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Holzheim-Stadel

12.06.2019

Wieso die Aindlinger Maibaum-Diebe nicht bestraft werden

Die Maibaum-Diebe von Stadel werden nicht bestraft. (Symbolfoto)
Bild: Alexander Kaya

Plus Die Staatsanwaltschaft stellt das Verfahren gegen die Burschen aus Aindling ein. Die hatten einen Maibaum gestohlen. Am Ende gab es eine gemeinsame Brotzeit.

Aufatmen dürfen 13 junge Männer, die Ende März den Maibaum im Holzheimer Ortsteil Stadel (Kreis Donau-Ries) gestohlen haben. Wie berichtet, wurden sie dabei von einem Anwohner erwischt, den sie anschließend auf etwas unliebsame Weise abschüttelten. Der Mann erstattete Anzeige gegen die 13 Beteiligten – zwölf davon stammen aus dem Raum Aindling, einer aus dem nördlichen Landkreis Augsburg.

Polizei: Ermittlung wegen Diebstahl

Die Polizei ermittelte wegen des Verdacht des Diebstahls und einer Delle im Auto des Verfolgers. Danach landete der Fall bei der Staatsanwaltschaft Augsburg. Deren Sprecher Matthias Nickolai teilte nun auf Anfrage mit, dass das Verfahren gegen die jungen Männer wegen geringen Verschuldens eingestellt wurde. Laut Nickolai seien alle Beschuldigten unbescholten und geständig gewesen. Zudem sei am Auto des Verfolgers allenfalls geringer Schaden verursacht worden. Positiv für die Beteiligten wirkte sich auch aus, dass das „Diebesgut“, der Maibaum, zurückgegeben wurde und die beklaute Dorfgemeinschaft Stadel kein Interesse an der Strafverfolgung gezeigt habe.

Maibaum: Brotzeit und Getränke als Gegenleistung

Wie berichtet, hatten die Maibaumdiebe trotz der Anzeige eine Brotzeit und Getränke für die Rückgabe der 22 Meter lange Fichte ausgehandelt. Der Stamm hatte einige Tage davor ungesichert zum Austrocknen auf einer Wiese in Stadel gelagert. Das nutzte die Aindlinger Gruppe aus und rückte zum Abtransport mit einem Traktor samt Anhänger an. Ein Anlieger bemerkte die Aktion und versuchte, die Burschen aufzuhalten. Einer davon soll sich bei der „Verfolgung“ auf die Motorhaube des Autos gesetzt haben, mit dem der Anwohner unterwegs war. Nach den Brauchtumsregeln muss der Baum heimlich und unentdeckt gestohlen oder andernfalls wieder herausgegeben werden. Obwohl der Diebstahl demnach nicht astrein abgelaufen ist, sprach sich selbst die Dorfgemeinschaft Stadel gegen eine Bestrafung der 13 Burschen aus.

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Die Beschuldigten waren jetzt extrem erleichtert, dass die Sache gut ausgegangen ist. Ende März hatten zwei der Beteiligten gegenüber unserer Zeitung noch angekündigt, sich nach Abschluss des Verfahrens zu der Aktion zu äußern. Auf aktuelle Nachfrage hielten es jetzt aber beide für besser, die Geschichte ohne weitere Worte ruhen zu lassen.

Lesen Sie dazu die Glosse: Glosse: Vorsicht beim Klauen eines Maibaums

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