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  4. Fußball WM 2014: Weltmeister!!!! Götze schießt Deutschland zum WM-Titel

Fußball WM 2014
14.07.2014

Weltmeister!!!! Götze schießt Deutschland zum WM-Titel

Mario Götze (r) schoss Deutschland zum WM-Titel.
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Mario Götze (r) schoss Deutschland zum WM-Titel.
Foto: Abedin Taherkenareh (dpa)

W E L T M E I S T E R - Joachim Löw hat mit den deutschen Fußballern in einem packenden WM-Finale die Titelmission in Brasilien vollendet.

Am Ende stemmte Thomas Müller „das Ding“ in den Nachthimmel über Rio – so wie er sich das erträumt hatte. Das Ding, wie Müller den WM-Pokal etwas despektierlich genannt hatte, um ihn näher heranzuholen, weil große Träume sich manchmal nur erfüllen, wenn man sie auf ihren Sachwert reduziert. Spaniens WM-Kapitän Carlos Puyol hatte es vorher zusammen mit dem brasilianischen Modell Gisele Bündchen zur freien Vergabe in die Arena getragen. Seit gestern gehört der goldene Staubfänger, der zuletzt in spanischem Besitz war, für die nächsten vier Jahre wieder den Deutschen.

Deutschland ist Weltmeister. Zum vierten Mal in seiner Geschichte nach 1954, 1974 und 1990. Zum zweiten Mal gegen Argentinien, dem die Deutschen 1986 noch unterlegen waren, weil Diego Maradona damals in der Blüte seiner Jahre stand, das sie vier Jahre später in Italien besiegt haben, weil es auch mit Maradona schon bergab gegangen war, und das ihnen gestern, trotz Lionel Messi, nicht den verdienten Triumph verwehren konnte. Es hatte allerdings der Verlängerung bedurft, ehe ein herrlicher Treffer des eingewechselten Mario Götze (114.) das Finale entschied.

Jubel in Augsburg: Tausende feierten in der Nacht den vierten deutschen WM-Titel.

Drei Stunden vor dem letzten Akt der WM hatte Brasilien die Fußballwelt rhythmisch, bunt und heiter verabschiedet. Keine leichte Übung für den fünfmaligen Weltmeister, der ausgerechnet in der Heimat die bittersten Stunden seiner Fußball-Geschichte erleben musste. 1:7 im Halbfinale gegen Deutschland, am Samstagabend das Spiel um Platz drei mit 0:3 gegen die Niederlande verloren.

Zum Allerschlimmsten hätte da nur noch ein WM-Triumph des alten Rivalen Argentinien gefehlt. Wenigstens das blieb Brasilien erspart.

Deutschland war mit der Aufstellung des Brasilien-Spiels ins Aufwärm-Programm gegangen. Augenblicke später war das Endspiel für Sami Khedira schon beendet. Der Spanien-Legionär hatte sich verletzt, für ihn rückte Christoph Kramer in die Startformation. Das Finale war das fünfte Länderspiel für den 23-Jährigen, den der Bundestrainer erst spät für die WM nominiert hatte. Allerdings dauerte es auch für Kramer nicht lange. Ein heftiger Zusammenprall nach 20 Minuten ließ den Mönchengladbacher nur noch kurze Zeit weiterspielen. Nach einer halben Stunde war auch für ihn Schluss. Für Kramer kam André Schürrle.

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Dass vom angekündigten Sonne-Regen-Mix für gestern Nachmittag in Rio nichts zu sehen war, erfreute die 74 700 Zuschauer im Estadio Maracanã, die einen temporeichen Auftakt erlebten. So rasant das Finale begonnen hatte – bald prägte deutsches Ballbesitzspiel die Partie. Kontrolle ist in diesem Spielmodus alles, schützt aber nicht vor Aussetzern wie jenem von Toni Kroos. Der Mittelfeldspieler köpfte einen Ball in Richtung Manuel Neuer, übersah allerdings Gonzalo Higuaín, der wohl nie mehr so frei vor einem deutschen Tor auftauchen dürfte, den Ball jedoch frei stehend aus 16 Metern vorbei schoss. Zehn Minuten später machte es der Stürmer des SSC Neapel besser, stand bei seinem Treffer allerdings im Abseits, was Schiedsrichter Nicola Rizzoli aus Italien nicht entgangen war.

Das Finale nahm nun Fahrt auf, entwickelte jene Klasse, die von einem WM-Endspiel zwischen Deutschland und Argentinien erwartet werden darf. Dem ersten regelgerechten Treffer am nächsten war kurz vor der Pause Benedikt Höwedes, dessen Kopfball an den Pfosten schlug. Zur Halbzeit waren beide Teams in jeder Weise noch gleich weit vom WM-Titel entfernt.

Nach der Pause kam ihm Argentinien zunächst deutlich näher. Lionel Messi tauchte genauso frei wie zuvor sein Teamkollege Higuaín vor Neuer auf, schob den Ball allerdings ebenfalls am Tor vorbei.

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Allmählich machte sich das Gefühl breit, dass es für Lahm & Co. mit dem krönenden WM-Abschluss eng werden könnte. Das Finale geriet zum offenen Schlagabtausch, in dem Ordnung keine große Rolle mehr spielte. Die Deutschen wollten die Entscheidung – Argentinien setzte auf Messi und den einen entscheidenden Konter.

Den deutschen Schwung bremste zunächst jedoch ein Flitzer, dessen Solo erst eine achtfache Übermacht brasilianischer Sicherheitskräfte beendete. Kurz vor Schluss kam Mario Götze für Miroslav Klose, der sich in vielen Zweikämpfen aufgerieben hatte. Mit Götze ging es in die Verlängerung, in der die Mannschaft von Joachim Löw den Druck weiter erhöhte.

Vielbeinige Abwehr der Blauen

Der Weltranglisten-Zweite hätte die Führung nun schon lange verdient gehabt, aber immer wieder verfingen sich die Weißen in der vielbeinigen Abwehr der Blauen - und dann tauchte plötzlich der eingewechselte Rodrigo Palacio im deutschen Strafraum auf, hob den Ball über Neuer hinweg – aber eben auch knapp neben den Pfosten.

Wer in diesem Abnützungskampf, der oft hart an den Grenzen des Erlaubten geführt wurde, den ersten Treffer erzielen würde, das war nun klar, würde auch Weltmeister sein – und es waren die Deutschen (114.). Eine Flanke von Schürrle nahm Götze mit der Brust an, ehe er den Ball volley in die äußerste Torecke schoss. Ein Treffer, der auch ästhetisch alle Anforderungen an ein spielentscheidendes WM-Tor erfüllte. Argentinien war nicht mehr in der Lage zurückzuschlagen – und Deutschland zum vierten Mal Weltmeister.

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