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Wertingen

03.05.2020

Den Start hat sich der neue Rektor anders vorgestellt

Seit Anfang März ist Maximilian Briegel neuer Schulleiter an der Mittelschule in Wertingen. Die Corona-Pandemie stellt sowohl Schüler als auch Lehrer vor neue Herausforderungen. Ab dem heutigen Montag finden die Abschlussprüfungen in Sport unter diesen ganz besonderen Voraussetzungen statt.
Bild: Briegel

Plus Maximilian Briegel leitet seit März die Mittelschule in Wertingen. Die Herausforderungen sind jetzt besonders groß

Den Start als neuer Schulleiter der Mittelschule Wertingen hat Maximilian Briegel sich eigentlich ganz anders vorgestellt. Ursprünglich war für Ende März eine feierliche Amtseinführung des Lehrers aus Unterthürheim geplant. Doch diesen Plan hat die Corona-Pandemie durchkreuzt.

Oberste Priorität hat etwas Anderes

Wegen der Ausnahmesituation konnte die Feier bisher nicht stattfinden und wurde abgesagt, berichtet Briegel. „Ob überhaupt und wann die Feier stattfinden wird, steht in den Sternen“, sagt der neue Schulleiter. Für ihn sei das im Moment nachrangig, denn oberste Priorität habe vor allen Feiern, „dass die ganze Schulfamilie gesund bleibt“.

Nach den Stationen in den Mittelschulen in Rain, in Wemding, in Thierhaupten, in Bäumenheim und zuletzt für 28 Jahre in Höchstädt habe er sich sehr über die neue Stelle als Schulleiter in Wertingen gefreut. „Ich habe wieder die Heimatnähe gesucht“, da bei bestimmten Terminen und Planungsarbeiten „die Ortsnähe ausschlaggebend“ ist, sagt er. Nun ist Briegel schon zwei Monate in Wertingen im Amt. In den ersten 14 Tagen seiner Dienstzeit lief noch der reguläre Schulbetrieb. Damit blieb dem neuen Schulleiter gerade noch ausreichend Zeit, sich vor der Ausgangsbeschränkung einzuarbeiten und die anstehenden Abschlussprüfungen der neunten und zehnten Klassen vorzubereiten. Die Planungskonferenzen und die „Feststellungskommission“ fanden alle noch statt. „Wir haben die Prüfungskriterien und die Prüfungstermine festgelegt“, berichtet Briegel.

Mit der Ausgangsbeschränkung veränderte sich für Schüler und Lehrer der Schulalltag in bisher ungekannter Weise. Die Schüler müssen zu Hause bleiben, und es findet kein Unterricht im Schulhaus statt. Viele Schüler zeigten sich darüber unglücklich. „Bei so manchem Schüler hat es Tränen gegeben“, sagt Briegel und zeigt Verständnis. Ein Schüler wolle Struktur, und die Lehrer seien „Vertrauenspersonen.“

Sie halten engen Kontakt über Telefon und Internet

Aktuell halten die Pädagogen engen Kontakt zu ihren Schülern über das Telefon und über das Internet. Von Vorteil erweise sich die eigene Schulcloud. Anfangs sei für alle diese Art des Unterrichts ungewöhnlich gewesen, berichtet der Schulleiter. „Etwa zehn Prozent der Schüler haben Probleme mit der privaten technischen Ausstattung“, sagt Briegel. Die Frage: „Wer druckt mir das aus“, stelle sich immer wieder, berichtet der neue Chef und zeigt sich erfreut über eine WhatsApp-Gruppe engagierter Eltern, die sich damit untereinander helfen.

Seit einer Woche werden 90 Abschlussschüler im Schulgebäude „intensiv beschult.“ Oberstes Gebot beim Unterricht sei der Schutz der Gesundheit. Es gebe einen besonderen Reinigungsplan der Reinigungskräfte. Türgriffe und die sanitären Anlagen werden regelmäßig mit Desinfektionsmittel gereinigt. Um die Abstandsregeln einzuhalten, wurden Klassen in Kleingruppen mit maximal fünfzehn Schülern geteilt. „15 Klassenräume haben wir deshalb speziell bestuhlt,“ sagt er. „Wir brauchen dafür doppeltes Personal.“ Schüler und Lehrer tragen zu ihrer eigenen Sicherheit Masken. „Das wird von allen gut eingehalten“, berichtet Briegel, obwohl die verdeckten Gesichter beim Unterrichten eine neue, ungewohnte Herausforderung darstellten. Es gebe getrennte Pausenhöfe für die jeweiligen Klassen, damit ist der Aufenthalt im Pausenhof entzerrt. Schüler dürfen nur einzeln den Toilettenbereich benutzen.

Der Mindestabstand liegt bei zwei Metern

Ab Montag starten die Abschlussprüfungen im Fach Sport. Vor Beginn des regulären Schulbetriebs ist ausreichend Platz auf dem Schulgelände, der Mindestabstand von zwei Metern sei gewährleistet. „Unter den strengen Sicherheitsauflagen sind auf zwei Prüflinge sechs Lehrkräfte im Einsatz,“ erläutert Briegel. Bei jeder Sportart gebe es Besonderheiten zu beachten. Bei der Prüfung in Leichtathletik seien maximal zwei Schüler zusammen im Freien. In der gegenwärtigen Ausnahmesituation gibt es bei Hand-, Basket- und Volleyball nicht das gewohnte Spiel, es wird durch technische Übungen ersetzt. Zuspiel werde nur aus der Entfernung stattfinden. Statt eines Mannschaftsspiels durchlaufen die Absolventen einen Technikparcours. Geprüft werden unter anderem einzelne Wurftechniken, das Dribbeln im Slalom, Torschüsse und Sieben-Meter-Werfen. Briegel sagt: „Grundsätzlich gilt auch in der Prüfungssituation die Regel, vor und nach dem Sport Hände waschen.“

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