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Fußball-Nachlese

06.11.2017

Aindling schlittert weiter in die Krise

Ein Bild mit Symbolcharakter: Simon Fischer und der TSV Aindling rutschen aktuell in Richtung Bezirksliga. Nach der 1:3-Pleite beim Derby in Mering ist der direkte Klassenerhalt kaum mehr zu schaffen. Wie reagieren die Verantwortlichen?

Wie wird der TSV in der baldigen Winterpause auf die lange Serie von Misserfolgen reagieren? Der Sportliche Leiter Josef Kigle will den „Supergau“ verhindern. Derby in Mering gibt wenig Grund zur Hoffnung.

Der TV Bad Grönenbach ließ sich beim 1:6 zu Hause vom TSV Nördlingen so richtig aufs Kreuz legen, und der SV Raisting kassierte beim 1:3 in Ichenhausen die achte Niederlage in Folge. Die negativen Ergebnisse der Konkurrenz im Kampf um den Erhalt der Landesliga Südwest wurden beim TSV Aindling wohlwollend zur Kenntnis genommen. Von echter Freude konnte freilich nicht die Rede sein, dazu hätten allein die Fußballer des Vereins beitragen können. Doch aus den Ausrutschern der Gegner schlugen sie kein Kapital, sie verloren vielmehr im Landkreisderby beim SV Mering mit 1:3.

„Wir haben noch drei Spiele bis zum Winter, dann muss man reagieren.“ So äußerte sich der Sportliche Leiter Josef Kigle am Sonntagabend. Wie ist der Satz zu verstehen? „Ich sag’ gar nichts“, hielt sich Kigle auf Nachfrage bedeckt. Neue Fußballer im Winter zu verpflichten, ist nicht zuletzt aus finanziellen Erwägungen heraus schwierig. Denn in diesem Fall müsse man Ablösen zahlen. Und im Übrigen dürften sich nicht allzu viele Kandidaten in diesen Wochen für einen Wechsel ans Schüsselhauser Kreuz begeistern lassen, schließlich zeigt in dieser Saison der Trend eindeutig nach unten. Die Partie in Mering hat bei Kigle einmal mehr Frust hinterlassen: „Das war ein Spiegelbild der vergangenen Spiele. Wir machen einen Fehler und kriegen ein Tor.“

Jetzt gilt es für ihn, den „Supergau“ zu verhindern. Das wäre am Ende Platz 17 im 17er-Feld, verbunden mit dem direkten Abstieg. Die Relegation wäre ebenfalls nicht gerade erstrebenswert, angesichts des weiten Abstands auf die Klubs, die die sicheren Plätze einnehmen, aber wohl kaum zu umgehen. Zehn Punkte beträgt mittlerweile der Rückstand auf Platz 13, der am Ende den Klassenerhalt bedeuten würde. „In der Relegation“, versucht sich Trainer Thomas Wiesmüller zu trösten, „haben alle die gleichen Chancen.“ Allerdings wissen die Aindlinger aus eigener Erfahrung, wie tückisch diese Runde ausfallen kann. Da spielte man 2013 in Vilzing 0:0 und war einigermaßen guter Dinge. In Aindling gab’s ein 1:1, und weil das Auswärtstor entschied, war das Thema Bayernliga erledigt. Fünf Jahre später droht dem TSV der Abstieg in die Bezirksliga.

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„Der Kampf hat auch ein bisschen gefehlt“, monierte Kigle als Beobachter in Mering: „Beim 2:0 steht bei uns keiner da. Mit dem einzigen guten Spielzug über Knauer und Kubina machen wird das Tor. Da hat man gesehen, dass die Meringer verwundbar sind.“ Aber dazu wäre es erforderlich gewesen, Angriffe mit hohem Tempo vorzutragen. Jetzt hofft man darauf, dass bei Christian Wink die Sperre abläuft und dass Kapitän Patrick Modes nach seiner langen Verletzung wieder eingreifen kann. Zu allem Überfluss kommt noch die Causa Matthias Steger (wir berichteten). Es ist zu vermuten, Verstöße gegen die interne Disziplin haben dazu geführt, dass man das Eigengewächs freigestellt hat. Kigle zeigt sich kompromisslos: „Auch wenn er das jetzt bereut, es gibt es kein Zurück.“

Tops & Flops des Spieltages

Spieler des Spieltags Das ist in dieser Woche Aichachs Nachwuchsstürmer Leon Fischer. Der 18-Jährige erzielte beim 3:2-Erfolg gegen den BSV Berg im Gau einen Dreierpack und brachte den Kreisligisten BC Aichach nach zwei Niederlagen zurück in die Erfolgsspur. Fischer traf in der 30., 44. und 78. Spielminute und brachte sein Team uneinholbar mit 3:0 in Front. Für den Jungspund waren es die Treffer vier, fünf und sechs, wodurch Fischer sein Torekonto innerhalb eines Spiels verdoppelte.

Top des Spieltags Das ist diesmal der Regionalligist FC Pipinsried. Bei der SpVgg Greuther Fürth II lag der Aufsteiger lange mit 0:1 zurück. Die erste Niederlage gegen den Lieblingsgegner und das Abrutschen auf einen Relegationsplatz drohte. Doch der FCP gab nicht auf und drehte die Partie. Durch die Treffer von Kasim Rabihic (90.) und Ünal Tosun (94.) konnte sich der Aufsteiger etwas von den Abstiegsplätzen absetzen.

Flop des Spieltags Das sind in dieser Woche die schwachen Zuschauerzahlen. Zugegeben – das Wetter sorgte dafür, dass viele Fans am Sonntag lieber zu Hause blieben, anstatt sich durch das Schmuddelwetter zum Sportplatz zu kämpfen. Dennoch sind gerade einmal 100 Zuschauer beim Landesliga-Landkreis-Derby zwischen dem SV Mering und dem TSV Aindling enttäuschend. Noch ein paar weniger sahen das Herzschlagfinale des FC Pipinsried in Fürth. Das Spiel hätte eindeutig mehr verdient gehabt. Auch zum Bezirksliga-Krisengipfel zwischen Horgau und Hollenbach verirrten sich mit 100 Fans nicht gerade viele Zuschauer.

Torjäger Neben Leon Fischer traf auch Spielertrainer Anil Zambak vom A-Klassisten Bachern dreimal gegen Hollenbach II. Genauso oft war auch Obergriesbachs Maximilian Eisner beim 8:0-Erfolg bei Rehling II in der B-Klasse Aichach I erfolgreich. Ebenso schraubte Torjäger Aivars Ugarenko vom TSV Friedberg II in der B-Klasse Aichach II sein Torekonto mit drei Treffern nach oben.

Längste Serien Seit 13 Spielen hat der Kreisklassist TSV Friedberg nicht mehr verloren. Auf elf Partien ohne Niederlage bringt es A-Klassist TSV Weilach. Kreisligist SC Griesbeckerzell baute seine Serie mit dem Sieg gegen Stätzling II auf acht Spiele ohne Niederlage aus. Weiterhin ungeschlagen ist der TSV Aindling II in der B-Klasse Aichach I, der 5:0 in Petersdorf gewann.

Zuschauermagneten Die mit Abstand meisten Fans kamen zum Kreisligaspiel zwischen Petersdorf und Untermaxfeld mit 350. 150 Personen beobachteten das 2:2 von Adelzhausen in Offingen. 140 Zuschauer waren beim Sieg des SC Griesbeckerzell gegen Stätzling vor Ort.

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