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FC Augsburg

24.04.2019

Daniel Baier erlebt seine schwierigste Saison beim FCA

Daniel Baier spielt seit zehn Jahren beim FC Augsburg und hat viel erlebt. Aber diese Saison war besonders schwierig, sagt er.
Bild: Ulrich Wagner

So viel Unruhe wie in diesem Jahr gab es beim FC Augsburg noch nie, sagt Daniel Baier. Am Freitag will der Kapitän gegen Leverkusen den Nichtabstieg sichern.

Als sich Daniel Baier kurz vor der Medienrunde im Fan-Shop des FC Augsburg auf einem der Fernseher noch einmal die Bilder-Show vom 6:0 gegen den VfB Stuttgart anschaute, da huschte über das Gesicht des FCA-Kapitäns kurz ein etwas ungläubiges Lächeln.

So als könnte er kaum glauben, dass diese historische Aufführung am Karsamstag in der WWK-Arena wirklich stattfand. Es war der höchste Sieg des FCA in seiner achtjährigen Bundesligahistorie und was noch viel wichtiger ist: Damit hatte man den direkten Verfolger im Abstiegskampf mit einer Galavorstellung in alle Einzelteile zerlegt.

Der Klassenerhalt ist dem FC Augsburg so gut wie sicher

Vier Spieltage vor Saisonende ist man um zehn Punkte und 31 (!) Tore besser als der Drittletzte. Der Klassenerhalt ist damit so gut wie gesichert. Doch Baier hat in dieser Saison schon zu viel erlebt, um dem Braten zu trauen. „Es war ein Ausnahmespiel, wir haben uns eine super Ausgangslage geschaffen, wir können viel Selbstvertrauen mitnehmen, aber am Freitagabend wartet ein anderer Gegner auf uns.“

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Bayer Leverkusen gastiert dann um 20.30 Uhr in der WWK-Arena. Das Werksteam kämpft noch um einen Platz in der Europa- , vielleicht sogar in der Champions League. Für Baier ist das ein „Matchball-Spiel“. Soll heißen, mit einem Sieg hätte der FCA am viertletzten Spieltag das neunte Jahr in der Bundesliga gesichert, ohne zu warten, was die Konkurrenten machen.

Hätte irgendjemand diese Ausgangslage Baier vor nicht einmal drei Wochen nach der 0:4-Heimniederlage gegen die TSG 1899 Hoffenheim prophezeit, Baier hätte wohl einen Lachanfall bekommen. Wobei ihm nach der desolaten Vorstellung seiner eigenen Mannschaft sicher nicht nach Witzen war. Es herrschte sportliche Weltuntergangsstimmung in Augsburg, drei Tage später war Trainer Manuel Baum und Co-Trainer Jens Lehmann weg und mit Martin Schmidt ein neuer Trainer da.

Und der Schweizer schaffte es, nach seiner 14-monatigen selbst gewählten Bundesliga-Auszeit (er war in Wolfsburg selbst zurückgetreten), innerhalb weniger Tage die FCA-Spieler wieder mit Selbstvertrauen vollzupumpen. Der Effekt: 3:1 in Frankfurt, 6:0 gegen den VfB.

Daniel Baier und seine Kollegen können nach zwei Siegen wieder lachen. Warum dazu ein Trainer-Wechsel nötig war, kann der Kapitän auch nicht genau erklären. Auf jeden Fall hat Martin Schmidt die richtigen Worte gefunden.
Bild: Ulrich Wagner

FCA-Kapitän Baier ist vom neuen Trainer Martin Schmidt begeistert

Warum dazu ein Trainerwechsel nötig war? Baier, 34, weiß es selbst nicht so genau: „Es ist ein Phänomen, wenn ein Trainerwechsel kommt, ist sofort ein anderer Spirit drin. Jeder Spieler motiviert sich neu, was eigentlich nicht sein sollte.“ Für Baier war aber wohl die erste Ansprache von Schmidt das Schlüsselerlebnis: „Die hat direkt gesessen. Er ist gar nicht auf diesen Abstiegskampf oder das 0:4 gegen Hoffenheim eingegangen. Er hat den Fokus nur darauf gelegt, wie gewinnen wir in Frankfurt, wie schießen wir da Tore. Diese positive Einstellung, diese Lust Fußball spielen zu lassen, hat er vom ersten Tag an vermittelt und versucht Spaß in unsere Köpfe zu bekommen.

Seinem Vorgänger Manuel Baum war dies nicht mehr möglich. Wahrscheinlich hat sich der ausgewiesene Taktik-Experte und studierte Pädagoge Baum zu sehr in den Verästelungen des nächsten Spiels vergraben, um den Weg aus der Krise zu finden. Dabei hat er wohl die Mannschaft verloren. Schmidt hatte aber einfach auch ein wenig Spielglück. Baier drückt es so aus: „Mit den Siegen macht es mega Spaß. Der Druck ist runter gegangen, der Kopf hoch. Das ist in so einer Situation extrem wichtig.“

Baier ist nun zehn Jahre beim FCA, absolvierte 247 Bundesligaspiele für den Verein, ist Kapitän, hat alle Auf und Ab’s mitgemacht, doch so gekriselt habe es noch nie: „Wir waren in dieser Saison noch nie auf einem Abstiegsplatz. Es gab bei uns sportlich gesehen schon viel schlechtere Situationen. Aber es gab noch nie so viel Unruhe außerhalb des Platzes. Medial, aber auch von den Fans, die uns immer unterstützen. Aber du hast nach manchen Spielen richtige Enttäuschung und Aggression gesehen, die es so noch nie gab. Ich finde, es war von der Stimmung her insgesamt die schwerste Situation.“

Darum will Baier so schnell wie möglich einen Schlussstrich darunter ziehen. Am liebsten am Freitag: „Wir haben jetzt vier Matchbälle. Wir wollen gleich den ersten verwandeln.“

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