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FC Bayern
22.05.2021

Robert Lewandowskis langes Warten auf Tor Nummer 41

Ein Moment für die Ewigkeit: Robert Lewandowski erzielt für den FC Bayern München das 5:2 und knackt den Tore-Rekord von Gerd Müller.
Foto: Matthias Schrader, dpa

Es scheint, als bliebe der Torrekord bestehen. Dann ermöglicht ausgerechnet Landsmann Rafal Gikiewicz dem Weltfußballer des FC Bayern München Historisches.

Robert Lewandowski ist nicht als Mann der großen Gefühlsausbrüche bekannt. Seine Präzision und Abläufe vor des Gegners Tor erinnern eher an eine Maschine, die mechanisch und unaufhörlich, ohne sich von Emotionen beeinflussen zu lassen, ihren Dienst verrichtet. Doch just als es darum ging, den Torrekord von Gerd Müller zu brechen, entwickelte der Angreifer des FC Bayern München einen Hang zum Dramatischen.

Am letzten Spieltag lief die letzte Minute, als Lewandowski seine letzte Aktion der Saison hatte. Es war jene, von denen sich künftige Generationen Fußballfans erzählen werden. Sie werden nicht mehr andächtig Gerd Müllers Namen nennen, sondern den von Lewandowski. Seine Beharrlichkeit an diesem Nachmittag hatte sich ausgezahlt. "Das war zu hundert Prozent ein besonderer Moment, wahrscheinlich ein historischer Moment", erzählte der 32-Jährige nach Spielschluss.

FCA-Torwart Rafal Gikiewicz hält lange Zeit wie eine Krake

Ausgerechnet Rafal Gikiewicz ermöglichte seinem Landsmann den 41. Treffer in einer Bundesliga-Spielzeit. Den ganzen Nachmittag über hatte der Torhüter des FC Augsburg alles Erdenkliche getan, um keinen Treffer Lewandowskis zuzulassen, hatte wie eine Krake Arme und Beine schnellen lassen, hatte Bälle mit dem Oberkörper abgewehrt.

Unmittelbar vor dem Schlusspfiff aber wehrte Gikiewicz einen Schuss von Leroy Sané ungenügend ab. Der lauernde Lewandowski legte den Ball an Augsburgs Tormann vorbei und schickte diesen ins leere FCA-Tor. Mit nacktem Oberkörper, der seinen außerordentlichen Fitnesszustand dokumentierte, bejubelte der Weltfußballer seinen Treffer.

Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 5:2.
Foto: Matthias Schrader, dpa

Ihm würden die Worte fehlen, meinte Lewandowski im Nachgang im TV-Interview. Dann fand er doch noch welche. "Das ist ein wahnsinniges Gefühl, ich bin sehr glücklich. Bis zur letzten Sekunde war es spannend. Ich musste geduldig bleiben und kämpfen, damit ich den Rekord breche", erklärte der Rekordmann. Lewandowski richtete Dankesworte an seine Mitspieler, die ihn immer wieder als Adressaten von Flanken und Pässen gesucht hatten. Vor allem der Wieder-Nationalspieler Thomas Müller blickte bei Ballbesitz fortwährend Richtung Lewandowski. 

Bayern-Trainer Hansi Flick: "Für Lewy waren die vergangenen zwei Jahre herausragend"

Nicht einmal mehr Trainer Hansi Flick, der letztmals die Bayern-Mannschaft betreut hatte, glaubte gegen Ende an den Rekordtreffer. "Aber so ist ein Torjäger, das zeichnet ihn aus. Da war er da", sagte Flick und fügte hinzu: "Für Lewy waren die vergangenen zwei Jahre herausragend, das wird er nie vergessen." In der Saison 2019/20 war er mit 34 Treffern Torschützenkönig, jetzt mit 41. Insgesamt hat sich der Pole bereits zum sechsten Mal das Kanönchen auf dem Holzbrett gesichert. Mitspieler Joshua Kimmich staunte über Lewandowski. "Ich glaube nicht, dass der Rekord jemals wieder gebrochen wird."

Lewandowski hat sich am Samstag bereits zum sechsten Mal die Torjägerkanone für die meisten Bundesligatore in der Saison gesichert.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Das 5:2 war zugleich der Endstand eines äußerst abwechslungsreichen Spiels. Als Münchner Torschützen taten sich in der ersten Hälfte andere hervor, wobei die frühe Führung gar ein Augsburger erzielte. Kapitän Jeffrey Gouwleeuw traf unglücklich ins eigene Netz zum 0:1 (9.). Serge Gnabry (23.), Joshua Kimmich (33.) und Kingsley Coman (43.) sorgten in den edlen schwarz-güldenen Auswärtstrikots für den deutlichen Pausen-Vorsprung. Wobei FCA-Spieler Daniel Caligiuri zwischenzeitlich einen Strafstoß kläglich vergab (25.).

FCA-Torhüter Rafal Gikiewicz hatte den ganzen Nachmittag über alles Erdenkliche getan, um keinen Treffer Lewandowskis zuzulassen. Am Ende konnte er den Rekord-Torschützen nicht aufhalten.
Foto: Sven Hoppe, dpa

Nach dem Seitenwechsel gestaltete Augsburg das Ergebnis durch André Hahn (67.) und Florian Niederlechner (72.) bedeutend freundlicher. Taktische Umstellungen und Einwechslungen zur Pause wirkten sich stabilisierend aus.

Die Blicke richteten sich aber während des Spiels vor allem auf Lewandowski, der die meisterliche Saison des FC Bayern mit der historischen Bestmarke garnierte. Augsburgs Trainer Markus Weinzierl wollte den Rekord verhindern, weil er seit seiner Zeit bei den Bayern Amateuren ein vertrautes Verhältnis zu Gerd Müller pflegte. Nach Spielschluss gratulierte Weinzierl aber artig: "Er hat es sehr spannend gemacht. Herzlichen Glückwunsch zum Rekord!"

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