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Inchenhofen

23.06.2019

Porträt: Die Hartmanns - eine Familie von Fußball-Torhütern

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3 Bilder
Bei der Familie Hartmann aus Inchenhofen mangelt es nicht an Torhütern. (von links) Die Brüder Florian, Christoph und Johannes stehen in ihren Vereinen alle zwischen den Pfosten. Das kommt nicht von ungefähr.

Die Brüder Christoph, Johannes und Florian Hartmann stehen alle zwischen den Pfosten. Woher das Talent kommt und warum ein Bundesligaverein nicht infrage kam.

Inchenhofen An manchen Tagen kommt Christine Hartmann mit dem Waschen fast gar nicht mehr hinterher. Mindestens zwei Maschinen fallen dann an – voll von dreckigen Trikots und Hosen. Ihre drei Söhne spielen Fußball – genauer gesagt, sie sind allesamt Torhüter. „Bei den Feldspielern wird zumindest die Spielkleidung von den Vereinen gewaschen. Meine Jungs bringen ihre Sachen immer mit nach Hause. Und beim richtigen Wetter sehen die dann auch entsprechend aus“, so Christine Hartmann. Dennoch unterstützt die Inchenhofenerin ihre Söhne gerne. Mit Erfolg, denn alle drei sind als Torhüter sehr talentiert. Davon zeugt nicht zuletzt eine Glasvitrine im ersten Stock des Hauses, bis zum Rand gefüllt mit Pokalen und Medaillen.

Voll ist der Trophäenschrank der Familie Hartmann in jedem Fall.

Die Hartmann-Brüder spielen bei unterschiedlichen Vereinen

Christoph, der Älteste, wurde als Jugendlicher entdeckt und zum Stützpunkt in Augsburg eingeladen. Der heute 21-Jährige durchlief alle Auswahlmannschaften bis zur Bayernauswahl. Ab der D-Jugend war der Groß- und Außenhandelskaufmann für den FC Stätzling am Ball. In der U19 wechselte er zum TSV Rain, mit dem ihm vor Kurzem der Aufstieg in die Regionalliga gelang. Einziger Wermutstropfen für den jungen Keeper: Aufgrund einer Knieverletzung konnte er nicht eingreifen: „Das ist schon bitter. Ich bin enttäuscht, wie die Saison gelaufen ist, freue mich aber auf die Regionalliga.“ Schon zuvor hatte er sich einen Finger gebrochen, wodurch er lediglich auf vier Einsätze in der Bayernliga kam. Ganz anders im Vorjahr, als Hartmann in der Relegation zwischen den Pfosten stand. Der Leahader will auch in der kommenden Saison auf seine Einsatzzeiten kommen: „Ich falle zwar verletzt noch etwas länger aus, werde mich dann aber wieder zurückkämpfen. Vielleicht bekomme ich ja in der Rückrunde meine Chance.“

Auf seine Chance hofft auch Bruder Johannes Hartmann. Der 18-Jährige wechselte in der B-Jugend vom FC Stätzling zurück zum TSV Inchenhofen. Der mit 1,75 Metern kleinste Bruder rückt im Sommer in den Seniorenbereich der Leahader auf. Dem gelernten Schreiner wurde der Aufwand beim FCS irgendwann zu groß, deshalb kehrte er zu seinem Heimatverein zurück. „Die Arbeit war mir einfach wichtiger, es ging mir um die Gaudi und die habe ich hier in Inchenhofen.“

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Der Dritte im Bunde ist Florian. Der 17-Jährige ist in der U17 des FC Stätzling aktiv und dort sehr erfolgreich. Neben Platz fünf in der Landesliga hat der jüngste Hartmann-Bruder auch noch die Chance auf den Landkreispokal. Auch der angehende Flugzeuggerätemechaniker durchlief sämtliche Auswahlmannschaften und nahm kürzlich mit Bayerns besten Kickern seiner Altersklasse an einem Vergleichsturnier in Karlsruhe teil (wir berichteten). „Das war schon besonders, vor allem weil die Jungs von den anderen Teams fast ausschließlich in Nachwuchsleistungszentren ausgebildet wurden“, so der mit 1,85 Metern größte der Brüder.

Vater Richard Hartmann (vorne) war ebenfalls Torhüter.

Warum die Torhüter sogar Angebote von Bundesligavereinen ausschlugen

Angebote von Bundesligavereinen gab es auch für die Hartmann-Brüder, doch Vater Richard lehnte stets ab: „Wir waren auch bei Probetrainings, haben diesen Schritt aber nie gemacht. Der Aufwand wäre zu groß gewesen, außerdem haben wir immer andere Prioritäten gesetzt“, so der 50-Jährige. Etwa die berufliche Ausbildung. „Fußball ist die schönste Nebensache der Welt. Sie haben auch so ihren Weg gemacht und sind sehr heimatverbunden, das war für uns als Eltern auch wichtig“, so Richard Hartmann, dessen Söhne allesamt in der Inchenhofener Feuerwehr aktiv sind. Auch waren die Hartmann-Brüder schon als Ministranten in Leahad tätig. Den Traum vom Profifußballer hatte keiner der drei, so sagen es die Brüder übereinstimmend. „So hoch wie möglich spielen“, lautet das Ziel, wobei die Vorbilder natürlich aus dem Profilager kommen. Hier werden die deutschen Nationaltorhüter Manuel Neuer und Marc-André ter Stegen genannt. Talent haben aber auch die Hartmann-Brüder. Dieses haben die drei übrigens von Vater Richard, der früher beim TSV Inchenhofen zwischen den Pfosten stand. Genauso wie Opa Hans, der als größter Fan seiner Enkel gilt und schon viele Spiele besucht hat.

Alle drei Brüder haben in Leahad mit dem Fußball begonnen – allerdings nicht im Tor. Im Gegenteil, in der E- und F-Jugend waren alle drei eher für das Toreschießen zuständig. „Aus der Not heraus musste irgendwann jeder von ihnen ins Tor, das war übrigens bei mir nicht anders“, so Vater Richard, der alle seine Söhne in Leahad auch schon gecoacht hat: „Angefangen hat aber alles in der Bannholz-Arena“, betont er. Auf einer Wiese in der Nähe des heimischen Gartens machte das Trio die ersten fußballerischen Schritte. Benannt ist das Spielfeld nach der gleichnamigen Straße.

Auch vor dem heimischen Garten machten die Nachwuchstorhüter nicht halt, wie Mutter Christine Hartmann erzählt. „Ein paar Pflanzen sind ihnen schon zum Opfer gefallen. Heute kommt das aber nicht mehr so oft vor.“ Fußball wird entweder im Verein oder auf der Konsole gespielt. Wenn aber die Bundesliga im Fernsehen kommt, schauen die Hartmanns gemeinsam zu.

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