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Burgadelzhausen

06.08.2020

Landgasthaus in Flammen: Die Kripo spricht von Brandstiftung

Ein Raub der Flammen wurde dieses Landgasthaus in Burgadelzhausen. Das Feuer steckte den gesamten Dachstuhl in Brand.
Bild: Feuerwehr Adelzhausen

Plus Nach dem Brand im Landgasthaus in Burgadelzhausen weiß die Kriminalpolizei: Es war kein technischer Defekt. Wurde das Feuer mit Absicht gelegt?

Der Großbrand, der das Landgasthaus in Burgadelzhausen am 10. Juli zerstört hat, beschäftigt die Kriminalpolizei in Augsburg weiterhin. Die Suche nach der Ursache gestaltete sich angesichts der enormen Zerstörungskraft des Feuers von Anfang an schwierig. Inzwischen aber gibt es erste Erkenntnisse. Michael Jakob, Pressesprecher beim Polizeipräsidium in Augsburg, berichtet auf Anfrage unserer Redaktion: „Ein technischer Defekt ist ausgeschlossen.“

Flammen und Rauchsäule beim Brand des Gasthauses in Burgadelzhausen waren weit zu sehen. Die Kripo ermittelt.
Bild: Tim Kuhn, Feuerwehr Adelzhausen

Das bedeutet im Umkehrschluss: Die Ursache des Großfeuers in dem Ortsteil der Gemeinde Adelzhausen war Brandstiftung. In diesem Zusammenhang gibt es zwei Möglichkeiten.

Brand in Landgasthaus könnte fahrlässig verursacht worden sein

Die Erste: Es könnte sich um eine fahrlässige Brandstiftung handeln, die etwa durch einen Unfall verursacht worden sein könnte, so Jakob. Die zweite Möglichkeit lautet: vorsätzliche Brandstiftung. Dann hätte jemand mit voller Absicht das Landgasthaus angezündet. Noch weiß die Kripo nicht, welche der zwei Möglichkeiten zutrifft. Es gibt bis dato keine Anhaltspunkte, ob das Feuer versehentlich ausgelöst wurde oder ob einer mit Vorsatz handelte. „Wir ermitteln intensiv, auch gegen unbekannt“, so Jakob.

Landgasthaus in Flammen: Die Kripo spricht von Brandstiftung

Das Großfeuer am Abend des 10. Juli hatte für enormes Aufsehen gesorgt. Der Brand, der weitum zu sehen war, war in einem Holzschuppen im rückwärtigen Teil des Gebäudes ausgebrochen, während vorne zahlreiche Menschen gemütlich Biergartenatmosphäre genossen. Der Brand entwickelte sich in einem derartigen Tempo, dass sich davon sogar erfahrene Feuerwehrleute überrascht zeigten.

Burgadelzhausen: Es gab kaum eine Chance, das Haus zu retten

Vor Ort war den Helfern rasch klar: Es gibt kaum eine Chance, das Gebäude der Gastwirtschaft mit angebautem Stadel retten zu können. Die Einsatzleitung mit Burgadelzhausens Kommandant Leonhard Oswald an der Spitze hatte ohnehin zwei schwierige Aufgaben zu lösen. Unweit des brennenden Holzschuppens stand ein Flüssiggastank – ein enormer Gefahrenherd. Den Einsatzkräften gelang es durch permanente Kühlung, eine Explosion zu verhindern. Außerdem schafften es die insgesamt 150 Feuerwehrleute, das Wohnhaus der Wirtsleute zu retten. Es steht in unmittelbarer Nähe der Brandstätte und die Flammen drohten überzugreifen.

Das Gasthaus samt Stadel aber wurde ein Raub der Flammen. Inzwischen hat die Polizei auch die Schadenshöhe eingegrenzt. Sie beläuft sich laut Sprecher Michael Jakob auf 1,5 bis zwei Millionen Euro.

Nach dem Brand: Die Burgadelzhausener vermissen ihre Dorfwirtschaft

In Burgadelzhausen ist das Großfeuer nach wie vor ein zentrales Thema. Das Landgasthaus war sozusagen die „gute Stube“ des Ortes. Jetzt steht dort eine Brandruine. Den Burgadelzhausenern fehlt ihre Dorfwirtschaft, die Treffpunkt Nummer eins war.

Das betont auch Feuerwehrkommandant Oswald im Gespräch mit unserer Redaktion. Die Feuerwehr und die Vereine arbeiten nun daran, einen kleinen Stammtisch im Feuerwehrhaus einzurichten. Der soll offen sein für alle Bürger, „dass man wieder zusammenkommt“, so Oswald.

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