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FC Bayern
19.09.2021

Hat der FC Bayern überhaupt noch Konkurrenz in der Bundesliga?

Ein Tor, eine Vorlage: Besser hätte der Spieltag für Leroy Sané kaum laufen können. So passte auch das Ambiente zur Präsentation des grünen Wiesn-Trikots – auch wenn das Oktoberfest selbst ausfällt.
Foto: Lennart Preiss, Witters

Leroy Sané zeigt sich gegen Bochum stark verbessert. Allerdings kommen nach dem Kantersieg Zweifel an der Wettbewerbsfähigkeit der Konkurrenz auf.

Über die cineastischen Vorlieben von Thomas Reis ist nicht sonderlich viel bekannt. Der Trainer des VfL Bochum aber erinnerte nach dem 0:7 seiner Mannschaft beim FC Bayern an den Tarantino-Klassiker "Pulp Fiction". Zwei Berufskiller unterhalten sich da über Gemeinsamkeiten und Unterschiede von allzu vertraulichen Küssen und Fußmassagen. Während es für den einen durchaus Parallelen gibt, erwidert Samuel L. Jackson, es sei "nicht das gleiche Spiel, es ist nicht dieselbe Liga, es ist nicht mal derselbe verdammte Sport". Reis wiederum hatte beobachtet, dass die Bochumer zwar den gleichen Sport wie die Münchner ausübten, allerdings "war es mehr als eine Klasse Unterschied".

Das könnte zum Problem der laufenden Saison werden – wenn man es nicht gerade mit den Bayern hält. Die Münchner hatten auch in den vergangenen Jahren immer wieder dominante Serien eingestreut, dass sie aber in kurzer Abfolge den Vizemeister, den FC Barcelona und hernach einen Aufsteiger derart chancenlos zurückließen, ist dann doch neu. Noch konnten sich die Bayern zwar nicht vom Feld absetzen, sollten sie derzeitige Verfassung behalten, dürfte es aber nicht mehr lange dauern.

Leroy Sané wird mit Applaus der Bayern-Fans verabschiedet

Trainer Julian Nagelsmann scheint das Kunststück gelungen zu sein, nicht nur sämtliche Spieler auf neue taktische Abläufe eingeschworen zu haben, sondern sie gleichermaßen auch noch in herausragende individuelle Form gebracht zu haben. Gegen Bochum wurde sogar der noch vor wenigen Wochen ausgepfiffene Leroy Sané bei seiner Auswechslung mit lautstarkem Applaus verabschiedet. Zuvor hatte er mit einem feinen Freistoß und einer gekonnten Vorlage auf Joshua Kimmich die 2:0-Führung nach 27 Minuten ermöglicht. Der 25-Jährige räumte ein, dass auch die Pfiffe dazu beigetragen hätten, mit mehr Vehemenz auf dem Platz aufzutreten. "Es ist nicht so, dass ich sage, ich will das noch mal erleben", sagte er nach dem Kantersieg.

Thomas Müller fühlte sich während der Partie "schon ein bisschen wie im Bierzelt", schließlich wäre am Samstag Wiesn-Auftakt gewesen. Die Münchner Tore fielen leichter als das Anbandeln nach drei Maß. Der Bochum-Coach sah seine Mannschaft "zu naiv" verteidigen.

Robert Lewandowski erzielte gegen Bochum seinen siebten Saisontreffer.
Foto: Sven Hoppe, dpa

So ermöglichten sie unter anderem dem ansonsten recht teilnahmslosen Robert Lewandowski mit dem Treffer zum 5:0, einen weiteren Bundesliga-Rekord aufzustellen. Er traf nun im 13. Liga-Heimspiel hintereinander, das war zuvor noch keinem Spieler in der deutschen Eliteklasse gelungen. Zudem markierte er auch in der 15. Liga-Partie hintereinander und ist nur noch ein Spiel entfernt von der von Gerd Müller gehaltenen Bestmarke.

Dass der Torjäger sie kommenden Freitag in Fürth egalisiert, ist zumindest nicht komplett ausgeschlossen. Nagelsmann jedenfalls macht der Liga wenig Hoffnung, dass sich an den allzu überlegenen Auftritten seiner Mannschaft in naher Zukunft viel ändern dürfte. Die Gier ist ungebrochen.

Bayern München Neuer – Stanisic (62. Sarr), Süle, Lucas Hernandez, Davies (46. O. Richards) – Kimmich (72. Nianzou), Goretzka – Gnabry, Th. Müller, L. Sané (62. Sabitzer) – Lewandowski (68. Choupo-Moting) VfL Bochum Riemann – Stafilidis (57. Bockhorn), Lampropoulos, Bella-Kotchap, Danilo Soares – Losilla, Tesche – Pantovic (73. Antwi-Adjej), Rexhbecaj (58. Löwen), Holtmann – Polter (58. Ganvoula) Tore 1:0 L. Sané (17.), 2:0 Kimmich (27.), 3:0 Gnabry (32.), 4:0 Lampropoulos (43./Eigentor), 5:0 Lewandowski (61.), 6:0 Kimmich (65.), 7:0 Choupo-Moting (79.) Zuschauer 25.000 Schiedsrichter Welz (Wiesbaden)

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