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FC Bayern

07.05.2015

Ein hässlicher Blick in Bayerns Zukunft

Wie schaut der FC Bayern in den kommenden Jahren aus? Die Münchner stehen vor den größten Umbaumaßnahmen seit vielen Jahren. Matthias Sammer ist einer Hauptverantwortlichen für die Planung des Kaders.
Bild: Maurizio Gambarini (dpa)

Manchmal braucht es nur ein Spiel, um die richtigen Schlüsse für die Zukunft zu ziehen. Der Untergang in Barcelona war so eine Partie. Aber ziehen die Bayern auch Konsequenzen?

Der Anspruch des FC Bayern ist nicht weniger, als die beste Mannschaft der Welt zu sein. Der Maßstab der anderen. Oder auch die Benchmark, wie es Karl-Heinz Rummenigge sagt.

Das Spiel gegen den FC Barcelona hat gezeigt, dass der FC Bayern derzeit weiter davon entfernt ist, als man befürchtet hatte. Arjen Robben und Franck Ribéry haben gefehlt. Ja, Holger Badstuber auch und dazu noch David Alaba. Das hat alles zur Deutlichkeit des Niederlage beigetragen. Aber: Auch mit diesen vier Spielern hätte der FC Bayern den Platz wahrscheinlich als Verlierer verlassen.

Hinzu kommt, dass Robben, Ribéry und Badstuber schlicht verletzungsanfällig sind. Dass sie in Zukunft allzu oft gemeinsam auf dem Platz stehen, ist unwahrscheinlich. Ribéry und Robben brauchen die Münchner aber, um auf der großen Bühne zu bestehen. Ohne sie ist der FC Bayern eine gute Mannschaft. Gut reicht nicht. Ersatz ist nicht in Sicht. Shaqiri hat man deshalb abgegeben. Götze hat die Erwartungen nicht erfüllt. Um Marco Reus hat man sich nicht in letzter Konsequenz bemüht.

Die Münchner stehen vor größeren Umbaumaßnahmen. Neben den Außenangreifern wird sich das Personal im zentralen Mittelfeld in den kommenden ein bis zwei Jahren verändern. Barcelona deutete an, dass Lahm, Alonso und Schweinsteiger ihren Zenit überschritten haben. Aus den eigenen Reihen wächst niemand nach, der sich als Defensivstratege hervortut. Lediglich Javi Martinez ist noch eine derartige Rolle zuzutrauen. Doch der hat auch immer wieder mit Verletzungen zu kämpfen und wird im Verein eher als Abwehrspieler gesehen.

Sammer weiß um die Notwendigkeit eines Umbruchs

Die Bayern und insbesondere Matthias Sammer wissen darum, wie wichtig es ist, Umbrüche zur richtigen Zeit einzuleiten. Im Jahr 2001 haben die Münchner diesen Zeitpunkt beispielsweise verpasst. Effenberg, Scholl, Lizarazu, Jeremies und Co. hatten mit einer Kraftanstrengung den Champions-League-Titel erackert. Die Bosse empfanden Dankbarkeit. Verzichteten auf den notwendigen Umbau. Es dauerte neun Jahre, bis die Münchner wieder ins Endspiel kamen.

Anders nach dem verlorenen Finale dahoam 2012. Man hatte im Endspiel nicht viel verkehrt gemacht - aber verloren. Sportdirektor Christian Nerlinger musste gehen. Sammer kam. Mario Mandzukic wurde verpflichtet. Das Mittelfeld mit dem damals unbekannten Javi Martinez für 40 Millionen Euro verstärkt. Außerdem kamen unter anderem noch Shaqiri, Dante und Pizarro. 2013 gewannen die Bayern die Champions League.

Seitdem dominieren sie weiterhin die Liga, kommen in Europa aber nicht an Real und Barca vorbei. Das jetzige Team kann auch im kommenden Jahr Meister werden. Wahrscheinlich sogar mit großem Vorsprung. In der Champions League wäre aber mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wieder im Halbfinale Schluss.

Noch ist nicht bekannt, wen die Bayern zur kommenden Saison verpflichten. Ob sie jemanden verpflichten. Notwendig ist es. So schmerzhaft das für einige der altgedienten Spieler ist.

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