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Augsburger Panther

10.03.2019

Duanne Moeser: "Werden ein neues Kapitel aufschlagen"

Er ist Mister AEV: Duanne Moeser ist der Rekordspieler des Teams in der DEL.
Bild: Ulrich Wagner

Plus Der Sportmanager des AEV spricht über seine größten Play-off-Erlebnisse, den Viertelfinal-Gegner Düsseldorf und die Führungsspieler der Augsburger Panther.

Als Stürmer haben Sie einige K-.o.-Runden gespielt. Was waren ihre größten Momente in den Play-offs?

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Duanne Moeser: Ich kann mich gut an die Serie 1996 erinnern. Damals wurde noch ein Achtelfinale ausgetragen und wir haben als Dreizehnter den großen Favoriten Schwenningen als Fünften mit 3:1 Siegen rausgeworfen. Das hat hohe Wellen geschlagen. Im Viertelfinale hat sich Köln mit 3:0 glatt durchgesetzt. Auch meine letzten Spiele im Panther-Trikot in den Play-offs 2005 gegen die Eisbären Berlin waren etwas Besonderes.

Es waren meine letzten Einsätze als Profi, ich habe noch einmal getroffen. Das waren bewegende Momente, die ich nie vergessen werde. Einerseits war ich froh, dass es vorbei war, weil es viel Rummel um meine Person gegeben hat. Außerdem habe ich die letzten fünf Spiele mit angebrochenen Rippen gespielt. Bis sieben Tage vor meinem 42. Geburtstag habe ich Profi-Eishockey gespielt, das hat gereicht.

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Welche Serien sind schmerzhaft in Erinnerung geblieben?

Moeser: Das Finale 1999 war tragisch, da hätten wir mehr verdient gehabt. Wir hatten als Achter den Tabellenführer Nürnberg am Rand einer Niederlage. Im fünften und entscheidenden Spiel stand es im letzten Drittel unentschieden. Unser Torjäger Pierre Rioux trifft nur den Pfosten und in den letzten zwei Minuten erhält André Faust wegen Halten des Schlägers, einem Allerweltsfoul, zwei Minuten von Schiedsrichter Slapke. Wir haben uns verschaukelt gefühlt, denn wir hatten das bittere Aus nicht verdient gehabt.

Lang ist's her: Duanne Moeser als Spieler der Augsburger Panther.
Bild: AZ

Mit dem Viertelfinal-Gegner Düsseldorf haben sich die Panther in der Hauptrunde sehr schwer getan. In vier Spielen setzte es vier Niederlagen. Liegt die DEG dem AEV nicht?

Moeser: Es ist an der Zeit, dass wir in den Play-offs ein neues Kapitel mit der DEG aufschlagen. Wir schauen nicht zurück. Unsere Trainer Stewart und Tuomie haben das Videomaterial aus allen vier Spielen ausgewertet und werden die Spieler auf ihre Aufgaben vorbereiten. Auch wenn wir nur einen von zwölf Punkten geholt haben, so haben wir in allen vier Duellen mit Düsseldorf nicht schlecht ausgesehen.

Am Dienstag treffen die Augsburger Panther beim ersten Spiel der "Best of Seven"-Serie auf die Düsseldorfer EG. Sportredakteur Milan Sako schätzt die Situation vor dem ersten Play-Off-Spiel ein. Sein Fazit: Der AEV wird gewinnen.

Haben Sie ins Eis des Curt-Frenzel-Stadions einen Glücks-Cent eingelassen oder haben sie einen anderen Talisman?

Moeser: Nein, das hilft nicht. Als Spieler hatte ich meine komischen Dinge, aber jetzt konzentriere ich mich ganz auf meine Aufgaben rund um das Team.

Sie waren Profi, dann Co-Trainer und Sportmanager, was ist besser?

Moeser: Als Spieler hast du das beste Leben, heutzutage ist es noch besser, weil die Trainingsmöglichkeiten viel breiter sind, als zu meiner Zeit. Heute haben die Jungs Fitness- und Mental-Coaches und noch einen Ernährungsberater. Außerdem haben sie auch heute noch genügend Freizeit. Der Spieler, der sagt, dass er aufhört, um mehr Zeit für die Familie zu haben, lügt. Außer er hat genügend Geld während seiner Karriere verdient, um die Füße komplett hochlegen zu können. Ich hatte das Glück, dass ich im gleichen Verein auf einen neuen Posten wechseln konnte.

Lange Zeit ein erfolgreiches Duo: Duanne Moeser und Larry Mitchell (von links).
Bild: Siegfried Kerpf

Wenige Jahre nach ihrem Karriereende folgte mit der Vizemeisterschaft 2010 der größte Erfolg in der Vereinsgeschichte. Hatte sich die Mannschaft von Anfang an den Titel als Ziel gesetzt?

Moeser: Wir sind am Ende der Punktrunde richtig heißgelaufen und haben fast alle Spiele gewonnen. Wir haben uns nicht den Titel von Anfang an als Ziel gesetzt, es ist Schritt für Schritt vorwärtsgegangen. Und zwar sehr weit. Am Ende standen wir als Vize auf dem Rathausbalkon. Das werde ich nie vergessen.

Panther
27 Bilder
Das ist das Team der Augsburger Panther für die Saison 2019/20
Bild: Ulrich Wagner

"Christoph Ullmanns Erfahrung ist Gold wert"

Wer sind die Führungsspieler in der aktuellen Mannschaft?

Moeser: Kapitän Steffen Tölzer und Brady Lamb. Scott Valentine ist zu einem Leader geworden, aber auch der Neuzugang Henry Haase zählt dazu. Als wichtiges Puzzleteil ist Christoph Ullmann dazugekommen. Die Erfahrung aus seiner langen Karriere ist gerade in so einer heißen Phase wie den Play-offs Gold wert. Er ist ein ganz wichtiger Baustein, denn wir haben nicht viele Spieler in der Kabine, die laut werden.

Zählen Stars wie Spielmacher Drew LeBlanc und Torjäger Matt White nicht zu den Leadern in der Umkleide?

Moeser: Es gibt Spieler, die zeigen mit ihrer Leistung draußen auf dem Eis den Weg auf. LeBlanc zum Beispiel legt nach dem offiziellen Training noch Extraschichten ein. Er trainiert Bullys, übt Schüsse und gewisse Bewegungen auf dem Eis. Damit zeigt er indirekt den anderen: Wenn du besser sein willst als ich, dann musst du noch mehr machen. Das heizt den Konkurrenzkampf untereinander an. So übernehmen die beiden auf eine andere Art ihre Führungsrolle in der Mannschaft, man muss dazu in der Kabine nicht viel reden.

In den Play-offs kommt neben den vier Schiedsrichtern neu der Serien-Manager hinzu. Was ist seine Aufgabe?

Moeser: Er ist der Verbindungsmann zwischen den beiden Trainerteams und den Schiedsrichtern. Damit will die DEL den Teams die Möglichkeit geben, etwas Druck nach dem Spiel abzulassen, aber eben nicht direkt in Richtung Schiedsrichter. Der Serien-Manager ist auch ein Botschafter zwischen beiden Mannschaften. Wenn Klub A mit irgendetwas in der Halle oder mit dem Eis nicht zufrieden ist, dann soll der zusätzliche Manager hier vermitteln.

Die Macher bei den Panthern: Duanne Moeser und Trainer Mike Stewart.
Bild: Ulrich Wagner

Nach den Spielen wirkt Trainer Mike Stewart extrem emotional, Sie dagegen sind die Ruhe selbst. Ist die Rollenverteilung gewollt?

Moeser: Nein, das ergibt sich so. Bei Trainer Stewart ist der Adrenalinspiegel sehr hoch. In mir drin kann es auch brodeln, aber ich versuche ruhig zu bleiben. Auch weil ich nach dem Spiel einige Aufgaben mit den DEL-Offiziellen erledigen muss und da gilt es einen kühlen Kopf zu bewahren.

In Heimspielen verfolgen Sie das letzte Drittel meist ganz unten neben der Eisfläche und dem Eingang zur Kabine. Brauchen sie da ihre Ruhe?

Moeser: Ja, da kann ich keine schlauen Kommentare gebrauchen. Zu Spielbeginn und in den Pausen kümmere ich mich auch um unsere Werbepartner im VIP-Raum, aber das Finale eines Matches verfolge ich am liebsten alleine da unten.

Waren Sie als Spieler nervöser vor den Play-offs, als jetzt in Ihrer Aufgabe des Sportmanagers?

Moeser: Die Anspannung ist da, aber ich bin lange nicht mehr so nervös wie zu meiner Spielerzeit. Ich kann jetzt wenig Einfluss auf das Spiel nehmen, deshalb wäre es für mich verlorene Energie. Es bringt nichts, wenn ich Unruhe in den Laden bringe. Egal wie es läuft, ich versuche positiv und ruhig zu bleiben – das hilft der Mannschaft in jedem Fall.

"Es würde mich nicht überraschen, wenn es eine lange Serie wird"

Das Curt-Frenzel-Stadion war in dieser Saison bereits in zehn von 26 Spielen ausverkauft. Jetzt kommt noch einige Male ein proppevolles Stadion hinzu. Liegt das nur am dritten Tabellenplatz der Panther?

Moeser: Ich denke, wir haben unseren Fans viel geboten. Die Spiele waren fast immer spannend, auch wenn wir mal zu Hause verloren haben. Die Fans wollen die Mannschaft kämpfen sehen, auch das zählt.

Wie geht das Viertelfinale aus?

Moeser: Düsseldorf ist im Tor gut besetzt, sie haben eine gute Mischung aus Jung und Alt. Auch ihr Trainerstab mit Harold Kreis an der Spitze macht gute Arbeit. Aber wir müssen uns vor Düsseldorf nicht fürchten. Wir müssen nur ein Tor mehr schießen als sie. Und das können wir, die Fähigkeiten stecken in unserer Mannschaft drin. Wer hungriger ist, gewinnt. Es würde mich nicht überraschen, wenn es eine lange Serie wird.

Also 4:3 für Augsburg?

Moeser: Das würde reichen.

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