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  3. Coronavirus: B.1.1.7, B.1.351 und P.1: Wie unterscheiden sich Corona-Mutationen?

Coronavirus
19.02.2021

B.1.1.7, B.1.351 und P.1: Wie unterscheiden sich Corona-Mutationen?

Die Mikroskop-Aufnahme zeigt das ursprünglich für die Pandemie verantwortliche Virus SARS-CoV-2. Inzwischen gehen Mutationen um.
Foto: NIAID-RML, dpa

Die Corona-Varianten unterscheiden sich nicht nur vom ursprünglichen Virus, sondern auch untereinander. Nicht zuletzt was die Wirksamkeit von Impfstoffen angeht. Ein Überblick.

Bis vor Kurzem sprach man noch vom "neuartigen Coronavirus", wenn man Sars-Cov-2 meinte. Verglichen mit andern Coronaviren ist der Erreger zwar immer noch kaum erforscht, eine "neuartige" Bedrohung geht heute aber vor allem von den Mutationen des Virus aus. Medizinisch ist da die Rede von "B.1.1.7" oder "B.1.351". Der breiten Bevölkerung sind die Mutationen eher unter den Namen der Länder bekannt, in denen sie das erste Mal erfasst wurden: britische, südafrikanische oder brasilianische Variante. Worin unterscheiden sich die drei wichtigsten Mutationen? Ein Überblick.

Die britische Variante des Coronavirus, B.1.1.7:

B.1.1.7 wurde das erste Mal in Großbritannien nachgewiesen. Im Dezember 2020 berichteten die örtlichen Behörden das erste Mal von der Mutation. Forscher gehen davon aus, dass diese ansteckender ist - sowohl verglichen mit dem ursprünglichen Virus, als auch mit den bekannten Mutationen. Gesicherte Erkenntnisse liegen aber noch nicht vor.

Mindestens 35 Prozent höher soll die Ansteckungsrate nach aktuellen Schätzungen sein. Die Reproduktionszahl in Deutschland schätzen Forscher aktuell auf etwa 1,2. Ein Infizierter steckt also im Schnitt etwas mehr als eine Person an. Trotz Maßnahmen wie der Maskenpflicht oder den Abstandsregeln. Bei der ursprünglichen Variante liegt der Wert in Deutschland momentan bei etwa 0,8 oder 0,9, Maßnahmen zur Kontaktreduzierung einberechnet.

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Über die Mutation spricht man zwar gerne im Singular, doch es sind auch schon Varianten der Variante nachgewiesen worden. So zum Beispiel bei "B.1.1.7 E484K". Eine Sonderform, die bisher nur in Großbritannien aufgetreten ist. Es wird vermutet, dass diese Variante eine hohe Resistenz gegen Impfstoffe haben könnte. Sie gelte jedoch derzeit als selten, schreibt das RKI. Was die Wirksamkeit von Impfstoffen anbelangt, bereite die britische Variante bisher aber "am wenigsten Kopfschmerzen", sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, Carsten Watzl, kürzlich der Deutschen Presse Agentur. Nach bisherigen Erkenntnissen schützen die aktuell verfügbaren Impfstoffe relativ zuverlässig gegen die britische Mutante.

Die südafrikanische Mutation, B.1.351:

Auch über die südafrikanische Variante wurde im Dezember 2020 erstmals berichtet. Ähnlich wie bei der britischen Mutation gehen Forscher von einer erhöhten Übertragbarkeit aus. Wie ansteckend die Variante tatsächlich ist, lässt sich aber noch nicht gesichert bewerten. Die Experten des RKI warnen jedoch, dass aktuell verfügbare Impfstoffe möglicherweise nur begrenzt gegen B.1.351 schützen: "Mehrere Studien weisen auch darauf hin, dass Menschen, die an der ursprünglichen Variante erkrankt waren oder einen auf dieser beruhenden Impfstoff erhalten haben, weniger gut vor einer Infektion mit B.1.351 geschützt sind."

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Der Grund: Die neutralisierenden Antikörper, die sich durch Infektion oder Impfung bilden, seien gegen diese Variante weniger wirksam. Laut dem Immunologen Carsten Watzl betreffe das vor allem den Impfstoff der britischen Firma Astrazeneca. Der schützte demnach nur minimal vor leichten und moderaten Erkrankungen. Doch die Studie sei relativ klein und es seien nur jüngere Menschen mit generell eher leichten Verläufen einbezogen worden. Die gute Nachricht: Beim Impfstoff der Hersteller Biontech/Pfizer deuten erste Laborergebnisse auf eine Wirksamkeit auch gegen die südafrikanische Variante hin.

Die brasilianische Corona-Mutation, P.1:

Die P.1-Variante zirkulierte erstmals im brasilianischen Staat Amazonas. Es ähnelt der südafrikanischen Mutation. Bisher ist aber noch wenig bekannt. "Eine erhöhte Übertragbarkeit wird ebenfalls als denkbar erachtet", schreiben die Experten des RKI. Außerdem werde auch hier über reduzierte Wirksamkeit von Antikörpern diskutiert. Impfstoffe könnten also weniger effektiv schützten. Außerdem ist nicht sicher, ob Infizierte nach überstandener Krankheit immun gegen diese Variante sind.

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