Newsticker

26.000 weitere Corona-Infizierte in Brasilien an nur einem Tag
  1. Startseite
  2. Lokales (Augsburg Land)
  3. Jubel und Frust sind im Augsburger Land ganz dicht beieinander

Fußball-Nachlese

05.11.2019

Jubel und Frust sind im Augsburger Land ganz dicht beieinander

Jubel beim Herbstmeister TSV Leitershofen (von links Aharon Schmidt und Max Wieland), Frust beim VfR Foret (rechts Mehli Arslan).
2 Bilder
Jubel beim Herbstmeister TSV Leitershofen (von links Aharon Schmidt und Max Wieland), Frust beim VfR Foret (rechts Mehli Arslan).

Plus Fußball-Nachlese: Obwohl der TSV Gersthofen seit Sonntag an der Spitze der Bezirksliga steht, übt der Trainer Kritik. Ein Team ist nach 13 Spielen noch ungeschlagen.

„Die Art und Weise, wie wir gespielt haben, war nicht gut. Die erste Halbzeit war die schlechteste seit Wochen. So können wir nicht weitermachen!“ Diese Aussage stammt von Florian Fischer, einem der Trainer des TSV Gersthofen, der nach dem achten Spiel ohne Niederlage seit Sonntagabend die Tabelle der Bezirksliga Nord anführt. Gefallen hat ihm nur die 1:2-Niederlage des bisherigen Tabellenführers SC Bubesheim beim Schlusslicht SV Holzkirchen. Das 1:1 seiner Mannschaft beim stark ersatzgeschwächten SC Altenmünster hat ihm hingegen gar nicht geschmeckt. „Altenmünster hat uns gut in Schach gehalten“, hatte Fischer eher Lob für den Gegner parat, „wir haben es nicht geschafft, die erste Zone zu überspielen. Dass wir nach einem Standard das Gegentor kassiert haben, war ärgerlich.“

Ja, es gestaltete sich zunächst schwierig, Abteilungsleiter Klaus Assum ein Geburtstageschenk zu bereiten. In der Pause haben Fischer und sein Trainer-Partner Mario Schmid reagiert und mit Rudi Kine und Andi Durner zwei Spieler gebracht, die für frischen Wind gesorgt haben. „Da war sofort ein anderer Zug drin. Der Ausgleich war deshalb nicht unverdient, aber einen Sieg hätten wir aufgrund der ersten Halbzeit nicht verdient gehabt“, sagt Fischer, der das Spiel als „Aufwecker zum richtigen Zeitpunkt“ einstuft. „Es hat vielleicht nicht geschadet, dass wir vor dem Spitzenspiel in Stätzling wieder auf den Boden der Tatsachen zurückgekehrt sind.“

Die Schiedsrichter-Leistung wurde nach Spielschluss noch heftig diskutiert

Beim SC Altenmünster gab es über die Vorstellung der eigenen Mannschaft wenig Diskussionsbedarf, aber über die Leistung von Schiedsrichter Philipp Sofsky vom FC Zell-Bruck wurde nach Spielschluss noch heftig diskutiert. Insgesamt zückte der 24-Jährige zehn Karten, darunter Gelb-Rot gegen Altenmünsters Matthias Müller. „Der Schiedsrichter hat bei seiner übertriebenen Karten-Orgie mit zweierlei Maß gemessen und uns dabei sicherlich nicht bevorzugt“, beklagte sich SCA-Abteilungsleiter Oliver Osterhoff über insgesamt sieben Verwarnungen für sein Team, während Gersthofen mit drei Gelben Karten davongekommen ist.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Während in Altenmünster bei besten Bedingungen gekickt werden konnte, gab es im 13 Kilometer entfernten Wertingen einen der ersten Spielausfälle dieses Jahres. Die Absage des Bezirksliga-Derbys TSV Wertingen gegen den TSV Meitingen sorgte allenthalben für Kopfschütteln. Doch wie kam es dazu? Als Wertingens Sportleiter Fritz Bühringer gemeinsam mit Trainer Christoph Kehrle und Abteilungsleiter Christoph Krebs am Sonntagvormittag gegen 10 Uhr eine Platzbesichtigung unternahm, entdeckten sie größere Mengen von Wasser in den Strafräumen und erklärten den Naturrasen für unbespielbar. Als Grund für die Nässe nennt Bühringer „fehlenden Mutterboden“ auf der Anlage auf dem Judenberg. Den Meitingern wurde daraufhin angeboten, die Partie auf dem Kunstrasen auszutragen. Doch weil dies sehr kurzfristig geschah, bat Meitingens Abteilungsleiter Torsten Vrazic die Wertinger Verantwortlichen um eine Verlegung, der letztlich auch Bezirksspielleiter Rainer Zeiser zustimmte. Angesichts der personellen Situation in beiden Lagern dürfte die Absage nicht ungelegen gekommen sein. Sie hinterlässt auf jeden Fall ein Gschmäckle, wie der Schwabe zu sagen pflegt.

Die Grippewelle ist auch im Anflug

„Diesen Titel nehmen wir gerne mit, aber dafür können wir uns nichts kaufen“, sagt Franz Stroh. Der FC Horgau ist Herbstmeister der Kreisliga Augsburg. Unerwartet, meint der Spielertrainer der Kleeblätter. „Normalerweise sind wir in der Vorrunde nicht so gut. Während die vermeintlichen Spitzenteams aber Schwächephasen hatten, haben wir unser Ding konstant durchgezogen – auch wenn wir durch viele Verletzungen gehandicapt waren. Aber das hat uns stark gemacht“, so der 37-Jährige. Weiter will er gar nicht denken. „Wir haben jetzt erst mal noch drei brutal schwere Spiele. Und die Grippewelle ist auch im Anflug.“ Wer allerdings die Horgauer Stärke im Endspurt kennt, der vermutet, dass der FCHo im Anflug auf die Bezirksliga ist.

Von den vereinzelten Spielausfällen am ersten November-Wochenende war auch die SG Zusamzell/Reutern betroffen. Gegner wäre die SSV Peterswörth II gewesen, doch die haben jüngst den Rückzug aus der B-Klasse West IV angetreten. „Das Spiel hätte auf unserem Platz in Zusamzell wohl stattfinden können“, meint Abteilungsleiterin Elke Farchmin und ergänzt: „Eigentlich schade, schon vor zwei Wochen hatten wir eine unfreiwillige Spielpause und nun schon wieder.“ Etwas süffisant meint sie zur augenblicklichen Situation: „Es schaut ja fast so aus, als will keiner mehr gegen uns spielen.“ Ein Blick auf die Tabelle lässt mit Rang eins und 33 Pluspunkten schon auch eine gewisse Dominanz erkennen. 13 Spieltage ist die SG Zusamzell/Reutern ungeschlagen und das soll auch bis zur Winterpause so bleiben. Sollte der sportliche Weg in die A-Klasse führen, so hat man auch schon seine Vorstellungen. „Zusamzell als federführender Klub der SG ist in der Donaugruppe gemeldet. Darum können wir uns auch die A-Klasse West III vorstellen“, sagt Elke Farchmin. (her/dirg)

Die Tops und Flops im Augsburger Land

  • Spieler des Tages: Dass der FC Horgau den Herbstmeistertitel in der Kreisliga Augsburg geholt hat, ist auch ein Verdienst von Philipp Mayer. Der 23-Jährige hat alle 13 Spiele der Vorrunde mitgemacht und ist inzwischen zu einer tragenden Figur im Team der Kleeblätter gereift. „Auf und neben dem Platz“, wie Spielertrainer Franz Stroh betont. Als „Sechser“ stopft „Pilli“, wie er von seinen Mitspielern genannt wird, nicht nur die Löcher in der Defensive, der Blondschopf ist auch sehr torgefährlich. In den letzten drei Spielen traf Philipp Mayer vier Mal, darunter zum 1:0-Siegtreffer gegen den TSV Täfertingen. Insgesamt hat er in dieser Saison bereits sieben Tore auf seinem Konto. Sollte es am Ende der Saison mit der Meisterschaft für den FC Horgau klappen, könnte der Student an der Universität Weihenstephan übrigens ein eigenes Horgauer Meisterbier brauen.
  • Beste Torschützen: Drei Treffer gelangen Philipp Scherer (SV Wörleschwang) und Christian Birthelmer (SV Nordendorf). Doppelt trafen Maximilian Drechsler, Maximilian Köhler (SV Cosmos Aystetten), Lukas Hackl (SV Ottmarshausen), Oliver Pelikan (FC Emersacker), Daniel Hafner (SSV Margertshausen), Dominik Schubert, Cosmin Uilacan (TSV Ustersbach), Manuel Schmid (SV Wörleschwang), Sebastian Schnell (VfL Westendorf), Matthias Begemann (SpVgg Westheim II), Jamin Lemmeh (TSG Stadtbergen II) und Vasile Adragai (SV Bonstetten).
  • Torreichste Spiele: Sieben auf einen Streich gelangen dem SV Wörleschwang beim 7:0-Kantersieg im Spitzenspiel der A-Klasse Nordwest gegen den FC Langweid. Sieben Treffer gab es auch in der Bezirksliga-Partie zwischen dem BSK Olympia Neugablonz und dem SV Cosmos Aystetten (2:5). Mit demselben Ergebnis gewann der TSV Ustersbach gegen die SpVgg Langenneufnach und der SV Nordendorf beim TSV Zusmarshausen II.
  • Größte Zuschauerkulissen: Obwohl der FC Augsburg am Sonntagabend spielte, gab es gute Besucherzahlen. 200 Zuschauer strömten zum Staudenderby der Kreisklasse Süd zwischen dem SSV Margertshausen und dem TSV Fischach (3:0) und zum Kreisliga-Spitzenspiel des TSV Dinkelscherben gegen die SpVgg Langerringen (1:1). 150 sahen das A-Klassen-Gipfeltreffen SV WörleschwangFC Langweid (7:0) sowie die Bezirksligaspiele TSV NeusäßTSV Ottobeuren (1:1) und Olympia Neugablonz – Cosmos Aystetten (2:5).
  • Pechvogel des Tages: Der Pechvogel des Tages kommt zum zweiten Mal in Folge vom TSV Fischach. Lukas Micheler lenkte unmittelbar nach der Pause eine scharfe Hereingabe ins eigene Tor. Dieses 1:0 war der Dosenöffner zum 3:0-Sieg des SSV Margertshausen.
  • Top des Tages: Der FC Horgau (Kreisliga Augsburg), der TSV Leitershofen (Kreisklasse Nordwest), der SV Wörleschwang (A-Klasse Nordwest) und die SG Zusamzell/Reutern (B-Klasse West 4) haben sich den inoffiziellen Titel des Herbstmeisters geholt. Herzlichen Glückwunsch!
  • Flop des Tages: Zwei Rote Karten und zwei Ampelkarten gab es für Spieler der SpVgg Deuringen bei der 1:3-Niederlage beim SV Ottmarshausen II, weil sie sich nach zwei umstrittenen Elfmeterentscheidungen beim Schiedsrichter beklagt hatten. „So eine parteiische Leistung habe ich noch nie gesehen“, echauffierte sich der selbst betroffene Spielertrainer Maximilian Schlicker. (oli)
Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren