1. Startseite
  2. Sport
  3. Eishockey
  4. ERC Ingolstadt
  5. Ville Koistinen: Ein Abgang als „Upgrade“?

ERC Ingolstadt

16.01.2020

Ville Koistinen: Ein Abgang als „Upgrade“?

Stand für den ERC Ingolstadt am vergangenen Sonntag beim 3:2-Sieg gegen Düsseldorf, zu dem er auch noch einen Treffer beisteuerte, zum letzten Mal auf dem Eis: Verteidiger Ville Koistinen.
Bild: Johannes Traub

Plus Nach der Vertragsauflösung Ville Koistinens hat der ERC Ingolstadt mit Steven Seigo einen neuen Verteidiger verpflichtet. Am Freitag in Berlin ist der Kanadier aber noch nicht dabei

Als sich die Ingolstädter Panther am Donnerstagmittag mit dem Mannschaftsbus in Richtung Berlin aufmachten, wo es am Freitag (19.30 Uhr) gegen die heimischen Eisbären geht, blieb ein Platz unbesetzt – der von Ville Koistinen! An diesen Anblick werden sich seine Teamkollegen in Zukunft allerdings gewöhnen müssen. Denn der noch bis zum Saisonende laufende Vertrag des 37-jährigen Finnen wurde – so zumindest in der offiziellen Pressemitteilung des ERC Ingolstadt am Mittwochnachmittag (wir berichteten) – in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Wie Sportdirektor Larry Mitchell gegenüber der Neuburger Rundschau bestätigte, habe der Verein deshalb „auch keine Abfindung“ an den Verteidiger gezahlt. „Hätten wir kurzfristig keinen geeigneten Ersatz in der Hinterhand gehabt beziehungsweise Ville nicht sofort einen neuen Verein gefunden, wäre das Ganze in dieser Art und Weise nicht zustande gekommen“, so Mitchell weiter.

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Weiterlesen mit dem Plus+ Paket

  • Zugriff auf mehr als 200 neue Plus+Artikel pro Woche
  • Zugang zu lokalen Inhalten, die älter als 30 Tage sind
  • Artikel kommentieren und Newsletter verwalten
  • Jederzeit monatlich kündbar
Jetzt für nur 0,99 € testen

Dass dieser kurzfristige Abgang freilich mehr den Panther-Verantwortlichen als Koistinen selbst, der – wie im Laufe des Mittwochs von zahlreichen tschechischen Medien bereits vermeldet – zum Spitzenklub Sparta Prag wechselt, in die Karten spielt, ist indes mehr als ein offenes Geheimnis. „Als Ville im Januar 2018 nach Ingolstadt gewechselt ist, war er bis zum Saisonende wahrscheinlich der beste Spieler der Liga“, sagt ERCI-Headcoach Doug Shedden. Als Belohnung wurde der 103-fache NHL-Akteur (zurecht) mit einem hochdotierten Zwei-Jahres-Vertrag ausgestattet, mit dem er zum bestbezahlten Akteur der Panther aufstieg. Doch schon in der Folge-Saison konnte Koistinen nicht mehr an seine überragenden Leistungen anknüpfen. Bereits nach Beendigung der Spielzeit 2018/2019 gab es erste Gerüchte, wonach der Finne, dem abseits der Eisfläche des Öfteren ein durchaus ausschweifender Lebensstil nachgesagt wurde, trotz eines laufenden Vertrages nicht mehr nach Ingolstadt zurückkehren würde.

Preis-/Leistungsverhältnis stimmt nicht

Doch Koistinen zeigte sich kämpferisch. Trotz der frühzeitigen Ankündigung im Fachmagazin Eishockey NEWS, wonach er nach dieser Saison in seine finnische Heimat zurückkehren werde, wollte er es in seinem letzten Panther-Jahr nochmals allen Kritikern beweisen. Doch auch diesmal sollte das „Preis-/Leistungsverhältnis“ – sicherlich auch durch zwei Verletzungen bedingt – nicht stimmen. „Nach seiner Vertragsverlängerung hatten wir uns von Ville natürlich wesentlich mehr erhofft. Wie die vergangenen eineinhalb Jahre verlaufen sind, war letztendlich schon eine große Enttäuschung“, meinte Shedden. Auch eine weitere Aussage des Panther-Trainers lässt tief blicken: „Es gibt gewisse Standards, an die sich sowohl der Verein als auch Spieler halten müssen. Wenn das nicht mehr der Fall ist, ist es oftmals besser, einen Schlussstrich zu ziehen.“ Auch wenn Koistinen zuletzt wieder auf dem Eis stand und auch bei seinem letzten Einsatz im ERCI-Trikot gegen die Düsseldorfer EG (3:2) einen Treffer erzielte, lässt sich der sportliche Stellenwert des Verteidigers auch daran messen, dass er mehrfach in dieser Spielzeit als überzähliger ausländischer Akteur auf der Tribüne Platz nehmen musste.

Ville Koistinen: Ein Abgang als „Upgrade“?

ERC Ingolstadt kann nochmals tätig werden

Mit dem Abgang Koistinens und dem damit freigewordenen Gehalt bot sich den ERCI-Verantwortlichen damit die Gelegenheit, nochmals in dem Bereich tätig zu werden, in dem die Panther ohnehin am meisten der Schuh drückt: In der Verteidigung! So präsentierten sie bereits einen Tag nach der Bekanntgabe von der Vertragsauflösung Koistinens mit Steven Seigo vom finnischen Erstligisten Vaasan Sport einen Nachfolger. Dort kam der 29-jährige Kanadier in 20 Partien auf drei Tore und sieben Assists bei einer Plus-/Minus-Bilanz von „-15“. Ein Jahr zuvor agierte Seigo noch in der DEL für die Straubing Tigers (51 Spiele, fünf Tore, 13 Assists). „Steven ist ein offensiv ausgerichteter Verteidiger, der unter anderem im Powerplay seine Stärken hat“, erklärt Mitchell und ergänzt: „Die Tatsache, dass er darüber hinaus ein Rechtsschütze ist, ist ein zusätzlicher Pluspunkt und wird vor allem unseren Co-Trainer Tim Regan (ist für die Verteidiger und das Powerplay zuständig, Anm. d. Red.) freuen.“ Beim Gastspiel am Freitag in Berlin wird Seigo allerdings noch nicht zum Einsatz kommen, da er erst am Vormittag in Ingolstadt eintreffen wird.

Petr Taticek lächelt Gerüchte weg

Einen weiteren kurzfristigen Abgang wird es bei den Panthern indes aber wohl nicht geben. Etwaigen Gerüchten, wonach er vor dem Absprung zum Zweitligisten Landshut stehe, begegnete Stürmer Petr Taticek am Donnerstag mit einem ungläubigen lauten Lachen: „Davon weiß ich gar nichts. Das stimmt nicht“, so Taticek.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren