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Meitingen-Herbertshofen

27.02.2021

Menschenkette gegen Rodungspläne im Lohwald

Der Lohwald bei Meitingen steht als Bannwald unter Schutz, weil er große Bedeutung für den lokalen Klimaschutz und die Luftreinigung hat.
Foto: Margret Sturm (Archiv)

Plus Gegen das Vorhaben der Lech-Stahlwerke, einen Teil des Lohwalds zu roden, demonstrieren am Sonntag Anwohner und Naturschützer aus der Umgebung. Mehrere weitere Gruppen wollen sie unterstützen.

Mit einer Menschenkette will das Bannwald-Bündnis Unterer Lech am Sonntag für den vollständigen Erhalt des Lohwalds südlich von Meitingen demonstrieren. Unterstützung bekommt es von mehreren Gruppen, die sich für Umweltschutz einsetzen, sowie von Politikern der Grünen.

Unter besonderen Schutz stellt das bayerische Waldgesetz sogenannte Bannwälder. Auch der Lohwald im Süden von Meitingen ist als Bannwald eingestuft, denn er hat für den Schutz vor Immissionen eine große Bedeutung. Das etwa 42 Hektar große Waldgebiet fängt Staub ab, der sonst vom Produktionsgelände der Lech-Stahlwerke in Richtung Süden und Westen nach Langweid und Biberbach geweht werden könnte. Zudem reduziert er die Lärmbelastung in den nahe gelegenen Wohngebieten der beiden Gemeinden.

Einsatz für den Erhalt des kompletten Lohwalds

Dass das so bleibt, wollen Bürgerinitiativen und Naturschutzorganisationen aus der Region erreichen, die am Sonntag ab 14 Uhr mit einer Menschenkette für den Erhalt des Lohwalds demonstrieren wollen. Sie wenden sich gegen einen Antrag der Lech-Stahlwerke, die für neue Produktionsanlagen und Lagerflächen bis zu 17,6 Hektar des Waldgebiets roden wollen, das direkt ans Werksgelände anschließt. Als Ausgleich sollen etwas mehr als 23 Hektar neu aufgeforstet werden.

Im Bannwald-Bündnis Unterer Lech haben sich die BI Lech-Schmuttertal, die AGL Meitingen, die Ortsgruppe Meitingen sowie die Kreisgruppe Augsburg des Bund Naturschutz sowie das Klimacamp Augsburg zusammengetan. Die Organisatoren rechnen mit einer dreistelligen Zahl von Teilnehmern, die auf dem Weg an der südlichen Waldgrenze die Menschenkette bilden sollen. Zu beachten sind dabei Auflagen im Zusammenhang mit den Bestimmungen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie, so ist ein Mundschutz zu tragen und ein ausreichender Abstand zu halten.

Unterstützung von Landtagspolitikern der Grünen

Gegen die Erweiterungspläne der Lech-Stahlwerke richtet sich eine Demonstration, bei der am südlichen Rand des Lohwalds in Meitingen eine Menschenkette gebildet werden soll.
Foto: Merk (Archiv)

Neben Vertretern dieser Gruppen werden auch Politiker der Grünen an der Aktion teilnehmen wie die Landtagsabgeordneten Stephanie Schuhknecht und Cemal Bozoglu sowie die Fraktionssprecherin im Kreistag Silvia Dassler. Zusätzlich werben weitere Gruppierungen für eine Teilnahme wie Attac Augsburg sowie Aktivisten von Fridays for Future, die eine Anreise per Bahn und Fahrrad organisieren wollen. Für Teilnehmer, die mit dem Auto kommen, wird an der Kreisstraße A9 zwischen Langweid und Biberbach nördlich der Biberbacher Zollsiedlung eine Parkfläche ausgewiesen, von der aus der Veranstaltungsort in etwa 20 bis 30 Minuten zu Fuß erreicht werden kann.

Im Mittelpunkt der Veranstaltung steht die Vorstellung der "Meitinger Bannwald-Erklärung". Diese hebt neben der wichtigen Schutzwirkung vor Immissionen unter anderem hervor, dass sich im Lohwald "erstaunlicherweise trotz der Nähe zum Stahlwerk in waldarmer Region ein Rückzugsort vieler Tiere und Pflanzen" gebildet habe. Sie kritisieren, dass ein streng geschützter Bannwald wirtschaftlichen Interessen geopfert werden solle. Zudem stehe dazu im Widerspruch, dass er in einem anderen Antrag des Stahlunternehmens, in dem es um eine Steigerung der Produktionskapazität geht, als Schutzwald gegen die Staub- und Lärmemissionen des Werks bezeichnet wird.

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