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Fußball-EM
14.06.2016

Bei der EM stehen zwei Risikospiele an, eines davon mit deutscher Beteiligung

Auch die deutsche Polizei rüstet sich für die Risikospiele am Donnerstag.
Foto:  Andreas Arnold, dpa

Prügelnde Chaoten sind ein trauriger Aspekt dieser Fußball-EM. Am Donnerstag stehen gleich zwei Risikospiele an, eines davon mit deutscher Beteiligung.

Prügelnde Chaoten sind ein trauriger Aspekt dieser Fußball-EM. Das war in diesem Ausmaß nicht erwartet worden. Nach den Fan-Krawallen am ersten EM-Wochenende haben die Behörden ihre Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Am Donnerstag stehen gleich zwei Risikospiele an. Die Bundespolizei will Hooligans, die zur Partie Deutschland-Polen (21 Uhr) in Paris unterwegs sind, möglichst schon an der Grenze stoppen. Dazu werde der Informationsaustausch mit ausländischen Behörden verstärkt. In der Stadt Lens, wo am Donnerstagnachmittag England gegen Wales (15 Uhr) spielen, sollen 2400 Sicherheitskräfte für einen reibungslosen Ablauf sorgen.

Deutsche Hooligans jagten ukrainische Fans

Am vergangenen Wochenende hatte es in Marseille schwere Ausschreitungen vor der Partie England gegen Russland gegeben; in Lille hatten am Sonntag etwa 50 deutsche Hooligans ukrainische Fans angegriffen.

Die Bundespolizei, die in Deutschland für die Grenzkontrollen zuständig ist, setzt zunächst auf das Erkennen der Hooligans. "Wir tauschen intensiv Daten aus und schauen: Wer kommt, wer könnte kommen", sagte ein Sprecher der nordrhein-westfälischen Bundespolizeidirektion Sankt Augustin. Das Problem: Die Polizei kann Fans, die als gewaltbereit eingestuft sind, nicht einfach so an der Ausreise hindern. Es komme auf andere "gerichtsfeste Faktoren" an, wie etwa die Ausrüstung oder auffälliges Verhalten, sagte der Sprecher weiter. Neben den Grenzen zu Belgien und den Niederlanden würden auch die Flughäfen in den kommenden Tagen weiter verstärkt überprüft. Ebenso seien Zivilstreifen in den "Thalys"-Zügen nach Paris unterwegs.

Anonyme Hinweise können im Internet hochgeladen werden

Das Bundeskriminalamt (BKA) will die randalierenden deutschen Hooligans von Lille mittels Film- und Videoaufnahmen von Augenzeugen ermitteln. Dazu hat die Behörde nach eigenen Angaben ein Hinweisportal im Internet eingerichtet, über das die Aufnahmen auch anonym hochgeladen und so den Ermittlern zur Verfügung gestellt werden können. Das Portal soll auch für alle noch kommenden Spiele der EM in Frankreich freigeschaltet bleiben. 

Bereits vor der Europameisterschaft hatte die Polizei hierzulande fast 600 potenzielle Gewalttäter für eine sogenannte Gefährderansprache besucht. Dabei wird den Angesprochenen deutlich gemacht, dass die deutsche Polizei auch in Frankreich vor Ort ist und sie im Auge behält, wie Jan Schabacker, Sprecher der Zentralen Informationsstelle Sporteinsätze (ZIS) der Polizei, bei Turnierbeginn erklärt hatte. Dennoch kam es zu Krawallen vor dem Spiel Deutschland-Ukraine.

In Lens sind am Donnerstag rund um das Inselduell England-Wales 1200 Polizisten und Gendarmen sowie noch einmal so viele private Sicherheitsleute im Einsatz. Das erklärte ein Sprecher der Präfektur des Départements Pas-de-Calais. Schon vorher war für die Spieltage in Lens der Verkauf von Alkohol zum Mitnehmen eingeschränkt worden. 

Bis zu 50 000 britische Fans werden in Lens erwartet

Zu der Partie erwarten die Behörden zwischen 40 000 und 50 000 britische Fans in Lens. In das dortige Stadion passen aber nur rund 35 000 Menschen, so dass einige tausend Fans das Spiel in den Straßen der Stadt verfolgen dürften. Ein Problem für die Sicherheitskräfte in Lens könnte auch die Nähe zu Lille sein: Dort spielt am Mittwoch Russland gegen die Slowakei. Ein erneutes Aufeinandertreffen russischer und englischer Hooligans ist bei einer Fahrzeit von einer guten halben Stunde zwischen beiden Orten nicht ausgeschlossen.

Für 29 russische Fußballanhänger dürfte das aber nicht mehr möglich sein: Ihr Autobus wurde am Dienstag von der französischen Polizei bei Cannes gestoppt. Der Gruppe drohe die Ausweisung, hieß es bei der zuständigen Präfektur des Départements Alpes-Maritimes in Südfrankreich. Einige der mutmaßlichen Hooligans seien in Abschiebehaft gekommen. dpa

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