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Gessertshausen

24.01.2019

Raubüberfall auf Tankstelle: Handelt es sich um Serientäter?

Zwei Männer überfallen die Pinoil-Tankstelle in Gessertshausen und bedrohen den Mitarbeiter mit einer Waffe.
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Zwei Männer überfallen die Pinoil-Tankstelle in Gessertshausen und bedrohen den Mitarbeiter mit einer Waffe.
Bild: Marcus Merk (Archiv)

Zwei Männer überfallen die Pinoil-Tankstelle in Gessertshausen und bedrohen den Mitarbeiter mit einer Waffe. Es gibt weitere Fälle mit ähnlichen Ablauf, etwa in Höchstädt. 

Die Ermittler haben die beiden jungen Männer im Fokus: Laut Staatsanwaltschaft besteht ein dringender Verdacht, dass die beiden Mitte November die Tankstelle in Gessertshausen überfallen haben. Sie hatten einen Mitarbeiter mit Waffen bedroht und waren dann mit einer kleinen Beute wieder verschwunden. Einige Tage später klickten die Handschellen: Die Festnahme war filmreif.

Ein Sondereinsatzkommando kam abends aus München, um die Männer und eine Frau in einem Hotel in Buttenwiesen zu fassen. Doch statt auf das Trio zu treffen, standen die Spezialkräfte vor einem leeren Hotelzimmer. Dann ergaben sich Hinweise, dass sich das Trio in Ulm aufhalten könnte: Sofort wurden Beamte der dortigen Kripo alarmiert, die dann zum Hotel fuhren. Der Zugriff war erfolgreich, die beiden Männer und die Frau wurden festgenommen. Sie sitzen seitdem in Untersuchungshaft.

Ähnlicher Überfall auf eine Tankstelle in Höchstädt

Auf die Spur war ihnen die Polizei nach einem Überfall auf eine Tankstelle in Höchstädt gekommen. Wie in Gessertshausen zogen die Männer Waffen. Der kleine Unterschied: In Gessertshausen gab der Mitarbeiter sofort Geld heraus. Beim Überfall in Höchstädt kam es zu einer Rangelei mit dem Sohn des Tankstelleninhabers, bei der ein Räuber einen Schuh verlor. Trotzdem gelang ihm die Flucht. Ein Suchhund führte die Beamten anschließend zu einem Anwesen in Tatortnähe. Hatten sich die Männer dort versteckt?

Um wegen der Waffen auf Nummer sicher zu gehen, wurde das Sondereinsatzkommando verständigt. Die Spezialisten kontrollierten das Anwesen – auf die Männer trafen sie allerdings nicht.

Trotzdem gelang es der Polizei, in den Tagen darauf zwei junge Männer im Alter von 21 und 22 Jahren als Tatverdächtige zu ermitteln. Und wie? Darüber gab die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskunft. Bekannt wurde allerdings: Die beiden jungen Männer waren offenbar mit einer 20-jährigen Frau unterwegs. Welche Rolle sie bei den Überfällen gespielt haben könnte und in welchem Verhältnis sie zu den Männern stand, ist nicht bekannt. Ob sie auch in Gessertshausen war und in einem Fluchtauto wartete?

Flucht in Richtung Diedorf

Tatsächlich gesehen wurden nur zwei Männer. Sie betraten gegen 20.40 Uhr den Kassenraum der Tankstelle und forderten von einem Mitarbeiter Geld. Er zögerte nicht, sondern gab sofort einen geringen dreistelligen Betrag heraus. Die Beute packten die Männer in eine beigefarbene Stofftasche. Anschließend flüchteten sie zu Fuß auf der Hauptstraße in Richtung Diedorf. Dort verliert sich die Spur. Eine Fahndung mit mehreren Streifen blieb ohne Ergebnis.

Beide Männer trugen schwarze Sturmhauben und hatten Waffen bei sich. Einer der beiden soll etwa 180 Zentimeter groß sein und eine kräftige Statur haben. Er trug einen grauen Kapuzenpullover. Sein Komplize ist mit 175 Zentimetern etwas kleiner und und hat ebenfalls eine kräftige Statur. Die Beschreibung passt genau auf die beiden Männer, die in Höchstädt waren. Auf das Konto der Männer könnte auch der Überfall auf eine Tankstelle in Unterthingau im Allgäu gehen: Im Kassenraum sollen sie mit Pistolen einen Mitarbeiter bedroht und durch einen Schlag auf den Hinterkopf verletzt haben. Es gibt noch weitere Überfälle in Bayern und Baden-Württemberg – Zusammenhänge werden geprüft.

Wie berichtet, steht das Trio laut Polizei auch im Verdacht, in ein Waffengeschäft eingebrochen zu sein sowie ein Auto gestohlen zu haben. Weil sich die beiden Männer und die Frau mehrfach ohne zu bezahlen in Hotels und Pensionen eingemietet hatten, könnte ihnen auch noch Einmietbetrug zur Last gelegt werden. „Die Ermittlungen sind fortgeschritten, aber nicht abgeschlossen“, sagt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Matthias Nickolai.

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