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DFB Pokal

25.05.2019

Kovac holt sich das Double: FC Bayern gewinnt das Pokalfinale

Der zweifache Torschütze Robert Lewandowski hält den Pokal in den Händen.
Bild: Jan Woitas, dpa

In einem hochklassigen DFB-Pokal-Finale setzt sich der FC Bayern mit 3:0 gegen RB Leipzig durch. Torhüter Neuer zeigt bei seinem Comeback eine Weltklasseleistung.

Der FC Bayern München ist zum 19. Mal DFB-Pokalsieger. In einem packenden Endspiel, das etwas zu hoch zugunsten der Münchner ausfiel, setzte sich die Mannschaft von Niko Kovac verdient mit 3:0 gegen RB Leipzig durch. Robert Lewandowski traf doppelt, Kingsley Coman besorgte den anderen Münchner Treffer. Überragender Spieler beim FCB war zudem Torwart Manuel Neuer. Trainer Niko Kovac holt damit in seiner ersten Saison als Bayern-Trainer das Double.

Die Unterschiede vor Spielbeginn hätten kaum größer sein können. Hier der mit 291.000 Mitgliedern größte Sportverein der Welt, dort der mit 17 Mitglieder bewusst kleinste Sportklub. Hier der erfolgreichste Klub des Wettbewerbs – hier die Sachsen, die zum ersten Mal in ihrer zehnjährigen Geschichte im Finale des Pokals stehen. RB-Trainer Ralf Rangnick hatte am Tag vor dem Finale bereits angekündigt, dass dies noch öfter der Fall sein soll. „Wir würden auch nächstes Jahr gerne wieder hier gegen die Bayern spielen.“ Der Abstand zum Rekordmeister und dem BVB soll in den kommenden Jahren „weiter verringert werden“. Gerne auch einmal in Form eines Titels. Nach dem Samstagabend muss Rangnick als Sportdirektor einen neuen Anlauf starten.

Beim FC Bayern sahen sich Franck Ribéry und Arjen Robben den Anpfiff schon wie im letzten Ligaspiel von der Bank aus an. Trainer Niko Kovac vertraute nahezu derselben Elf, die schon beim 5:1 gegen Eintracht Frankfurt begonnen hatte. Lediglich Javi Martínez ersetzte im defensiven Mittelfeld den angeschlagenen Leon Goretzka, der wegen Rückenproblemen passen musste. Bei Leipzig setzte sich Tyler Adams in der Startelf gegen Konrad Laimer durch.

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DFB-Pokalfinale: Ein Spiel der Systeme

Die Fans des FC Bayern sendeten schon vor Anpfiff ein deutliches Signal an ihre Vereinsführung und skandierten den Namen von Trainer Niko Kovac. Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte vor dem Finale erneut ein Bekenntnis zu seinem Coach vermieden und betont: „Wir haben gesagt, wir setzen uns nach der Saison zusammen und analysieren alles, und dann sehen wir weiter, wie es weitergeht.“ Nach dem Double-Gewinn scheint die Position des Trainers zwar gestärkt – eine Jobgarantie wurde aber auch am Samstagabend nicht ausgesprochen.

Im Bayern-Tor stand zum ersten Mal seit Mitte April wieder Manuel Neuer. Trainer Kovac hatte daran schon einen Tag vor dem Endspiel keine Zweifel gelassen und den Nationalkeeper als „Eckpfeiler unserer Mannschaft“ bezeichnet. Warum das so ist, zeigte Neuer zum ersten Mal nach elf Minuten: Nach einer Ecke lenkte er einen Kopfball von Poulsen aus kurzer Distanz mit einem Weltklasse-Reflex an die Latte.

Kingsley Coman jubelt nach seinem Treffer zum 2:0.
Bild: Christian Charisius, dpa

Das Spiel war auch das Duell der Systeme: Münchner Ballbesitzfußball gegen den Leipziger Umschaltturbo. Um sich im Spiel nach vorne abzusichern, hielten die beiden Innenverteidiger der Münchner, Niklas Süle und Mats Hummels meistens zusammen mit Martínez die Stellung. Die Mannschaft von Ralf Rangnick versuchte hingegen, die Bayern mit aggressivem Pressing schon an deren Strafraumgrenze zu Fehlern zu zwingen – ein Konzept, das in der ersten Startphase des Spiels erfolgsversprechender erschien. RB hatte deutlich mehr vom Spiel. Bayern zeigte sich in einigen Situationen verwundbar – nach 22 Minuten etwa klärte Joshua Kimmich im Sprintduell in letzter Sekunde gegen Timo Werner zur Ecke. Bayerns Offensivbemühungen wirkten überhastet.

Der erste gefährliche Angriff der Bayern führte dann zum Tor: Robert Lewandowski traf nach einer Flanke von Alaba zum 1:0 (29.). Der Österreicher hatte im Rücken der Leipziger Abwehr den Laufweg von Coman gekreuzt und so den Ball auf den polnischen Stürmer serviert. Der war eigentlich gerade dabei, sich vom Tor wegzudrehen, schaffte es aber dennoch, den Ball platziert auf den Kasten von Gulacsi zu bringen – ein Ausdruck der großen individuellen KIasse. Und zugleich ein Treffer für die Fußball-Geschichtsbücher: Es war Lewandowskis fünfter Treffer in einem DFB-Pokalfinale. Damit überflügelte er Uwe Seeler und Gerd Müller, die jeweils auf vier Treffer kommen.

Beim Public Viewing in Leipzig hätte die Stimmung besser sein können.
Bild: Sebastian Willnow, dpa

Zugleich war es ein Tor, das den Lauf des Spiels radikal änderte. RB riskierte im Angriff nun mehr und geriet nun selbst in Bedrängnis. Um ein Haar hätte Kingsley Coman kurz vor der Pause noch auf 2:0 gestellt: Als die Leipziger weit aufgerückt waren, waren es die Münchner in Person von Hummels, die mit einem schnellen Ball nach vorne für Gefahr sorgten. Der schnelle Franzose tauchte frei vor dem Leipziger Tor auf, hatte Gulacsi schon umkurvt. Konaté kratzte den Schuss aber per Kopfball von der Linie (42.). Martínez (44.) und Hummels (45.) hatten die Chancen zum zweiten Münchner Tor. Kurz vor der Pause war die Mannschaft von Niko Kovac nun klar das tonangebende Team.

Robben und Ribery in den letzten Minuten auf dem Platz

Leipzig kam aber mit neuem Esprit aus der Kabine – und hatte zwei Minuten nach Wiederanpfiff die große Chance zum Ausgleich: Der Schwede Emil Forsberg tauchte nach einem starken Pass von Konaté frei vor Neuer auf. Der Nationalkeeper zeigte erneut seine große Klasse und rettete per Fußabwehr.

Manuel Neuer rettete mit einem starken Reflex.
Bild: Christian Charisius, dpa

Die Partie nahm nun deutlich an Fahrt auf: Die Bayern drängten nun auf das zweite Tor und kamen vor allem über ihre gefährliche linke Seite mit Alaba und Coman zu Gelegenheiten, während RB weiter gefährlich blieb. Süle musste nach 57 Minuten auf der Linie klären – Torraumszenen gab es nach knapp einer Stunde Spielzeit beinahe im Minutentakt. Sogar Mats Hummels versuchte es mit einem Fernschuss aus knapp 20 Metern, den Gulacsi aber entschärfte (62.). Müller versuchte es eine Zeigerumdrehung später erneut per Distanzschuss.

Jubel brandete nochmals auf, als Arjen Robben seine letzten Spielminuten im Bayern-Trikot erhielt: Niko Kovac brachte ihn nach 73 Minuten für Serge Gnabry. Für die vorzeitige Entscheidung sorgte wenig später einer seiner Nachfolger auf der Bayern-Außenbahn: Nach einem Pass von Kimmich traf Kingsley Coman zum 2:0 (78.).

Zu diesem Zeitpunkt fehlte den Bayern-Fans nur noch einer zur völligen Glückseligkeit: Franck Ribéry. Mit Sprechchören forderten sie den Einsatz des Monsieur, der wie Robben nach der Saison den Klub verlassen wird. Bis es so weit war, schraubte Lewandowski aber noch mit einem sehenswerten Heber sein Trefferkonto in Finalspielen auf sechs Tore (85.). Danach war es aber soweit: Ribéry kam für Coman und betrat das Spielfeld zum letzten Mal als Spieler des FC Bayern. Beinahe hätte Robben in der Schlussminute noch auf 4:0 gestellt, sein Schuss ging aber aus kurzer Distanz über die Latte. Der Rest war Münchner Jubel.

Robert Lewandowski jubelt nach seinem Treffer.
Bild: Christian Charisius, dpa
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25.05.2019

Was mch wirklich tierisch ärgert, ist die Medaillen-Übergabe an den Zweitplatzierten.
Was sollen Kinder und Jugendliche im Fußball-Sport lernen, wenn der RBL-Trainer Ralf Rangnick nach einem verlorenen Endspiel die Entgegennahme der Vize-DFB-Pokalsieger-Medaille vom Präsidenten der Bundesrepublik Deutschland verweigert?
Ich weiß nicht genau, was sich Ralf Rangnick dabei gedacht hat, aber eines ist dabei ganz klar geworden: So sieht ein schlechter Verlierer aus!
Das ist eine Unsitte, die leider immer mehr um sich greift!
Und nochmal: Was sollen Kinder und Jugendliche mitnehmen, die von ihren "Vorbildern" so etwas gezeigt bekommen?
Das hinterläßt leider einen mehr als faden Beigeschmack!
Mit freundlichen Grüßen
Martin Mahle

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26.05.2019

Bei Kindern ist es ja prima, dass auch der letzte einen Pokal bekommt - Rangnick weiß einfach dass er verloren hat - der Dritte bekommt auch nichts, also was soll Plakette für den Zweiten?

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