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Meitingen

31.07.2019

Andreas Stetter macht seine Reiselust zum Beruf

Für seinen Job ist Andreas Stetter immer on tour. Hier nimmt er – mit einer kleinen Reisegruppe – an einer Safari in Namibia teil.
Bild: Reisewelt24

Andreas Stetter tingelt durch die Welt. Dann sattelt er um. Sein Sprung in die Selbstständigkeit steht zunächst unter keinem guten Stern. Heute ist Stetter Chef von sechs Reisewelt24-Filialen.

Andreas Stetter, der Chef von aktuell sechs Reisewelt24-Filialen, hat eigentlich genau zum richtigen Zeitpunkt den Sprung in die Selbstständigkeit gewagt. In Neuburg an der Donau stand damals ein Reisebüro zur Übernahme zur Verfügung. Stetter entschied sich dafür, eben dort den Grundstein für seine unternehmerische Zukunft zu legen.

Das war im Frühjahr 2001. In der Hoch-Zeit der Touristikbranche. Doch nur ein halbes Jahr später erschütterte am 11. September der Terroranschlag in den USA die Welt. „Ab da war nichts mehr los am Reisemarkt“, erklärt Stetter mit Blick auf seinen schweren Start.

Er machte eine Ausbildung zum Chemikant

Ein Grund aufzugeben war diese Flaute für den 51-Jährigen, der ab seinem sechsten Lebensjahr im Thierhauptener Ortsteil Neukirchen aufwuchs, allerdings nicht. Nach seiner Ausbildung zum Chemikant tingelte er zunächst durch die Welt. Dabei fällte er den Beschluss, beruflich umzusatteln. Nach einer Ausbildung zum Reiseverkehrskaufmann und einer Weiterbildung zum Fachwirt für Tourismus eröffnete Stetter sein erstes Reisebüro. Und auch vom Einbruch in der Tourismusbranche ließ der Unternehmer sich nicht davon abbringen weiterzumachen.

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Nach der Eröffnung der zweiten Filiale in Gersthofen im Jahr 2005 folgten weitere Büros in Mindelheim (2013), Meitingen (2013), Königsbrunn (2014), Schwabmünchen (2014), München (2014), Heimstetten (2016) und Donauwörth (2018). Die Filialen in Königsbrunn und am Isartor in München gibt es heute nicht mehr, stattdessen steht die Wieder-Eröffnung des Meitinger Büros an, das nach einem Wasserschaden in neuem Glanz erstrahlt, sowie die Eröffnung einer neuen Filiale.

Um das große Filialnetz betreiben zu können, gehören insgesamt 26 Mitarbeiter zum Team des 51-Jährigen, davon sechs Auszubildende. Diese kümmern sich auch dann um die Kundenanfragen, wenn Stetter selbst on tour ist – und das ist jährlich mindestens für zwei bis drei Monate der Fall. Dann haben seine Kunden auch die Möglichkeit, im Rahmen einer Klein-Gruppenreise von etwa 15 Personen direkt mit dem Chef persönlich auf Tour zu gehen. Diese Reisen mit individueller Führung und außergewöhnlichem Charakter sind aber nur ein Trend der Reisebranche. Nach wie vor hoch im Kurs stehen Postschiffreisen mit der Hurtigruten nach Skandinavien und Kreuzfahrten mit bis zu 2000 Passagieren.

Nachhaltige Reiseangebote werden wichtiger

Auch die Forderung nach nachhaltigen Reiseangeboten werde, so der 51-Jährige, immer lauter und stelle die Branche auch vor Herausforderungen. Ganz gezielt müsse dann nach Angeboten gefahndet werden, bei denen die Reisekosten vornehmlich im Reiseland bleiben. Reiseveranstalter, die versprechen, 75 Prozent des Reisepreises im Land zu investieren, kämen aktuell besonders gut an, erklärt er. Zum Vergleich: Bei den meisten deutschen Reiseveranstaltern liegt dieser Prozentsatz bei gerade mal 20 bis 25 Prozent. Wenn am Reiseziel Projekte unterstützt werden, wie etwa die Aufforstung des Regenwaldes, der Schutz der Meere oder der Bau einer Schule, kommt das bei vielen Reisenden besser an als eine Reise, an der vor allem der Veranstalter verdient.

Die gezielte Suche nach Anbietern, die die Wertschöpfung im Urlaubsland lassen, sowie nach individuellen Reisekonzepten sind für Stetter die entscheidenden Faktoren, um sich vom Onlinemarkt abheben zu können. „38 Prozent der Urlaubsreisen werden heutzutage bereits online gebucht“, erklärt er und ergänzt: Viele Kunden erlägen dem Irrglauben, dass Online-Angebote immer günstiger seien. Dabei gehe es vor allem um das Plus an Service, das Kunden im Reisebüro erfahren – und das auch dann, wenn die Reisenden aufgrund von Streiks oder Vulkanausbrüchen auf Hilfe aus dem Reisebüro angewiesen sind. Zudem seien es nicht die Onlineplattformen, sondern die örtlichen Unternehmen, die sich auch vor Ort einbringen, betont der 51-Jährige.

Ihn selbst kennen die meisten aus der Wasserwacht oder aus dem Faschingsverein. Eine Funktion kann er heute nicht mehr ausüben – zu stressig ist der Job, der nicht nur Büroarbeit oder Reisen umfasst, sondern auch die Organisation von regelmäßigen Abendveranstaltungen.

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