Seit Mittwoch gibt es den ersten „Corona-Fall“ im Landkreis. Bislang ist kein weiterer Erkrankungsfall aufgetreten. Das haben Landratsamt und Gesundheitsamt am Freitagnachmittag in einer Pressekonferenz in Aichach bekannt gegeben. Das ändert indes nichts daran, dass die Unsicherheit in der Bevölkerung wächst. Das zeigen aktuelle Entwicklungen im Landkreis, die den Behörden Sorgen machen. „Manche Dinge drohen aus dem Ruder zu laufen“, so Wolfgang Müller, Pressesprecher am Landratsamt.
Auch Dr. Friedrich Pürner, Leiter des Gesundheitsamtes Aichach-Friedberg, zeigt sich besorgt. Wegen der Verunsicherung in der Bevölkerung haben die Kreise Aichach-Friedberg und Augsburg-Land sowie die Stadt Augsburg kurzfristig im Augsburger Stadtteil Haunstetten eine Art Vorsorgezentrum eingerichtet. Dort sollen sich Kontaktpersonen von Infizierten untersuchen lassen.
So geht es der erkrankten Person aus dem Raum Aichach
Zur aktuellen Lage im Landkreis: Das Gesundheitsamt hat inzwischen die Kontaktpersonen der erkrankten Person aus dem Raum Aichach ermittelt. Es handelt sich um rund 80 Menschen. Etwa 25 davon stammen aus dem Landkreis, die anderen von außerhalb, teilweise aus anderen Bundesländern.
Die meisten der 80 Menschen hatten keinen engen Kontakt zur erkrankten Person, sie waren also, so Müller „keinem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt“. Die übrigen wurden getestet. Alle bislang vorliegenden Ergebnisse sind negativ, so Pürner. Und: „Der erkrankten Person geht es den Umständen entsprechend gut.“
Laut Gesundheitsamtsleiter nimmt die Hysterie zu
So weit also alles gut im Wittelsbacher Land? Nicht ganz. Denn Pürner hat festgestellt: „Die viel besagte Hysterie greift um sich.“ Das betrifft aktuell vor allem Schulen und Arztpraxen. Beispiel Schulen: Nachdem das Robert-Koch-Institut am Donnerstag Südtirol als Risikogebiet eingestuft hat, haben Schulleiter im Landkreis am Freitag teilweise gesunde Schüler und Lehrer nach Hause geschickt, die in den Faschingsferien in Südtirol waren. Das sei aus fachlicher und medizinischer Sicht nicht korrekt und nicht notwendig, betont Pürner. Denn: Zu dem Zeitpunkt sei Südtirol noch kein Risikogebiet gewesen.
Noch dazu seien die Schüler und Lehrer bereits ein paar Tage in der Schule gewesen. Die Folge waren nicht nur zahlreiche Anrufe im Gesundheitsamt, sondern auch verstopfte Kinderarztpraxen. Eine sehr ungute Entwicklung aus Pürners Sicht.
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