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Narrensitzung

22.01.2018

Zeller suchen Nachfolger für König Klaus

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Nach der ersten Verwirrung war das Publikum begeistert von der „Black and White Spezialeinheit“.
Bild: Gerlinde Drexler

Doch Trump ist keine Alternative für Griesbeckerzell. Heimatminister Söder befürchtet, dass die unbeugsamen Narren aus dem Dorf am Rande der Alpen für den „Grexit“ stimmen

Aichach-Griesbeckerzell Beinahe hätten es die Zeller geschafft, dass Aichach von König Ludwig regiert wird. Mit einer Zeitmaschine suchen sie nach einem neuen Regenten für die Paarstadt. Das ist nur einer von vielen Programmpunkten, die die Faschingsgesellschaft Zell ohne See am Freitag bei der ersten von insgesamt sechs Narrensitzungen präsentiert. In der ausverkauften Faschingshalle in Griesbeckerzell zünden sie eine Stimmungsrakete nach der anderen.

Ganz Aichach wird von König Klaus (Habermann) regiert. Ganz Aichach? Nein. Da gibt es ein von unbeugsamen Narren bevölkertes Dorf am Rande der Alpen, das dem König Widerstand leistet. König Klaus hat nicht nur die Habermark abgeschafft und den Klaustaler eingeführt. Der Postbote muss in Zell Überstunden machen, weil er mangels Handyem-pfang auch SMS und E-Mails austragen muss.

Mit einer Zeitmaschine wollen die Zeller sich einen neuen König suchen. Die erste Reise ins 15. Jahrhundert zu Kaiser Augustus ist ein Reinfall. Obwohl das Publikum vom Auftritt des Römers Gaius Hase begeistert ist. Ein neuer Anlauf bei König Ludwig ist vielversprechend. Die Zeitreisenden schaffen es sogar, sich 1996 die Wahlurne mit den Stimmzetteln zu schnappen. Dann aber nimmt das Schicksal des Königs und die „unerwartete Reise“ der Zeller Theatergruppe am Starnberger See seinen Lauf. Wäre der amerikanische Präsident Donald Trump eine Alternative? Dann doch leichter den Klaus, finden die Zeller.

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Heimatminister Markus Söder (Wolfgang Kopp), der sich wegen fehlenden Handyempfangs, seine Hymne selbst singt, plädiert für „Bayern first und Zell ganz vorn“. Seine Befürchtung: „Wenn wir nicht aufpassen, stimmen die Zeller für einen Grexit.“ Den schleppenden Breitbandausbau nimmt Daniela Stief als Bundeskanzlerin Angela Merkel aufs Korn. Nachdem die Stadt im Baumarkt die falsche Kabeltrommel gekauft habe, „hauen sie im Stadtrat jetzt mit dem Hammer drauf und hoffen, dass Breitband daraus wird“.

Seitenhiebe auf die Politik gehören bei den Narrensitzungen dazu. Und die Zeller schielen dabei nicht nur auf die Stadtpolitik. Beim „politischen Durcheinander“ knöpfen sich Wolfgang Kopp, Daniela und Patrick Stief die große Politik vor. Der Hofreiter Toni (Bündnis 90/Die Grünen), Angela Merkel (CDU) und Christian Lindner (FDP) bekommen ihr Fett weg. Und sogar Franz Josef Strauß alias Richard Plank schaltet sich von oben zu und liest den Politikern die Leviten: „Wenn ihr nicht bald eine Regierung zusammen bekommt, dann schick ich euch den Boandlkramer.“

Die Zeller Narren haben wieder viel Arbeit in ihr mehrstündiges Programm und die passenden Bühnenbilder gesteckt. Die ersten Stimmungsraketen steigen im größtenteils maskierten Publikum schon beim Auftritt von Garde und Prinzenpaar. Die Ranzengarde „war noch niemals in New York“, die Kindergarde entführt die Zuschauer in den Orient und die Teenies versprühen im Glitzerfummel Abba-Feeling. Gruselig wird es beim Tanz der Vampire, wo Hofmarschall Stefan Kopp als Fürst der Finsternis auftritt.

Ins Reich der Märchen nimmt Sitzungs-Urgestein Gerd Langer das Publikum mit. Er erzählt eine Variante, in der König Klaus und seine Frau Heidi im Sisi-Schloss wohnen und die Stadträte die guten und bösen Feen sind. Die „Black and White Spezialeinheit“ verwirrt im ersten Moment das Publikum und begeistert es dann mit einer optischen Täuschung.

Mit Sprachtalent und Stimmimitationen trumpfen Christian, Dominik und Richard Plank auf. Sie lassen auf dem Pilgerweg „Camino“ nicht nur Niki Lauda und Oliver Kahn auftauchen, sondern auch Hans Moser oder „Calli“ Reiner Calmund. Da zündet nicht nur die dritte Stufe der Stimmungsrakete, sondern die Zuschauer wollen, wie so oft während der Sitzung, eine Zugabe.

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