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Uniklinik

20.03.2018

Und wer macht die Arbeit?

Sie leisten die Hauptarbeit in jedem Krankenhaus – die Pflegekräfte. Fachkräfte sind gefragt.

Je konkreter die Pläne für das Großprojekt werden, desto klarer wird, woran es krankt. Überdies sorgen die Folgen der Grippewelle für politischen Streit

Die Uniklinik rückt näher und bis zur Sommerpause soll klar sein, wie und vor allem mit wem die Zukunft rund um den Großkomplex im Dreieck von Augsburg, Neusäß und Stadtbergen geplant wird. Denn klar ist: Das Milliardenprojekt birgt für die Region eine Reihe großer Chancen und Herausforderungen.

800 Millionen Euro will sich der Freistaat die Entstehung der Uniklinik rund um das heutige Klinikum kosten lassen, pro Jahr will München 100 Millionen Euro in Betrieb und Unterhalt der Einrichtung stecken. Bis zu 6500 Jobs sollen im Laufe der kommenden Jahre entstehen: Am Krankenhaus und in der Uni selbst sowie in Firmen, die sich ansiedeln.

So steht es in einer Studie, zu deren Autorinnen Dr. Silvia Stiller gehört. Die Forscherin erläuterte gestern ihre Erkenntnisse vor Bürgermeistern und Kreisräten. Dabei unterstrich sie, dass die größte Herausforderung auf dem Arbeitsmarkt wartet, auf dem Fachkräfte äußerst gefragt sind. Stiller: „Die Konkurrenz ist groß und der Markt ist leer.“ Die Region Augsburg müsse gezielt werben und das auch außerhalb Deutschlands.

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Weitere Aufgaben, die Stiller benannte, sind der Bau von Wohnungen, die Schaffung zusätzlicher Gewerbeflächen sowie die Verkehrsanbindung der Uniklinik. Lorenz Müller (CSU) plädierte für eine Schnellbahnlinie zwischen Hauptbahnhof und Uniklinik und forderte, dass sich die Kommunen untereinander absprechen müssten: „Wir dürfen uns keine Konkurrenz machen.“

Landrat Martin Sailer sagte, die Möglichkeiten zu verstärktem Wohnungsbau im Umfeld des Klinikums würden zurzeit geprüft. Er erinnerte an die „enormen Potenziale“, die in dem Projekt steckten. Silvia Daßler (Grüne) sieht einen „Konkurrenzkampf um Flächen und Personen.“ Die notwendige Bautätigkeit müsse sinnvoll und flächensparend sein.

Die Chancen stehen für SPD-Fraktionssprecher Harald Güller im Vordergrund, „auch wenn es unzweifelhaft Probleme zu bewältigen gibt“. Güller nannte die Anbindung an den Öffentlichen Nahverkehr für den weitestgehend autofrei geplanten Medizin-Campus oder den Mangel an Gewerbeflächen am Klinikum.

Auftrag der Politik sei es, jetzt die Weichen richtig zu stellen , sagte FW–Fraktionschef Fabian Mehring. Er thematisierte gestern in der Debatte mehrfach die schwierige Personalsituation am Klinikum (siehe auch Bericht auf Seite 25 im Hauptteil). Mehring hatte den Augsburger OB Kurt Gribl und Landrat Sailer deswegen kritisiert und eine Gesundheitskonferenz gefordert, bei der nach einer Lösung gesucht werden solle für die Probleme, die währen der Grippewelle auftraten.

Offiziell ging Sailer gestern nicht auf Mehrings Antrag ein. Bei ausgeschaltetem Mikro scheint er dem FW-Fraktionschef aber „dummes Geschwätz“ attestiert zu haben, worüber sich Mehring später in öffentlicher Sitzung beschwerte.

Schließlich bewertete für die Landkreisverwaltung Michael Püschel Mehrings Antrag. Dieser sei nicht zielführend, so der Spitzenbeamte, weil bei einer Gesundheitskonferenz genau die Einrichtungen mit am Tisch sitzen würden, mit denen das Klinikum um das ohnehin knappe medizinische Personal wetteifert. Püschel: „Das Problem ist nicht die Grippe. Das Problem ist die grundsätzliche Situation.“

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