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Landkreis

29.09.2019

Nominierung: Spitzenergebnis für Landrat Martin Sailer

„Ich bin erst zufrieden, wenn ihr auch zufrieden seid“: Landrat Martin Sailer wurde in Zusmarshausen erneut nominiert.
Bild: Marcus Merk

Der Bezirkstagspräsident wurde wie erwartet mit überwältigender Mehrheit von 97 Prozent als Landratskandidat nominiert. Was ihm besonders am Herzen liegt

Am Freitagabend strahlt die Empfangshalle von Sortimo in Zusmarshausen in den Farben Blau und Weiß. Bei Leberkäse und Kartoffelsalat sitzen die CSU-Delegierten aus dem ganzen Landkreis zusammen. Sie werden Martin Sailer im Amt bestätigen. Einen Gegenkandidaten gibt es nicht, 138 von 143 gültigen Stimmen fallen auf den amtierenden Landrat. Er will jetzt zusammen mit CSU-Kommunalpolitikern in den Wahlkampf starten.

Carolina Trautner, Kreisrätin und Staatssekretärin für Familie, Arbeit und Soziales, eröffnete die Veranstaltung. Sie bezeichnete den 15. März, den Tag der Kommunalwahlen, als „magisches Datum“. Die Vorbereitungen liefen auf Hochtouren, versicherte sie der Basis. Markus Ferber, CSU-Bezirksvorsitzender in Schwaben und Europaabgeordneter, verband die kommenden Wahlen mit der internationalen Politik. „Für uns als CSU sind die Kommunalwahlen die wichtigsten“, betonte er. Ohne eine starke Basis könnten weder die Abgeordneten in Berlin noch die in Brüssel erfolgreich arbeiten.

In ähnliche Richtung ging der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz. Die Politik sei aktuell „ständig im Krisenmodus, Debatten gehen nur noch in die Extreme“. Sein Beispiel: Deutschland habe sein Bruttoinlandsprodukt seit 1990 verdreifacht, den CO2-Ausstoß aber um 35 Prozent gesenkt. In der öffentlichen Debatte über das Klimapaket würde diese Tatsache aber kaum auftauchen.

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Es brauche heutzutage Kommunalpolitiker mit „Weitblick und einem klaren Wertekompass“, die Ökonomie, Ökologie und soziales Handeln in Einklang brächten – Sailer sei so ein Politiker. Martin Sailers Antwort: „Gemeinsam Heimat gestalten.“ Das passt auch zu seinem Wahlkampfslogan: „Ich bin erst zufrieden, wenn ihr auch zufrieden seid.“ Bei der Nominierung erklärte er: „Es macht mir einfach Spaß, Dinge auf den Weg zu bringen.“ Deshalb wolle er wieder Landrat werden. Eine weitere Antwort auf die Herausforderungen der Zukunft seien „gut ausgebildete junge Menschen“. Bildung war demnach das erste große Thema, das Sailer in seiner Rede anschnitt: der Neubau des Gymnasiums in Diedorf, der Neubau des Berufsschulzentrums in Neusäß sowie des Gymnasiums in Gersthofen. „Die Investitionen werden weitergehen“, betonte Sailer. Er bekannte sich dazu, auch in Zukunft wieder bis zu 170 Millionen Euro in die Schulen im Landkreis investieren zu wollen. Allerdings müsse da, wo viel investiert wird, auch Geld verdient werden. „Das Augsburger Land steht wirtschaftlich gut da“, sagte Sailer. Die Arbeitslosigkeit liege bei 2,4 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit bei unter einem Prozent.

Auch die Themen Kunst und Kultur liegen ihm am Herzen. Er hob die Aktion „Kunstraum Landratsamt“ hervor und kündigte große Investitionen an, um den Weiherhof in der Nähe des Klosters Oberschönenfeld in ein Kulturzentrum zu verwandeln. Beim Thema drittes Gleis bekannte sich Sailer sowohl zum Ausbau der Strecke zwischen Augsburg und Ulm als auch in Richtung Donauwörth. Eine klare Absage erteilt er wiederholt dem Vorschlag einer Neubautrasse entlang der A8. Die Unterstützer dieses Projektes bezeichnete er als „Traumtänzer“. Die Bahn würde Brückenbauwerke errichten, „die man den Wollbachern und Zusmarshausern erst mal erklären muss“.

Sailer ging auch die Themen Gesundheit und Soziales an. Im Vordergrund stehe das Uniklinikum, der amtierende Landrat bekannte auch zu ausdrücklich zu beiden Standorten der Wertachkliniken in Bobingen und Schwabmünchen. Auch das Ehrenamt erwähnte Martin Sailer. Bei 8000 freiwillig engagierten im Landkreis sei es sicher nicht „tot“.

Auch die Themen Umwelt und Klima beschäftigen Martin Sailer schon seit geraumer Zeit. Bei einer Jugendsprechstunde im Landratsamt mit 28 Kindern und Jugendlichen sei das Thema Klima im Mittelpunkt gestanden. Keiner sei bei dem Termin mit einem persönlichen Anliegen gekommen: „Es ging um Umwelt-, Friedens- und Gesellschaftsfragen.“ Mittelfristig gibt Sailer das Ziel eines CO2-neutralen Landratsamtes aus.

Offen ist noch, gegen wen der CSU-Politiker sein Amt verteidigen muss. Bislang haben sich lediglich die Grünen festgelegt. Sie wählten die Neusässerin Silvia Daßler zur Landratskandidatin. Die SPD will ihren Spitzenkandidaten Mitte Oktober küren.

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