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Aichach
01.11.2020

Erfolgreicher Endspurt der Landesausstellung in Aichach

Am Sonntag endete die Landesausstellung. Das ganze Wochenende über kamen immer wieder Besucher ins Feuerhaus.
Foto: Gerlinde Drexler

Am letzten Wochenende der Landesausstellung kommen noch einmal viele Besucher nach Aichach. Das verfrühte Aus lässt bei Helfern etwas Wehmut aufkommen.

Die Gesichter beginnen zu strahlen, wenn man sie auf die Bayerische Landesausstellung anspricht: Für die vielen Helfer, die unter anderem im Feuerhaus oder in der Stadtinfo in Aichach eingesetzt sind, waren die vergangenen Monate eine besondere Zeit. Dass die Landesausstellung wegen der Corona-Verordnungen sogar eine Woche früher als geplant schließen muss, stimmt die meisten zwar traurig, sie wollen aber "das Beste daraus machen".

Hinweisschilder wiesen Besuchern vom Aichacher Stadtplatz aus den Weg zum Feuerhaus.
Foto: Gerlinde Drexler

Ruhig ist es auch am letzten Wochenende der Landesausstellung nicht vor dem Feuerhaus. Immer wieder treffen Besucher ein, die teilweise über das Internet die Karten schon vorbestellt haben. Einige, wie das Ehepaar Schorer aus Augsburg, haben sich wegen der verkürzten Dauer der Ausstellung kurzfristig zu einem Besuch entschieden. Im Friedberger Schloss und im Stadtmuseum seien sie schon gewesen, erzählen die Schorers. Jetzt wollen sie das Feuerhaus und das Wittelsbacher Museum besuchen.

So kommt die Landesausstellung in Aichach an

Im Feuerhaus sind an diesem Tag Sandra Schäffer und Brigitte Liepert als Helfer eingeteilt. Schäffer, die unter der Woche im Eventbereich arbeitet, gefällt, dass sie während der Ausstellung mit netten Menschen in Kontakt kommt. "Sehr interessant“ findet die 23-Jährige das Konzept der Ausstellung. "Ich finde es vor allem für junge Leute super, dass so viel digital ist."

Schäffer hatte sich eigentlich darauf eingestellt, noch zwei Wochenenden lang im Feuerhaus eingeteilt zu sein. Jetzt kommt es doch anders. "Machen wir das Beste daraus", sagt sie und will ihren letzten Einsatz bei der Landesausstellung "einmal noch genießen".

Das Stadtmodell gehörte zu den Exponaten im Feuerhaus in Aichach, das die Besucher besonders beeindruckte.
Foto: Gerlinde Drexler

"Leider alles ein bisschen verkürzt, aber sehr schön", sagt Brigitte Liepert. Als waschechte Aichacherin empfindet sie es als Ehre, dass die Landesausstellung in ihrer Heimatstadt ist. "Ich bin stolz darauf, dass wir sie bekommen haben." Einmal pro Woche arbeitet sie als Helferin im Feuerhaus. Die Zeit habe sie als wunderschön empfunden, sagt die Aichacherin. "Es waren lauter nette Leute da und man hat gesehen, dass sie Interesse daran haben."

Sie habe öfter von Besuchern die Rückmeldung bekommen, dass sie überrascht waren, wie schön Aichach sei. Viele kannten die Stadt nur vom Vorbeifahren. "Aber dass sich hier so ein kleines Schmuckkästchen verbirgt, wussten sie nicht." Liepert ist am Wochenende für eine erkrankte Kollegin eingesprungen. Dass sie auf die Art zum Abschluss einen zusätzlichen Tag auf der Landesausstellung hat, empfindet sie "als Zuckerl".

Auch eine Aichacherin sagt: "Ich weiß jetzt mehr"

Auch Gertraud Neumair spricht von einem "besonderen Erlebnis". Die Aichacherin arbeitet in der Stadt-Info und kommt richtig ins Schwärmen, wenn sie von der Landesausstellung spricht.

Als Anlaufstelle für die Besucher wurde in der ehemaligen Metzgerei Haselberger am Stadtplatz eine Stadt-Info während der Bayerischen Landesausstellung in Aichach eingerichtet.
Foto: Gerlinde Drexler

Die Ausstellung war für sie Anlass, sich intensiver mit der Geschichte der Stadt zu befassen. "Ich weiß jetzt mehr", sagt sie und lacht.

In der Stadt-Info hängen verschiedene Stadtansichten, in einer Vitrine liegt eine alte Urkunde zum Stadtrecht. Neumair fühlt sich wohl an ihrem Arbeitsplatz und freut sich, wenn sie den Leuten etwas von Aichach und der Umgebung erzählen kann.

In der Stadt-Info waren unter anderem ein Kleid der Kaiserin Sisi sowie in der Vitrine eine Original-Urkunde zum Stadtrecht zu sehen.
Foto: Gerlinde Drexler

So geht es auch Klaus Weber. Den 51-Jährigen hat überrascht, dass Leute aus ganz Deutschland zur Landesausstellung kommen. Er habe sich schon im Vorfeld sehr auf die Ausstellung gefreut, erzählt der Aichacher. "Es war für mich ein Dämpfer, dass man im Frühjahr nicht wusste, ob die Ausstellung wegen Corona durchgeführt werden kann." Im Nachhinein betrachtet sei alles super gelaufen, stellt er zufrieden fest.

Landesausstellung: Stadt-Info hilft bei allen möglichen Fragen

Als Ansprechpartner in der Stadt-Info bekam Weber von den Besuchern alle möglichen Fragen gestellt. Sie wollten Empfehlungen für Rad- oder Wandertouren, fragten nach dem Baujahr von Gebäuden oder der nächsten Toilette.

Klaus Weber und Gertraud Neumair gehörten zu den Helfern, die in der Stadt-Info arbeiteten.
Foto: Gerlinde Drexler

Weber, der seit über 30 Jahren in Aichach lebt, stellt fest: "Es gab doch noch Sachen, die ich nicht wusste." Rückblickend sagt er: "Es hat sehr viel Spaß gemacht." Alle Helfer seien eine eingespielte Truppe gewesen. Neumair und Weber sind sich einig: "Wir werden die Kollegen sehr vermissen."

Einen Tag vor der offiziellen Eröffnung besuchte Bayerns Wissenschaftsminister Bernd Sibler die Bayerische Landesausstellung 2020 "Stadt befreit. Wittelsbacher Gründerstädte" im Wittelsbacher Schloss (Friedberg) und im FeuerHaus (Aichach).
38 Bilder
Ein Blick in die Landesausstellung in Aichach und Friedberg
Foto: Krieger/Echter

Wie viele Besucher die Landesausstellung in Aichach und Friedberg nun tatsächlich hatte, ist noch nicht bekannt. Für Dienstag ist eine Abschluss-Pressekonferenz geplant.

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