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Neusäß

31.01.2019

Das gab’s noch nie: Hotel mit vier Sternen in Neusäß

In unmittelbarer Nähe der Lagerhallen soll auf dem Areal des Güterverkehrszentrums ein Vier-Sterne-Hotel entstehen. 
Bild: Marcus Merk

Noch in diesem Jahr soll der Bau des Gebäudes im Güterverkehrszentrum beginnen. Nicht nur Geschäftsreisende sollen kommen.

Die Stadt Neusäß wird ihr erstes Vier-Sterne-Hotel bekommen. Geplant ist das Haus mit 220 Zimmern auf der Neusässer Flur des GVZ im Städtedreieck Neusäß - Gersthofen - Augsburg. Tagungsräume, ein Restaurant, eine Terrasse mit 300 Quadratmetern Fläche, ausreichend Parkplätze sowie ein Fitness- und Wellnessbereich sollen das Hotel zu einem hochklassigen Zielort vor allem für Geschäftsreisende machen. Doch nicht ausschließlich: Die Pächter hätten außerdem den wachsenden Markt der Städtereisenden im Blick, sagte der Geschäftsführer der GVZ-Entwicklungsmaßnahmen-Gesellschaft, Ralf Schmidtmann, jetzt im Neusässer Stadtrat.

Baubeginn soll bereits in diesem Jahr sein, die Eröffnung des Hotels der Marke Select ist für spätestens 2021 geplant. „Es ein Glück, solch ein Hotel im Vier-Sterne-Bereich zu bekommen“, so Schmidtmann im Stadtrat. Dass der Bedarf für solch ein Hotel im gehobenen Sektor besteht, davon ist er überzeugt. Eine Marktanalyse im Vorfeld habe die GVZ-Gesellschaft darin bestärkt. „Und damit ist der Bedarf in Augsburg noch lange nicht gedeckt“, ist der Fachmann überzeugt. „Das wird den Wettbewerb ankurbeln.“ In Augsburg sind gerade sechs Hotelprojekte in Planung, ein weiteres Haus im höherwertigen Bereich entsteht an der B2 in Gersthofen.

Vor einem Jahr sahen die Pläne ganz anders aus

Das Güterverkehrszentrum GVZ ist ein Logistikstandort im Städtedreieck Augsburg, Gersthofen und Neusäß an der Autobahn, allerdings nicht im klassischen Sinn, so der Geschäftsführer. Beschreiben könnte man das Areal eher als „verlängerte Werkbank“ der Unternehmen, die sich dort ansiedeln. Es finden Firmen ihren Platz, die stark auf den Transport ihrer Waren angewiesen sind. Bereits im vergangenen Jahr hatte Schmidtmann dem Stadtrat in Neusäß von den Plänen für das große Hotel berichtet, damals allerdings noch unter anderen Vorzeichen, wie jetzt Bürgermeister Richard Greiner erinnerte: Damals sollte das Hotel noch aus einem hochwertigen Teil, aber dazu auch aus einem Boarding-House bestehen. Hier hätten beispielsweise Lastwagenfahrer günstig übernachten können.

Eine Entwicklung, die damals bei Neusässer Stadträten auch für Bedenken gesorgt hatte: Was wäre denn dann mit den Häusern in der Innenstadt, so die Sorge? „Insofern ist das jetzt eine gute Lösung“, so der Bürgermeister. Warum es denn nun nicht zu der Übernachtungsmöglichkeit für Lastwagenfahrer komme, wollte hingegen Silvia Daßler (Grüne) wissen. Immerhin leuchte so ein Projekt an genau diesem Standort doch ein. Schmidtmanns eindeutige Antwort: Dafür habe kein Investor gefunden werden können. Stattdessen betont er, dass das Hotel ein Alleinstellungsmerkmal des GVZ Augsburg bilde, so etwas gebe es an solch einem Standort in ganz Deutschland nicht.

Hosokawa Alpine zieht mit der Logistik ins GVZ um

Einen weiteren Coup konnte Ralf Schmidtmann in der Sitzung des Stadtrats in Neusäß in Zusammenhang mit dem GVZ verkünden: Der Maschinen- und Anlagenbauer Hosokawa Alpine, der in Göggingen in der Peter-Dörfler-Straße angesiedelt ist, wird seinen kompletten Logistikstandort ins GVZ verlagern. Die Pläne waren vor zehn Monaten erstmals publik gemacht worden, im März soll Baubeginn sein. Nun wird sich das Unternehmen mit 700 Mitarbeitern, das einen Exportanteil von fast 80 Prozent hat, im GVZ in zwei Bauabschnitten auf gut 22000 Quadratmetern mit seiner Logistik ansiedeln. Geplant ist dann, die Container einmal per Bahn zu den Überseehäfen an der Nordsee und in Italien zu bringen.

Damit sei bis auf wenige Restflächen fast das gesamte GVZ vermarktet, so Schmidtmann weiter. Wobei der Containerbahnhof, von dem aus einmal Container auf Eisenbahnwagen verladen werden sollen, „immer noch nicht weiter ist als 2018“, wie Ralf Schmidtmann zugab. Grund seien Veränderungen in den Investorenfirmen. Zwar sei man mit dem Vorhaben so weit wie noch nie zuvor, ein Betreiber des Terminals sei jedoch beispielsweise noch nicht gefunden. Im Moment sei der Antrag auf staatliche Förderung für das Vorhaben in Bearbeitung, bis zum Sommer solle er vorliegen. Geplant ist, dass einmal über einen großen Portalladekran 80 000 Ladeeinheiten, vor allem Container und Sattelauflieger, vom GVZ Augsburg aus pro Jahr auf die Schiene verladen werden.

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