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FC Augsburg

05.09.2017

Das ist der Fanbeauftragte des FCA

Markus Wiesmeier ist Fanbeauftragter beim FC Augsburg. Er sagt: „Ich denke, dass ich einen guten Draht zu den Fans habe.“
Bild: Ulrich Wagner

Seit April ist Markus Wiesmeier beim FC Augsburg als Fanbeauftragter angestellt. Welche Herausforderungen der Job mit sich bringt und wie er den Umgang mit den Ultras sieht.

Markus Wiesmeier sieht nicht so aus, als würde ihn schnell etwas aus der Ruhe bringen. Der 30-Jährige wirkt sachlich, moderat und unaufgeregt. Das ist wichtig in seinem Job. Schließlich gibt es in der Fußballszene momentan viel Zündstoff zwischen Vereinen, Verbänden und der Anhängerschar. Da gilt es für Wiesmeier, den neuen Fanbeauftragten des Bundesligisten FC Augsburg, kühlen Kopf zu bewahren.

Am 1. April dieses Jahres hat Wiesmeier seinen Vorgänger Martin Schmeißer abgelöst. Wiesmeier gibt zu, dass es keine einfache Entscheidung war, seinen bisherigen Arbeitsplatz aufzugeben und hauptberuflich für den FCA als Fanbeauftragter zu arbeiten. „Ich musste mir das schon gut überlegen und habe mit sehr vielen vertrauten Personen gesprochen“, erzählt Wiesmeier. Bei den Lechwerken war er Projektleiter, hatte einen sicheren Arbeitsplatz. Nebenbei fungiert er ehrenamtlich als Fanbeauftragter der U23.

Wie wichtig Wiesmeiers Job dieser Tage ist, verdeutlicht der Ärger der Fans. Sie protestieren gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB), kritisieren unterschiedliche Anstoßzeiten, die Zerstückelung des Spieltags oder, dass der Fußball immer mehr zu einem Event wird. Wiesmeier kennt die Sorgen und Nöte. Als Fanbeauftragter des Vereins nimmt er eine Vermittlerrolle ein. „Es besteht Gesprächsbedarf“, betont er.

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"Verhältnis zwischen Verein und Ultras sehr gut"

Im Dezember dieses Jahres findet eine „englische Woche“ statt. Dabei muss der FCA an einem Dienstag oder Mittwoch auf Schalke antreten. Tritt ein Verein an einem Wochentag auswärts an, sollten Fans eigentlich nicht weiter als 300 Kilometer anreisen müssen. „Leider ist das keine fest verankerte Regel“, erklärt Wiesmeier. Als der FCA vor einigen Wochen an einem Sonntagabend im DFB-Pokal beim 1. FC Magdeburg antrat, empfanden mitreisende Fans dies daher „als Sauerei“.

Aufgrund der Konflikte, die die Szene beherrschen, wollen der DFB und sein Präsident Reinhard Grindel mit den Fans in den Dialog treten. „In Augsburg ist das Verhältnis zwischen Ultras und Verein im Vergleich sehr gut und der Dialog funktioniert, aber ich finde es gut, dass ein bundesweiter Dialog beginnen soll und hoffe, dass es ein richtiger, konstruktiver Dialog auf Augenhöhe wird“, meint Wiesmeier.

Medien und der DFB machen Teile der aktiven Fanszene für Randale im Stadion verantwortlich. Wiesmeier schüttelt den Kopf. „Ich finde das gegenüber den Ultras ungerecht. Man darf da nicht alle über einen Kamm scheren.“ Wiesmeier setzt sich für die Augsburger Ultras ein: „Es ist generell nur ein sehr kleiner Teil, der aus der Rolle fällt.“

Wiesmeier hilft bei Diskussionen mit Ordnern

Die FCA-Ultras sorgten hauptsächlich für gute Stimmung, meint er. Und: „Sie sind sozial sehr engagiert.“ Wiesmeier spricht dabei auf Fan Simon an, der nach einem tragischen Verkehrsunfall im Rollstuhl sitzt, und um den sich an Wochentagen immer einer aus der Ultraszene kümmert. (Lesen Sie mehr dazu: FCA-Fan Simon will irgendwann wieder im M-Block stehen )

Wiesmeier ist in München geboren, aber seit seinem ersten Lebensjahr in Königsbrunn zu Hause. Dass ihm der FCA am Herzen liegt, ist keine Frage. Ausgerechnet als der Verein im Jahr 2005 im letzten Spiel gegen Jahn Regensburg den Aufstieg in die 2. Liga verpasst hatte, wurde er mit dem „Fußball-Virus“ infiziert. Zuvor hat sich Wiesmeier auf Handball konzentriert und aktiv beim TSV Haunstetten oder beim TSV Bobingen gespielt. Doch hängen geblieben ist er beim Fußball. In seinem neuen Job kann er sich bisher wenig beklagen: „Ich denke, dass ich einen guten Draht zu den Fans habe.“ Es sind bisher eher kleine Dinge, die an ihn herangetragen werden. Er bekommt Anfragen, ob Regenschirme oder Kinderwagen im Stadion erlaubt sind. Oder hilft, wenn es Diskussionen mit Ordnern gibt, weil beispielsweise eine Fahne zu groß ist. „Wenn es sportlich nicht läuft, geben mir die Fans sogar Tipps, die ich ans Trainerteam weiterleiten soll“, sagt Wiesmeier lachend.

Bereut hat Wiesmeier seinen Berufswechsel nicht. „Es war genau der richtige Schritt für mich.“ Irgendwie hat er sein Hobby zum Beruf gemacht. Schließlich kann er auch im Dienst Fußball schauen. Seine sportlichen Ansprüche an den FCA sind in dieser Saison eher bescheiden: „Ich sehe es realistisch: Wenn wir den Klassenerhalt möglichst früh sichern, bin ich sehr zufrieden.“

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