner Manier hat Alba Berlin beim außergewöhnlichen Finalturnier der Basketball-Bundesliga triumphiert und seine ersehnte neunte Meisterschaft gewonnen. Der Hauptstadtclub setzte sich am Sonntag in München mit 75:74 (42:35) auch im zweiten Endspiel gegen die MHP Riesen Ludwigsburg durch und holte erstmals seit 2008 wieder den Titel. Bereits das Final-Hinspiel hatte Alba mit 88:65 für sich entschieden und löste den früh gescheiterten Titelverteidiger und Gastgeber FC Bayern ab. 

Beste Alba-Werfer im weitgehend zuschauerleeren Audi Dome waren Niels Giffey und Martin Hermannsson mit jeweils 14 Punkten. Damit blieb das Pokalsieger-Team von Trainer Aito Garcia Reneses auch in seinem zehnten Spiel des Turniers zu Corona-Zeiten ungeschlagen und feierte zum ersten Mal seit 17 Jahren das Double. Außenseiter Ludwigsburg musste erneut auf seinen am Fuß verletzten Leistungsträger Marcos Knight verzichten und war bei seiner ersten Finalteilnahme klar unterlegen.

Auch Gegner Ludwigsburg gratuliert dem "würdigen Meister" Alba Berlin

"Alba ist ein würdiger Meister. Sie haben generell eine starke Saison gespielt, schon den Pokal geholt. Alba war klar das beste Team im Turnier", sagte BBL-Chef Stefan Holz und gratulierte auch dem Finalgegner. "Ludwigsburg war mehr als ein Geheimtipp und hat eine tolle Saison gespielt, vielleicht die beste ihre Geschichte." 

Wie schon beim Pokal-Triumph vor gut vier Monaten konnte Alba sein Finaltrauma überwinden. In den vergangenen beiden Saisons waren die Berliner jeweils an den Münchnern gescheitert, hatten unter Aito insgesamt fünf Titelchancen in Endspielen vergeben.

"Wir waren in 30 Jahren von Alba wettbewerbsübergreifend 34-mal in Finalspielen - das zeigt unseren Anspruch, das zeigt, wie wir uns immer wieder neu erfunden haben. Aber klar, das Salz in der Suppe sind die Titel", sagte Geschäftsführer Marco Baldi bei Magentasport. "Es ist eine totale Freude, einen Titel zu gewinnen. Die Entwicklung von Alba Berlin wird das aber nicht dramatisch beeinflussen."

Beim Kampf um den Rebound schenkten sich die MHP Riesen Ludwigsburg und Alba Berlin nichts.
Foto: Christof Stache/AFP-Pool/dpa

So ist beispielsweise offen, ob der 73 Jahre alte Aito womöglich doch noch eine Saison in Berlin dranhängt. Leistungsträger wie Peyton Siva und Luke Sikma besitzen noch einen Vertrag über den Sommer hinaus, der Verbleib des starken Isländers Martin Hermannsson ist hingegen ungeklärt.

Alba Berlin dominierte das Spiel von Beginn an

Zwei Tage nach dem deutlichen Hinspielsieg ließ Alba von Beginn an keine Zweifel am Titelgewinn. Sikma zeigte einen Rückwärts-Traumpass über seinen Kopf auf Center Landry Nnoko. Zwar lag Ludwigsburg früh mit 9:5 vorne, mit zwei getroffenen Distanzwürfen drehte Berlins Schwede Markus Eriksson aber die Partie. Alba war treffsicher von der Dreipunkte-Linie und spielte seine Erfahrung aus. Bei 15 Punkten Vorsprung gegen Ende des dritten Viertels schien die Partie entschieden, Ludwigsburg kämpfte sich aber nochmal heran. Bei den Riesen durften sich wieder mehrere deutsche Youngster beweisen, darunter auch die Trainersöhne Johannes und Jacob Patrick. 

Für die Endspiel-Teilnehmer endete am Finaltag auch nach mehr als drei Wochen die Zeit im gemeinsamen Quarantäne-Hotel. "Es hätte nicht besser laufen können", resümierte Ligachef Holz das Turnier. Spätestens Mitte Oktober soll die nächste Saison beginnen - die Liga hofft dann wieder auf Zuschauer in den Arenen. (dpa)

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