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Emersacker

13.04.2019

Die Gebühren für den Kindergarten in Emersacker steigen

Die Kosten für Betreuung im Kindergarten Emersacker steigen. 

Weil die Einrichtung in Emersacker rote Zahlen schreibt, steigen die Kosten für Betreuung. 

Der Kindergarten in Emersacker schreibt hohe Defizite. Deshalb sollen jetzt die Gebühren erhöht werden. Das hat der Gemeinderat in Emersacker beschlossen.

Weil wegen des neuen Familienentlastungsgesetzes pro Kindergartenkind 100 Euro an die Kommunen überwiesen werden, sah das Gremium eine Erhöhung der Elternbeiträge entspannt. Zum Vergleich legte Bürgermeister Michael Müller seinem Gremium die Gebühren der Einrichtungen in Heretsried, Adelsried, Bonstetten und Altenmünster vor. Dabei wurde deutlich, dass die Gebühren für die Eltern in Emersacker vergleichsweise niedrig sind. Bürgermeister Müller betonte zudem, dass der Betreuungsschlüssel westlich besser sei als gesetzlich vorgegeben. Gemeinderat Karl-Heinz Mengele schlug vor, sich bei einer Erhöhung an den Gebühren der Gemeinde Altenmünster zu orientieren. Er befürchtete zudem, dass die Eltern künftig höhere Betreuungszeiten buchen würden, wenn der Kindergarten durch den 100 Euro-Zuschuss sozusagen beitragsfrei wäre.

Defizit von rund 600.000 Euro

Zuhörer Raphael Eberle meldete sich zu Wort, dass er bei der Diskussion den Eindruck einer Gewinnmaximierung habe. Müller entgegnete hierzu, dass davon bei einem Defizit von rund 600 000 Euro keine Rede sein könne. Die Frage sei eher, was man von den Eltern verlangen könne, wenn man Betreuungsqualität und Liegenschaften betrachte.

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„Unsere Preise sind derzeit jenseits von Gut und Böse“, sagte Müller. Der gute Betreuungsschlüssel helfe der Einrichtung zudem, nicht sofort in den roten Bereich zu geraten, wenn es beim Personal Änderungen durch Kündigung oder Schwangerschaft gebe. Der staatliche Zuschuss sei nicht als Grundlage zum Abkassieren zu sehen.

Der Rathauschef informierte, dass das geplante Familienentlastungsgesetz derzeit auch schon umgesetzt werde. Das heißt, Eltern zahlen nur noch den Anteil des Beitrags, der über 100 Euro liegt. Die Kommune soll die Zuschüsse rückwirkend vom Freistaat ausgezahlt bekommen. Zum 1. September sollen die Gebühren erhöht werden. Die günstigste Buchungszeit (vier bis fünf Stunden) kostet dann inklusive Spiel- und Getränkegeld 101 Euro, die teuerste Buchungszeit (neun bis zehn Stunden) 131 Euro.

Auch der Kindergartenneubau war Thema im Gemeinderat. In den Osterferien soll der Durchbruch zum Kloster erstellt werden. Festgestellt wurde, dass beim Einzug in das neue Gebäude keine Garderobe zur Verfügung steht, da diese im sanierungsbedürftigen Altbau geplant ist. Als Übergangslösung soll daher ein Container dienen. Nach der Begutachtung verschiedener Garderobenmodelle beschloss der Gemeinderat mit zehn zu einer Stimme, auch im Kindergarten – wie schon zuvor in der Krippe – Garderoben von einem Schreiner anfertigen zu lassen. „Bei einer billigen Ausführung sparen wir am falschen Ort“, war sich Müller sicher.

Außerdem liegt nun der Verwendungsnachweis für die Kinderkrippe vor. Statt der geschätzten 507000 Euro hat der Umbau lediglich 444000 Euro gekostet.

Neue Pläne für das Neubaugebiet

Ein weiteres Thema im Gemeinderat war das Neubaugebiet. Die Erschließungsarbeiten verlaufen nach Plan, erklärte Müller. Er gab auch die Grundstückspreise bekannt. So kostet der Quadratmeter für Einheimische 150 Euro, für Auswärtige 160 Euro. Die Grundstücke in Ortsrandlage sind jeweils 20 Euro teurer.

Beschwerden über Ahornbäume

Der Bürgermeister berichtete außerdem über erneute Beschwerden über die Ahornbäume am Straßenrand am Ortsausgang nach Bocksberg. Die Bäume gehören nicht der Gemeinde, sondern dem Straßenbauamt und wurden im Rahmen des Straßenausbaus gepflanzt. Müller will klären, ob die Behörde die Kronen zurückschneiden kann.

Kapelle soll saniert werden

Für die Sanierung der Dreifaltigkeitskapelle ist eine zweckgebundene Spende von 1200 Euro eingegangen. Angesichts der angespannten Haushaltslage wurde diskutiert, ob man sich derzeit die Sanierung leisten könne. Mit einer Mehrheit von neun zu zwei stimmte das Gremium für die Sanierung.

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