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Landkreis Augsburg

07.08.2018

Keime in Trinkwasser: Welchen Ort  erwischt es als nächstes?

Sauberes Trinkwasser: Die Probleme häufen sich (Symbolbild)
Bild: Archivfoto: Bernhard Weizenegger

Dass sich die Fälle häufen, ist kein Zufall, sagt das Gesundheitsamt – und liefert eine Begründung

Bobingen, Dinkelscherben, Diedorf - und wer kommt noch? Das Landratsamt, an dem auch das staatliche Gesundheitsamt sitzt, schloss am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung nicht aus, dass „in der Zukunft vermehrt Störfälle in den Wasserversorgungslagen auftreten.“ Laut Behörde liegt das vor allem am Alter der Anlagen. Ein Großteil der Wasserversorgungen sei in den 70er Jahren eingerichtet worden. Das Versorgungsnetz habe seine „Lebenszeit erreicht oder bereits überschritten.“

Probleme könne es vor allem dann geben, „wenn seitdem die Bereiche Wassergewinnung, Wasseraufbereitung und Wasserverteilung nicht stets fachkundig instand gehalten wurden.“ In Abhängigkeit vom Schadensausmaß seien dann auch Schritte wie eine Abkochanordnung oder Sicherheitschlorung notwendig. Der Einsatz von Chlor war in diesem Jahr schon in Bobingen und Dinkelscherben notwendig. Diedorf muss das Leitungswasser aktuell abkochen (wir berichteten).

Dass immer öfter Keime im Trinkwasser gefunden werden, kann laut Gesundheitsamt auch daran liegen, dass genauer geprüft wird. Die Untersuchungsmethoden wurden in den letzten Jahren weiterentwickelt. „Damit ist ein breiteres Keimspektrum nachweisbar“, erklären die Verantwortlichen.

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In diesem Jahr wollte das Gesundheitsamt in einem Pilotprojekt eigentlich alle 33 öffentlichen Wassernetze im Landkreis unter die Lupe nehmen, von denen etliche als problematisch gelten. Das Projekt kann aufgrund der „Häufung der Störfälle“ im Moment aber nicht weitergeführt werden, teilte die Behörde am Dienstag mit.

Sie legt jedoch Wert auf die Feststellung, dass die jüngsten Störfälle nicht erst durch die zusätzliche Überprüfung bekannt wurden, sondern durch die routinemäßige Meldung des Wasserversorgers. Denn passieren kann immer einmal etwas – auch in der modernsten Anlage. Gechlort wird das Wasser aktuell in Bobingen und in Dinkelscherben.

Im Fall der Marktgemeinde Dinkelscherben wartet das Gesundheitsamt auf die Vorlage der „Gefährdungs- und Risikoanalyse durch das Wasserversorgungsunternehmen.“ Im aktuellen Störfall in Diedorf läuft im Moment die Ursachenforschung „in enger Zusammenarbeit zwischen der Marktgemeinde und dem staatlichen Gesundheitsamt.“

Das bestätigt auch Diedorfs Bürgermeister Peter Högg. Gleichzeitig weist er Medienberichte zurück, die ihn mit der Aussage zitieren, dass das Wasser nur bis mindestens Mittwoch abgekocht werden müsse. „Das stimmt so nicht, wir müssen bis auf Weiteres abkochen“, betont der Bürgermeister. An den Messstellen in Diedorf werden weiter Proben genommen und zur Analyse gegeben, allerdings „gibt es noch keine neuen Erkenntnisse“, sagt Högg. Er geht davon aus, dass das Wasser mindestens noch bis Ende der Woche abgekocht werden muss. Festlegen könne er sich aber nicht, sagt Högg.

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