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Stadtrat

25.02.2014

Bei Mittelschule und Sport ist man sich einig

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Einig sind sich die Gersthofer Stadträte darin, dass die derzeit laufenden Planungen für einen Neubau der in die Jahre gekommenen Mittelschule zügig weitergeführt werden. Bei anderen Themen gehen die Meinungen oft auseinander.
Bild: Marcus Merk

Alle Fraktionen und Gruppierungen in Gersthofen wollen Stillstand beenden

Gersthofen Geld allein macht auch nicht glücklich – dieser alte Spruch gilt im Besonderen für Gersthofen. Die Stadt hat dank sprudelnder Gewerbesteuereinnahmen inzwischen rund 60 Millionen Euro auf der hohen Kante – dennoch tat man sich in den vergangenen sechs Monaten schwer, langfristig bedeutsame Entscheidungen zu treffen.

Viele verschiedene Meinungen, immer mehr Gruppierungen – sehr harmonisch war die Zusammenarbeit im Gersthofer Stadtrat in den vergangenen sechs Jahren nicht. Die Mehrheit des Gremiums macht dafür Bürgermeister Jürgen Schantin verantwortlich, der im Jahr 2008 als Wunschkandidat des langjährigen Bürgermeisters Siegfried Deffner den Chefsessel im Rathaus errang.

Inzwischen hat sich Deffner von seinem einstigen Schützling losgesagt. Schantin, zunächst CSU, gründete die „Wähler Initiative Richtungswechsel (W.I.R.)“, für die er jetzt um den Verbleib an der Stadtspitze kämpft. In ihr gingen die Stadtratsmitglieder Georg Brem und Albert Heckl (früher GBU) sowie Hans-Jürgen Fendt (FDP) auf.

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Doch Schantin war nicht der Einzige, der der CSU den Rücken kehrte. Die Stadträte Albert Kaps, Achim Liberta und Julia Romankiewicz-Döll gründeten die Initiative Pro Gersthofen. Deren Bürgermeisterkandidat Kaps wird von Siegfried Deffner ausdrücklich unterstützt.

Das Kräfteverhältnis im Stadtrat ist dadurch im Moment folgendermaßen: CSU (zwölf), Freie Wähler (sechs), SPD (fünf), W.I.R./Grüne/FDP (fünf inklusive Bürgermeister, darunter jeweils einer Grüne/FDP), Pro Gersthofen (drei).

Im Zuge dieser Verteilung gibt es von Abstimmung zu Abstimmung mitunter wechselnde Mehrheiten.

Zentrale Themen in Gersthofen sind die Weiterentwicklung des Stadtzentrums im Zusammenhang auch mit einer starken Belastung der Ost-West-Achse in der Bahnhof- und Bauernstraße. Wichtiger Bestandteil ist eine Modernisierung des in die Jahre gekommenen City-Centers sowie ein Grundstück nördlich der Bahnhofstraße, auf dem ein Investor das Einkaufszentrum „Forum“ errichten wollte, diese Pläne aber nach wiederholten Umentscheidungen des Stadtrats zumindest bis zur Kommunalwahl auf Eis gelegt hat.

Schwerpunkte in den vergangenen Jahren war auch der Ausbau der Kinderbetreuungsplätze, beispielsweise die Kindervilla Blumenwiese auf dem früheren Tiefenbacher-Gelände. Kostenexplosion und Bauverzögerung: Viel Ärger bereitet Stadtrat, Bauverwaltung und Planern zurzeit die sechsgruppige Kindertagesstätte am Ballonstartplatz.

Einig ist man sich bisher allerdings in einem Großprojekt: dem Neubau der Mittelschule mit angeschlossenen Räumen für die Musikvereine.

Abgeschlossen beziehungsweise realisiert wurden vom derzeit noch amtierenden Stadtrat und der Verwaltung unter anderem die Umfahrung des Stadtteils Hirblingen sowie die Umgestaltung der Batzenhofer Ortsdurchfahrt, die allerdings bei vielen Anwohnern auf vehemente Kritik und Ablehnung stieß.

Folgende Schwerpunkte setzen die fünf Gruppierungen, die in Gersthofen zur Wahl zugelassen worden sind:

CSU Die Gebühren der Kinderkrippen werden gesenkt. Die Plätze in der Mittags- und Hortbetreuung werden weiter ausgebaut. Die Bahnhofsstraße im Zentrum soll aufgewertet werden durch verbesserte Verkehrsführung – die auch eine sinnvolle Verkehrsberuhigung in der Ost-West-Achse zum Ergebnis hat. Der marode Bahnhof soll zum Kulturbahnhof für Kleinkunst ausgebaut werden.

Freie Wähler Die lokale Energiewende haben die Freien Wähler ins Zentrum gerückt. Bei der Innenstadtgestaltung müssen die Interessen aller Bürger berücksichtigt werden, so ein weiterer Schwerpunkt. Den öffentlichen Nahverkehr wollend die Freien Wähler flächendeckend ausbauen – unter anderem mit regelmäßigen Busverbindungen in alle Stadtteile. Die Arbeit der Vereine soll gestärkt werden.

SPD Für das Schwimmbad setzen sich die SPD-Kandidaten ebenfalls ein. Sie wollen ebenfalls ein gemeinsames Ganzjahreshallen- und -freibad. Sachpolitik soll verstärkt werden. Eine bessere touristische Außendarstellung der Stadt wird angestrebt.

W.I.R. Die Gruppierung setzt sich für den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung ein. Die Gründung einer städtischen Wohnbaugesellschaft soll bezahlbaren Wohnraum fördern. Eingerichtet werden sollen neue Erholungsgebiete, beispielsweise auf dem Müllberg. Eine Nordtangente soll die Bahnhofstraße entlasten.

Grüne Die Ökologie soll grundsätzlich über die Ökonomie gestellt werden. Brachliegende Projekte, beispielsweise die Zentrumsgestaltung sowie das „Loch“ in der Stadtmitte, sollen wieder angepackt werden. Selbstverständlich liegt die Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs den Grünen-Kandidaten am Herzen. Auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten wurde allerdings verzichtet.

Pro Gersthofen Die Vereinigung will den „Stillstand in Gersthofen beenden“. Gefordert wird eine Senkung der hohen Hortgebühren. Statt der oftmaligen Auseinandersetzungen, welche den Stadtrat teilweise lähmten, will Pro Gersthofen die inhaltliche Arbeit wieder ins Zentrum rücken. Gelöst werden sollen Verkehrsprobleme im Stadtzentrum. "Bürgermeisterkandidaten Seite 3

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